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vCenter Server: Als Linux-Appliance oder Windows-Installation bereitstellen?

VMwares Management-Tool vCenter Server kann als Windows-Installation oder virtuelle Linux-Appliance bereitgestellt werden. Wo liegen die Unterschiede?

VMware vCenter  hat sich zum Zentrum virtueller VMware-Umgebungen entwickelt und ist quasi eine Voraussetzung für das Software-defined Data Center (SDDC) geworden. VMware hat sein Management-Produkt dabei in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt, eine der größten Änderungen ist dabei die Möglichkeit, eine interne Datenbank verwenden zu können, um damit auch auf größere Installationen skalieren zu können. Damit wird vCenter noch einfacher bereitzustellen, weil damit auch für große Deployments keine externe Datenbank mehr notwendig ist.

Vor einigen Jahren hat VMware eine Linux-basierte Appliance für vCenter vorgestellt, um Deployment und Management weiter zu vereinfachen. Wie bei den meisten neuen Produkten waren auch hier die ersten Versionen etwas instabil, aber auch die Appliance-Version von vCenter hat sich weiterentwickelt und kann inzwischen die Anforderungen von kleinen Unternehmen bis hin zu großen Konzernen bedienen.

Die grundlegende Frage bleibt dabei natürlich bestehen: Soll man die virtuelle Appliance installieren oder lieber die Windows-basierte Version? Die Antwort darauf ist nicht leicht, weil hierbei viele unterschiedliche Faktoren betrachtet werden müssen.

Skalierbarkeit von Linux-Appliance und Windows-Installation

Sowohl die Linux-Appliance von vCenter als auch die Windows-Installation können mit der integrierten Datenbank auf die gleiche Anzahl an Hosts und virtuellen Maschinen skaliert werden. Ein Unterschied ergibt sich erst, wenn statt der internen eine externe Datenbank verwendet wird: Die virtuelle Linux-Appliance unterstützt hier lediglich Oracle-Datenbanken, während die Windows-Installation Oracle oder SQL unterstützt.

Dabei sollte man im Auge behalten, dass Oracle offiziell VMware nicht unterstützt – zumindest nach Aussage von Oracle. Der einzige Hypervisor, den Oracle offiziell unterstützt, ist der eigene Hypervisor Oracle VM. Wenn man also eine externe Datenbank zusammen mit der virtuellen Appliance nutzt, dann beschränkt sich die Auswahl auf Oracle auf physischer Hardware oder in einer separaten virtuellen Umgebung auf Basis von Oracles Hypervisor.

Wenn man nun aber die Windows-basierte Installation von vCenter verwendet, dann hat man prinzipiell die gleiche Wahlmöglichkeiten für Oracle-Datenbanken, kann gleichzeitig aber auch Microsoft SQL Server zurückgreifen, den VMware offiziell unterstützt. Damit erhält man eine zusätzliche Option, die integrierte Datenbank ohne Support-Probleme zu erweitern.

In diesem Punkt liegt die Windows-Installation von vCenter als vor der virtuellen Linux-Appliance.

Installationsprozess von vCenter Server

Jede Windows-Installation muss Federn lassen, wenn der Vorgang mit der einfachen Bereitstellung einer virtuellen Linux-Appliance verglichen wird. Auch wenn die Windows-Installation tatsächlich nicht mehr als nur ein paar Klicks beansprucht, ist die Appliance diesem Prozess doch um einiges voraus. Die Frage nach der Installation auf physischer oder virtueller Hardware ist dann aber nochmal eine ganz andere.

Die virtuelle Appliance muss in einer virtuellen Umgebung bereitgestellt werden und kann dabei entweder in der bereits vorhandenen Umgebung installiert werden oder in einer neu eingerichteten, dediziert für das Management bestimmten. Die Windows-Installation kann natürlich sowohl in einer physischen als auch in einer virtuellen Umgebung bereitgestellt werden. Da die Kapazitäten physischer Server aber kontinuierlich schrumpfen, wäre eine virtuelle Umgebung der passendere Ort für die Installation.

Aufgrund der größeren Flexibilität bietet die Windows-Installation also auch hier gewisse Vorteile.

Wartung und Support von vCenter-Appliance und Windows-Installation

Beide Installationsmethoden benötigen nach der Bereitstellung sehr wenig Wartung. Bei beiden Produkten besteht die Möglichkeit, den Dienst über einen Browser- oder Windows-Service zu starten oder neu zu starten. Der große Unterschied ist hier also nicht vCenter als solches, sondern das zugrundeliegende Betriebssystem.

Linux genießt zwar die Reputation der größeren Stabilität, Windows dagegen hat eine viel größere installierte Basis. Nun könnte man trefflich darüber streiten, welches Argument hier besser ist, aber die größere installierte Basis schlägt sich ganz einfach in einem besseren Support nieder. Das betrifft zum Beispiel auch die Anzahl und Tiefe technischer Hilfestellungen wie Blogs oder Whitepaper. Wenn man VMware wegen vCenter-Problemen anruft, dürfte dies relativ wenig Unterschied machen. Wenn aber das eigene Support-Team eine Rolle spielen soll, dann dürfte Windows als Betriebssystem die bevorzugte Wahl sein.

Linux vs. Windows: Der Kostenfaktor

VMware weist gerne darauf hin, dass die virtuelle Linux-Appliance von vCenter natürlich keine Windows-Lizenz benötigt. Wie jeder weiß ist Windows nicht kostenlos, insofern muss man diesem Argument zustimmen. Wenn man nun aber die Windows-Installation als eine virtuelle Maschine unter vielen auf einem Windows Server mit Datacenter-Lizenz ausführt, dann wird dieses Argument eher zu einer akademischen Frage, weil die Kosten dann kaum mehr eine Rolle spielen.

Trotzdem ist dieses Argument aber valide und insofern hat hier die vCenter Appliance einen kleinen Vorteil.

Und der Gewinner ist…

Jedes Data Center ist anders, daher ist es schwer, einen pauschalen Gewinner aus dem Vergleich zwischen virtueller Linux-Appliance und Windows-Installation von vCenter Server zu nennen. Insofern empfiehlt sich für Unternehmen mit großen Windows-Bereitstellung und Datacenter-Lizenz natürlich die Windows-Installation, während IT-Abteilungen mit Oracle-Servern und Linux-Erfahrung zur virtuellen Linux-Appliance greifen sollten.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2015 aktualisiert

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