Zukunftspläne von VMware, Microsoft und Citrix für die Server-Virtualisierung

Im Kampf um Marktanteile werden Hypervisoren beständig weiterentwickelt. Diese Zukunftspläne haben VMware und Co. in Sachen Server-Virtualisierung.

Die Zukunftspläne verschiedener Anbieter für Server-Virtualisierung zeigen, dass diese immer noch ein Ass im Ärmel...

haben. Und das, obwohl die Hypervisor-Technologie inzwischen bereits sehr weit ausgereift ist.

Dabei wird der Markt für Server-Virtualisierung noch immer sehr stark von Differenzierung und Konkurrenzkampf geprägt. Laut Marktforscher IDC konnte Microsoft im Laufe des letzten Jahres mit Hyper-V fünf Prozent des Marktanteils von VMwares vSphere abgreifen. VMware bleibt aber auch weiterhin das absolute Schwergewicht in Sachen Server-Virtualisierung und hält 56,8 Prozent des Marktanteils. Natürlich schläft aber auch die Konkurrenz nicht und arbeitet stetig an der Verbesserung ihrer Produkte, was manche VMware-Kunden zu einem Wechsel veranlasst.

Zu diesen Kunden gehört auch Chris Akeroyd. Er ist Leiter der IT-Infrastruktur für das University Medical Center Health System in Lubbock, Texas. Das Unternehmen hat etwa neun Jahre lang VMware verwendet, jetzt allerdings übernimmt Hyper-V immer mehr Anteile der Infrastruktur. Angefangen hat es, wie üblich, mit Test-Szenarien. Von dort hat sich Hyper-V langsam aber sicher in Tier-Zwei- und Tier-Drei-Applikationen vorgearbeitet. Nur für Tier-Eins-Apps verwendet die Firma noch vSphere, verwaltet mit Microsofts System Center Virtual Machine Manager.

Akeroyd sagt dazu: „In Bezug auf Personal, Training und Management ist eine Umgebung mit Hyper-V einfacher zu handhaben als VMware.“ Seine Mitarbeiter sind an Microsofts Management-Tools gewohnt und bevorzugen diese.

Genau das wären die Kriterien, aufgrund derer Kunden ihre Entscheidungen treffen, und nicht die feinen Funktionsunterschiede bei den Hypervisoren, so der Analyst Mark Bowker von der Enterprise Strategy Group.

Zum Beispiel behaupten natürlich alle großen Anbieter von Virtualisierungslösungen, dass genau ihre Hypervisoren die beste Performance aufweisen. Wir sprechen hier von VMware, Microsoft, Citrix, IBM und Red Hat. Laut Bowker gehen allerdings die wenigsten Kunden auch bis ans Limit: „Wie viele CPUs ein Produkt unterstützen kann, wie viel Arbeitsspeicher, Geschwindigkeit, Kapazitäten, Performance und so weiter – da sind die Anbieter so weit voraus, dass die meisten Unternehmen diese Grenzen gar nicht erreichen.“

Alle Zukunftspläne zur Virtualisierung laufen auf die Unterstützung für Cloud-Workloads hinaus

Sieht man sich allerdings die Zukunftspläne der einzelnen Hersteller an, dann sollen auch weiterhin immer neue Funktionen in die Hypervisor-Produkte implementiert werden, vor allem zur besseren Integration von Cloud-Workloads.

Microsoft zum Beispiel hat mit Windows Server 2012 R2 Hyper-V seine virtuellen Maschinen der 2. Generation eingeführt. Laut offiziellen Aussagen sei man bei Microsoft zudem noch lange nicht am Ende damit, die Technologie weiter aufzupolieren.

Virtuelle Maschinen (VM) der, im Microsoft-Jargon so genannten, Generation 1 wurden mit Blick auf Rückwärtskompatibilität geschaffen und auf nun veralteter Hardware modelliert, sagte Jeff Woolsey, leitender Program Manager für Windows Server und System Center bei Microsoft.

„Jede virtuelle Maschine, die wir in der Vergangenheit ausgeliefert haben … wird emuliert und sieht wie ältere Hardware aus… Es scheint so, als handle es sich um ein herkömmliches 440BX-Motherboard von Intel.“, fügt er an.

Virtuelle Maschinen der 2. Generation dagegen sind mit komplett synthetischen Treibern ausgerüstet. Laut Woolsey ist es damit nun einfacher, Hot-Plugging zum Beispiel in Bezug auf Arbeitsspeicher durchzuführen. Das soll vor allem mobilen Cloud-Workloads entgegen kommen. Diese virtuellen Maschinen verwenden auch einen komplett unterschiedlichen BIOS-Prozess, der laut Woolsey wesentlich sicherer sein soll.

Auch am KVM-Hypervisor wird laut Mike Day, IBM´s Chief Virtualization Architect for Open Systems Development, fleißig gewerkelt. KVM ist ein Multi-Plattform-Hypervisor, der laut Day bald Unterstützung für weitere Platformen bieten soll.

„Als ich damit angefangen habe, war es nur x86 und es war wirklich komplett an die Hardware-Anweisungen der Virtualisierung gebunden“, erklärt Day. Nun unterstützt KVM laut Day Power, PowerPC, System/390 und ARM-Prozessoren.

Virtualisierungsanbieter integrieren aber zum Beispiel auch neue virtualisierte GPUs (Graphics Processing Units) in die Hypervisoren. Ein Beispiel ist Citrix XenServer mit verbesserter Unterstützung für 3D und andere hochauflösende Grafiken in virtualisierten Desktop-Umgebungen. XenServer wurde im letzten Jahr von Citrix zur Weiterentwicklung an die Linux Foundation übergeben, wo ebenfalls neue Zukunftspläne entwickelt wurden. So soll die Domain-Zero-Komponente 64-Bit unterstützen, um damit besser hochperformante und horizontal skalierbare Workloads realisieren zu können.

VMware dagegen arbeitet derzeit daran, Storage- und Netzwerk-Funktionen enger mit der Hypervisor-Schicht zu verzahnen. Der Plan dahinter ist letztendlich das Software-definierte Data Center. Das sagt Chris Wolf, VMwares Chief Technology Officer (CTO) für Nord- und Süd-Amerika.

„Die Aufgabe des Hypervisors ist es nicht nur, eine virtuelle Maschine zu betreiben. Er muss eine vollständige produktive Umgebung unterhalten,“ so Wolf.

Stattet man den Hypervisor mit weiteren Netzwerkfunktionen aus, wird das laut Analyst Bowker auch einen Einfluss auf die Security und andere Funktionen haben: „Es eröffnet interessante Möglichkeiten, wenn der Hypervisor diese Aufgaben erledigt. So kann man ihn beispielsweise als Sammelstelle für Security-Inspektionen, Performance-Analysen und Kapazitäten-Planung verwenden.“

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2014 aktualisiert

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