Zehn Schritte für mehr Energieeffizienz in Ihrem Data Center

Experten für IT-Energiefragen zeigen zehn Methoden zur Energieeffizienz im Data Center auf. Die Umsetzung kann die laufenden Kosten deutlich verringern.

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Data-Center-Design

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Mit strategischer Energieplanung lässt sich die Effizienz eines Data Centers rasch erhöhen und die Stromkosten...

verringern. Clive Longbottom, Experte für IT-Energiefragen, beschreibt im Folgenden zehn Methoden, wie Sie dabei vorgehen können. Eine Umsetzung dieser Schritte kann sich deutlich auszahlen.

Rationalisieren, konsolidieren und virtualisieren. Läuft Ihr Data Center mit weniger als 50 Prozent Server-Auslastung, dann ist ein Großteil Ihres Energieverbrauchs verschwendet. Im Durchschnitt liegt die Server-Auslastung bei Unternehmen bei nicht mehr als 15 Prozent – auf die übrigen 85 Prozent wird also verzichtet. Natürlich verbrauchen die Server dabei deutlich mehr als nur 15 Prozent des maximalen Energiebedarfs, und auch die Wärme-Abgabe übersteigt diesen Wert. Eine höhere Auslastung verbessert deshalb die Energie-Kennzahlen – nicht nur beim Server selbst, sondern für das ganze Data Center. Infolge der Wärme- und Übertragungsverluste können pro vermiedenem Watt an Energieverbrauch bei der Erzeugung sogar bis zu 4 Watt eingespart werden.

Die Betriebstemperatur Ihres Data Centers prüfen. Liegt die derzeitige Betriebstemperatur der Klimaanlage für Ihren Serverraum bei Werten im niedrigeren 20-Grad-Bereich? Dann kühlen Sie Ihr Data Center wahrscheinlich zu sehr. Versuchen Sie, die Betriebstemperatur bei etwa 24 Grad Celsius zu halten – oder eventuell noch höher, falls Ihre Computer-Ausstattung relativ neu ist. Jedes Grad mehr Raumtemperatur bedeutet weniger Kühlungsbedarf und daher weniger Energieverbrauch.

Luftkühlung effizient einsetzen. Wenn Sie das gesamte Data Center kühlen, dann wird viel Luft umsonst gekühlt. Nutzen Sie Warmgang/Kaltgang-Prinzipien, Reihenkühlung oder andere Methoden, um das Volumen der zu kühlenden Luft zu verringern. Achten Sie dabei auf eine gute Wärmeabführung von besonders heißen Orten.

Über Wasserkühlung nachdenken. Wasser leitet Wärme besser als Luft, daher ist es als Kühlmittel effizienter. Modernere Systeme, die mit Unterdruck arbeiten, sind nur wenig störanfällig und senken die Kühlungs- und Energiekosten deutlich.

Systeme zur Energieverteilung optimieren. Jede Umspannung in Ihrem Verteilnetz verursacht einen Energieverlust. Deswegen sollten Sie es „flach“ gestalten. Die Kunst dabei ist, den eintreffenden Wechselstrom so früh wie möglich in die für das Data Center gebrauchten Wechselstrom- und Gleichstrom-Spannungen umzuwandeln und dann weiter zu leiten. Zwar geht es hier nur um geringe Prozentsätze, aber selbst 1 Prozent der Stromrechnung kann bei einem großen Data Center einen großen Betrag ausmachen.

Über die Größe des Data Centers nachdenken. Ist Ihr bestehendes Rechenzentrum sehr groß, können Sie in Erwägung ziehen, Ihren Strom selbst zu erzeugen – insbesondere wenn es nah an anderen Unternehmen oder Wohngebieten liegt. Überschüssige Elektrizität und Wärme kann unter Umständen an die Kommune weiterverkauft werden und so die Kosten der Erzeugung kompensieren. Durch den Einsatz lokaler Generatoren mit Kraft-Wärme-Kopplung statt zentraler fossiler Kraftwerke lässt sich die Gesamt-Energieeffizienz von 30 bis 40 Prozent auf 80 Prozent und mehr erhöhen. In Großbritannien liegt die Effizienz laut dem Digest of UK Energy Statistics derzeit bei durchschnittlich 38,5 Prozent.

