Zabbix: Open Source für Monitoring im Data Center einsetzen

Zabbix ist eine sehr mächtige und kostenlose Monitoring-Lösung. Die Open-Source-Software richtig aufzusetzen, ist für Administratoren nicht schwer.

In einem Data Center müssen Administratoren ständig im Bilde sein, was auf den Servern vor sich geht. Mit dem richtigen...

Monitoring der Schlüsselstellen und Netzwerk-Knoten lassen sich Probleme vermeiden. In dieser Artikel-Serie zeigen wir Ihnen, wie Sie das mithilfe der Open-Source-Software Zabbix erledigen können.

Zabbix ist ein Monitoring-Tool, das mit einem zentralisierten Linux-basierten Zabbix-Server zusammenspielt. Der Server kommuniziert mit den nativen Agenten (Agents), die für viele Betriebssysteme zur Verfügung stehen. Dazu gehören Linux, UNIX und Windows. Verwenden Sie ein Betriebssystem ohne native Agent-Unterstützung, können Sie auf allgemeine Monitoring-Protokolle wie SNMP oder IPMI zurückgreifen.

Es sprechen viele Vorteile für den Einsatz von Zabbix als Monitoring-Tool. Zunächst einmal kann Zabbix Warnungen und Mitteilungen senden, wenn bestimmte vordefinierte Ereignisse eintreffen. Weiterhin bietet die Software grafische Funktionen an. Damit kann sich der Administrator einen Überblick verschaffen, in welchem Zustand sich bestimmte Knoten und das Netzwerk im Speziellen befinden.

Um eine funktionierende Zabbix-Umgebung aufzusetzen, müssen Sie mit dem Server beginnen. Über ein von Zabbix bereitgestelltes Web-Frontend kann der Administrator mit diesem dedizierten Server interagieren. Dieses unterhält sich sowohl mit dem Zabbix-Server als auch mit der Datenbank. Die drei Komponenten (Frontend, Server und Datenbank) können sich auf dem gleichen Server befinden. Sie haben aber auch die Möglichkeit, diese auf verschiedene Maschinen zu verteilen. Der Zabbix-Server kann Geräte im selben Netzwerk direkt überwachen. Sollte sich das Monitoring auf verschiedene Netzwerke erstrecken, wird oftmals ein Zabbix-Proxy zu Rate gezogen.

Von Zabbix angebotene Installations-Optionen

Es gibt zwei Wege, Zabbix zu installieren: Laden Sie sich die Quellpakete herunter und installieren diese auf einem Linux-Host, der als Ihr Zabbix-Server fungiert. Weiterhin können Sie auch die Pakete aus den Software-Repositories nehmen, sofern Ihre Linux-Distribution Zabbix anbietet. Das von der Distribution bereitgestellte Paket erleichtert die Installation und zukünftige Updates. Eigenes Kompilieren garantiert hingegen, dass die Monitoring-Software auf jeder Linux-Distribution läuft. Darüber hinaus bekommen Sie immer die neuesten Funktionen, da in den Repositories nicht zwingend die letzte Zabbix-Version vorhanden ist.

Für manche Linux-Distributionen, wie zum Beispiel SUSE, gibt es keine vorkompilierten Pakete. Wenn Ihnen das darunterliegende Linux-System egal ist, sind wahrscheinlich Fedora oder Ubuntu am besten geeignet. Bei den beiden Letzteren finden Sie Zabbix-Pakete in den Repositories. Selbst kompilieren funktioniert natürlich auch dort. Das setzt allerdings etwas weitreichendere Linux-Kenntnisse voraus. In diesem Artikel bedienen wir uns der vorkompilierten Pakete in Fedora 17. Das Linux Betriebssystem können Sie hier kostenlos herunterladen.

Die Basis-Pakete installieren

Stellen Sie sicher, dass der Fedora-Linux-Server mindestens über zehn GByte freien Festplattenlatz verfügt. Für die anfängliche Installation brauchen Sie zwar weniger Platz, aber im Laufe der Zeit wird Zabbix die Datenbank füllen. Vor allen Dingen in größeren Umgebungen werden Sie den Speicher dann brauchen.

Für die Installation selbst benutzen Sie YUM (Yellow Dog Updater Modified): yum install zabbix zabbix-server zabbix-server-mysql zabbix-web zabbix-web-mysql mysql zabbix-agent. Mit diesem Befehl installieren Sie Zabbix und alle weiteren benötigten Komponenten. Nach dem Einspielen der Software müssen Sie die Zabbix-Dienste starten. Weiterhin möchten Sie sicherstellen, dass die relevanten Dienste auch nach einem Neustart des Systems automatisch wieder laufen. Dies erreichen Sie mit nachfolgenden Befehlen und einem Neustart Ihres Servers:

systemctl enable mysqld.service
systemctl enable zabbix-server-mysql.service
systemctl enable httpd.service

