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Workload-Management mit DRS-Regeln und HA-Tags

Große virtuelle Umgebungen können sehr schnell unübersichtlich werden. vSphere-Tags für virtuelle Maschinen helfen dabei, virtuellen Maschinen alle relevanten Infos anzuheften.

In jeder modernen VMware-Umgebung spielen vSphere Distributed Resource Scheduler (DRS) und vSphere High Availability eine maßgebliche Rolle für den reibungslosen Betrieb. Je mehr geschäftskritische Workloads online sind, umso wichtiger ist es für Administratoren, diese wichtigen Funktionen sorgfältig zu verwalten und zu dokumentieren.

Um vSphere DRS zum Load-Balancing nutzen zu können, muss zunächst ein Regelwerk festgelegt werden, das die Platzierung der virtuellen Maschinen auf dem Host festlegt. DRS-Regeln zum Behalten oder Trennen von VMs sind schon lange Teil von vSphere DRS, kürzlich wurde aber zusätzlich die Funktion integriert, die Anzahl der virtuellen Maschinen über Hosts und Gruppen hinweg zu balancieren. Falls jemand diese DRS-Option abwählt, statt sie zur Wartung zu deaktivieren, kann dies leicht diese DRS-Regeln löschen.

Auch wenn dies nicht sofort zu einem Problem werden dürfte, so macht es das Leben der IT-Abteilung doch schwerer, weil DRS-Regeln oft sehr komplex und schwer zu replizieren sind – vor allem ohne vernünftige Dokumentation. So etwas passiert sehr viel häufiger, als man denken würde, selbst altgedienten VMware-Admins.

An dieser Stelle kommen vSphere-Tags ins Spiel. Tags sind nicht-operative Labels, die VMs, Hosts, Netzwerken oder auch Ressourcen-Pools angeheftet werden können und sich sehr oft als wirklich hilfreich erweisen. Mit Tags können Kategorien erstellt werden, etwa für zusammen oder getrennt gehostete virtuelle Maschinen. Beim Erstellen von Tags können Name und Beschreibung der VM geändert werden, mit der Regeln geteilt werden. Das Beste an Tags ist aber, dass sie auf der Übersichtsseite einer virtuellen Maschine angezeigt werden.

Es ist zwar möglich, Regeln für vSphere DRS oder High Availability mit Microsoft Visio oder in einer Tabelle zu speichern, aber man sollte sich hierbei keine Illusionen machen: Irgendwann sind die dort gespeicherten Informationen unweigerlich veraltet. Wenn Administratoren Informationen an vielen verschiedenen Orten speichern, dann ist die Gefahr zudem recht groß, dass dabei etwas verloren geht. Zusätzlich dazu, dass Tags sehr einfach vom VMware Client aus zugänglich sind, sind sie auch Teil der VM-Datenprofile. Diese Tags werden zu durchsuchbaren Feldern und können sogar über PowerCLI-Befehle und andere Tools genutzt werden, die Zugriff auf die vCenter-Datenbank haben.

Das gleiche gilt ebenso für HA-Regeln und für die Definition der Isolierungs- oder Neustart-Prioritäten. Mit VMware High Availability und Tags kann so dokumentiert werden, welche virtuellen Maschinen an- oder ausgeschaltet sind und welche priorisiert werden. Damit eliminieren Tags das Ratespiel bei einer Wiederherstellung nach einem Ausfall. HA-Konfigurationen können genauso komplex werden wie DRS-Regeln und genauso fragil: Falls versehentlich eine HA-Einstellung abgewählt wird, wird das Host-Monitoring deinstalliert statt abgeschaltet. Hierfür können Tag-Kategorien für das HA-Level der virtuellen Maschine erstellt werden, um bei der VM-Erstellung einfach die jeweilige Kategorie zuzuweisen.

Der große Vorteil der Tags liegt weniger in der Funktion, die sie bieten, sondern vielmehr in ihrem Speicherort. In heutigen Rechenzentren passiert so vieles, dass das Speichern von Informationen an vielen unterschiedlichen Orten bei einem Systemausfall zu großen Problemen führen kann. Virtuelle Umgebungen sind enorm komplex und bei so vielen unterschiedlichen Risikofaktoren ist es keine Frage, ob eine IT-Abteilung von einem Ausfall getroffen wird, sondern eher wann.

Zu wissen, welche Einstellungen für jede einzelne virtuelle Maschine gelten, kann nicht nur für die Verwaltung einen großen Unterschied machen, sondern auch bei der Wiederherstellung und bei Compliance-Fragen. Zwar hat jede virtuelle Maschine eine Beschreibung, aber mit Tags kann noch viel mehr gemacht werden, von einfachen Filter-Funktionen bis hin zur Nutzung über die PowerCLI. Dabei sollte man beachten, dass Tags nur dann hilfreich sind, wenn sie auch konsistent genutzt werden. Wenn man sich für den Einsatz von Tags entscheidend, dann müssen sie auch bei jeder einzelnen virtuellen Maschine verwendet werden, weil sonst die Konsistenz der gesamten Umgebung infrage gestellt wird.

Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass sich die Funktionen der Tags abhängig vom verwendeten Client durchaus unterscheiden könnten. Derzeit bietet der alte, Flash-basierte Client noch mehr Funktionen als der neue HTML5-Client. Das dürfte sich aber mit der Zeit ändern.

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Nächste Schritte

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Artikel wurde zuletzt im September 2017 aktualisiert

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