Zukünftigen Größenbedarf planen. Falls Sie vermuten, dass der Energiebedarf Ihres Data Centers in der näheren Zukunft ansteigen wird, dann kann Selbsterzeugung sinnvoll sein, selbst wenn das Data Center derzeit nur eine mittlere Größe hat. Die Energiekosten schwanken ständig, also kann es sich lohnen, schon jetzt eine Absicherung der Kosten anzugehen – und falls Sie mehr Strom produzieren, als Sie verbrauchen, können Sie zusätzlich von Einspeise-Vergütungen profitieren. Sind sie aber der Meinung, dass Ihr Data Center nicht wachsen oder sogar schrumpfen wird, weil Sie zum Beispiel auf Cloud-Computing umsteigen, dann lohnt sich Selbsterzeugung finanziell gesehen nicht.

Den Standort Ihres Data Centers sorgfältig wählen. Können Sie den Standort Ihres Rechenzentrums nicht frei wählen (wenn es zum Beispiel schon existiert), dann sollten Sie weiter darüber nachdenken, wie Sie dort Energie einsparen können. Wenn Sie aber einen Neubau planen, sollten Sie über einen Standort nahe an nachhaltigen Energiequellen (wie Wasser oder Geothermie) nachdenken. Dadurch wird Ihr Data Center umweltverträglicher, selbst wenn Sie damit nicht unbedingt Geld sparen. Wenn Sie den Standort völlig frei wählen können, nehmen Sie eine kühlere Gegend, wo Sie kalte Luft oder kaltes Wasser umsonst bekommen. Dies ist nicht nur nachhaltiger, sondern senkt auch die Kosten.

Erneuerbare Energien einsetzen. Zwar können diese nicht unbedingt die gesamte Energieversorgung Ihres Data Centers ersetzen, doch als zusätzliche Stromquelle sollten Sie sie prüfen. Wind- und Sonnenstrom sind zu unzuverlässig für die Deckung des Grundbedarfs, eignen sich jedoch gut für Zeiten mit Lastspitzen, zu denen konventioneller Strom teurer werden kann. Auch hier helfen die in vielen Ländern vorhandenen Regelungen zur Einspeise-Vergütung: Wenn der Wind bläst oder die Sonne scheint und Sie den dadurch erzeugten Strom gerade nicht brauchen, speisen Sie ihn ins Netz und werden dafür bezahlt; wenn Sie ihn benötigen, verbrauchen Sie ihn selbst. Und wenn Ihre erneuerbaren Anlagen keinen Strom liefern, können Sie ihn immer noch zum aktuellen Preis aus dem Netz zukaufen.

Outsourcing nicht vergessen. Ein Outsourcing Ihres Data Centers verringert nicht nur die Energiekosten Ihrer Organisation, sondern verlagert den Verbrauch auch auf einen externen Anbieter; dadurch können Sie unter Umständen Steuern für Kohlendioxid-Emissionen vermeiden. Eine ausgelagerte Umgebung ist zudem möglicherweise viel effizienter als Ihre eigene. Die Mitnutzung eines Colocation-Angebots, ein Provider für Managed Hosting oder die Nutzung der Cloud können den Energiebedarf für Ihre gesamte Rechenzentren-Infrastruktur senken. Zugleich kann die Ansiedlung in einer hoch technisierten und mandantenfähigen Umgebung die Auslastungsquote erhöhen.

Auch in Zukunft wird die Energieeffizienz im Data Center für die meisten Rechenzentren-Manager ein zentrales Thema bleiben. Dabei müssen Maßnahmen für mehr Effizienz – und mehr Nachhaltigkeit – nicht unbedingt riesige Veränderungen am Gebäude oder der darin installierten Ausstattung bedeuten. Die hier vorgestellten zehn kleinen Schritte können strategisch zu hohen Einsparungen führen und dabei helfen, Unternehmensziele für Corporate Social Responsibility (CSR) zu erreichen.

Über den Autor:
Clive Longbottom ist Service-Direktor beim britischen Analysehaus Quocirca Ltd. und Autor für
SearchVirtualDataCentre.co.UK.

Artikel wurde zuletzt im Januar 2012 aktualisiert

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