Bevor Sie nun weitermachen, brauchen Sie zunächst eine MySQL-Datenbank. Benutzen Sie mysql -u root, um sich als Superuser root anzumelden. Damit öffnen Sie eine MySQL-Eingabeaufforderung. Mit den folgenden Befehlen erzeugen Sie die gewünschte Datenbank:

mysql> create database zabbix character set utf8;
mysql> grant all privileges on zabbix.* to 'zabbix'@'localhost' identified by ‘password';
mysql> quit

Per Standard heißen Datenbank und Administrator zabbix. Als Passwort ist password gesetzt. Nun müssen Sie die Datenbank mit dem Zabbix-Schema und einigen anfänglichen Daten befüllen. Sie können sich hier bei den Standard-SQL-Dateien bedienen, die mitinstalliert wurden und im Verzeichnis /usr/share/doc/zabbix-server-mysql-<version>/create/schema liegen. Sie importieren die Dateien mithilfe der anschließenden Befehle in einer Linux-Eingabeaufforderung (Shell):

# mysql -u zabbix -p zabbix < /usr/share/doc/zabbix-server-mysql-<VERSION>/create/schema/mysql.sql
# mysql -u zabbix -p zabbix < /usr/share/doc/zabbix-server-mysql-<VERSION>/create/data/data.sql
# mysql -u zabbix -p zabbix < /usr/share/doc/zabbix-server-mysql-<VERSION>/create/data/images_mysql.sql

Diese Befehle importieren die SQL-Dateien in die MySQL-Datenbank und benutzen dafür den Anwender zabbix. Die Option -p weist den MySQL-Befehl an, nach einem Passwort zu fragen. Die anschließende Anweisung zabbix verrät MySQL, alle Daten in die Datenbank mit Namen zabbix zu importieren. Nun folgt die Import-Richtung (<) und danach die zu importierende Datei.

Bevor Sie mit der Konfiguration weitermachen, sollten Sie sich überzeugen, dass sich Zabbix auch mit der eben erstellten Datenbank verbinden kann. Hierfür öffnen Sie die Konfigurations-Datei /etc/zabbix/zabbix_server.conf und sehen nach, ob folgende Zeilen enthalten sind.

DBHost=localhost
DBName=zabbix
DBPassword=password

Starten Sie nun den Server neu und überprüfen, ob alle Dienste zur vollen Zufriedenheit gestartet sind. Nach dem Reboot führen Sie den Kommandozeilen-Befehl systemctl status zabbix-server.service aus. Es sollte eine Liste mit Zabbix-Prozessen erscheinen, die vom System gestartet wurden.

Verbindung mit dem Web-Interface aufnehmen

Sobald alles gestartet ist, können Sie eine Browser-Sitzung öffnen. Sie verbinden sich mit der URL http://<Ihr-Zabbix-Server>/zabbix zum Frontend. Hier können Sie Ihren Zabbix-Server nun konfigurieren.

Bevor Sie weitermachen, sollten die minimalen Systemanforderungen erfüllt sein.

Eine wichtige Seite ist das Überprüfen der Minimalanforderungen. Oftmals reichen die Standard-PHP-Einstellungen der eingesetzten Linux-Distribution nicht aus. Notieren Sie sich die betroffenen Einstellungen und öffnen im Anschluss die Datei /etc/php.ini, um diese zu verändern. Nach der Modifikation starten Sie den Apache-Dienst neu. Unter Fedora 17 erledigt das der Befehl systemctl restart httpd.service.

Konfigurieren der Datenbankverbindung.

Im nächsten Bildschirm konfigurieren Sie die Verbindung zwischen Zabbix und der Datenbank. In dieser Maske ist das Standard-Passwort auf root gesetzt. Vergessen Sie nicht, dies auf zabbix zu ändern.

Nach der Herstellung der Datenbankverbindung öffnen Sie die URL und den Port auf denen Zabbix zu finden ist. Sollte das Web-Frontend nicht auf dem Server mit den Zabbix-Prozessen laufen, geben Sie die IP-Adresse an unter der sie den Zabbix-Server ansprechen können. Ist das nicht der Fall, können Sie einfach weiter klicken. Nun sehen Sie eine Zusammenfassung der bevorstehenden Installation. Überprüfen Sie noch einmal die Parameter auf ihre Richtigkeit und schließen danach die Installations-Prozedur ab. Somit erhalten Sie ein Zabbix-Login-Fenster. Hier können Sie sich nun mit dem Standard-Anwender Admin und dem Passwort zabbix anmelden. Ihre Zabbix-Umgebung ist damit komplett einsatzfähig.

Im nächsten Artikel dieser Serie zeigen wir Ihnen, wie Sie mit Zabbix Server und andere Systeme überwachen können.

Über den Autor: Sander van Vugt ist ein freiberuflicher Trainer und Consultant, der in den Niederlanden ansässig ist. Er ist Experte in den Bereichen Linux High Availability, Virtualisierung und Performance. Sander van Vugt war in mehreren Projekten involviert, die alle drei Gebite vereinten. Weiterhin ist er der Autor einiger Bücher mit Linux als Thema. Dazu gehören Beginning the Linux Command Line, Beginning Ubuntu Server Administration und Pro Ubuntu Server Administration.

Artikel wurde zuletzt im September 2013 aktualisiert

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