Windows 8 Enterprise: Die Vor- und Nachteile von Windows to Go

Mit Windows to Go lässt sich Windows 8 Enterprise vom USB-Stick starten. So sind neue BYOD-Szenarien möglich. Allerdings gibt es Einschränkungen.

Windows to Go ermöglicht Administratoren eine neue Art, ihren Nutzern Windows 8 anzubieten. Allerdings bringt diese...

Funktion auch einige Nachteile.

Microsoft ist nicht tot und es sieht nicht so aus, als würde sich das in der nächsten Zeit ändern. Es stimmt zwar, dass Apple in letzter Zeit Innovationen vorangetrieben hat, anderseits hat der Konzern den Unternehmensbereich kategorisch ignoriert. Um Microsoft ist es dagegen ruhig geworden, während der Konzern an einem System gearbeitet hat, das die Art zu Arbeiten grundsätzlich verändern soll. Eine dieser Lösungen ist Windows to Go.

Ich habe Windows to Go seit etwa eineinhalb Jahren im Einsatz, lange bevor es anderen zugänglich war. Hier ist mein Fazit: Die Technik funktioniert, allerdings muss man beim Einsatz intelligent vorgehen.

Windows to Go ist im Grunde ein komplettes Betriebssystem auf einem USB-Stick. Microsoft sieht darin einen Weg, die Unternehmensumgebung auf jedes Gerät auszuweiten, auf das der Angestellte trifft. Windows to Go bietet sich als Alternative zu virtualisierten Desktops an. Abhängig vom jeweiligen Unternehmen lassen sich damit bei den Hardware-Kosten zwischen 17 Prozent bis 22 Prozent einsparen (das zumindest geht aus den Daten hervor, die ich zu sehen bekam).

Wer als Administrator für virtuelle Systeme nun an Windows to Go interessiert ist, sollte allerdings einige Dinge zur Funktionsweise sowie mögliche Nachteile verstehen.

Die Vorteile von Windows to Go

Zunächst die gute Nachricht: Windows to Go funktioniert. Ein Image lässt sich mit Hilfe bekannter Tools wie dem System Center Configuration Manager relativ einfach auf einen USB-Stick deployen. Anschließend nehmen Sie einfach den USB-Stick, booten ein System damit und – voila – Sie haben Zugriff auf Ihren Unternehmens-Desktop. Die Installation enthält zudem vordefinierte Sicherheitsfunktionen, etwa Bitlocker, VPN-Verbindungen und so weiter. Damit muss man diese nicht mehr per Hand auf dem jeweiligen System einrichten.

Zweitens: Latency ist kein Problem. Wird Bring your own Device (BYOD) mittels virtueller Desktops abgebildet, gibt es meist eine Verzögerung zwischen den Eingaben. Diese Verzögerungen können Nutzer enorm frustrieren, vor allem wenn die Virtuelle Desktop Infrastruktur (VDI) in einem anderen Land angesiedelt ist. Mit Windows to Go fällt dieser Nachteil komplett weg.

Drittens, die Technik funktioniert mit den meisten Systemen. Ich konnte es auf Hardware mit Windows 7 und Windows 8 testen, allerdings nicht auf XP-basierten Geräten. Solange man allerdings vom USB-Stick aus booten kann, dürfte es keine größeren Probleme geben. Auf Geräten mit Linux oder Android gab es ebenfalls keine Probleme, lediglich auf Mac-Systemen kam es zu kleineren Treiberproblemen. Hier gibt es aber einen einfachen Workaround: In Kombination mit einem System wie Parallels lassen sich Schwierigkeiten aushebeln.

Die Nachteile von Windows to Go

Der wichtigste Punkt zuerst: Windows to Go funktioniert nicht mit jedem USB-Stick. Die USB-Sticks müssen bestimmte Vorgaben erfüllen. Microsoft zertifiziert sie und hat hier eine Liste mit kompatiblen Sticks zusammengestellt. Das Einrichten der Sticks sollte zudem lokal erfolgen, ein Remote-Provisioning schlägt fast immer fehl.

Zudem funktioniert Windows to Go nicht mit jeder Hardware. Stellen Sie sicher, dass die Treiber für spezifische Hardware möglichst auf dem USB-Stick gespeichert sind. Normalerweise sollten die Nutzer die passenden Treiber herunterladen können, Schwierigkeiten könnte es allerdings bei WLAN- oder Netzwerkkartentreibern geben. Falls diese nicht auf dem USB-Stick sind, ist keine Netzwerkverbindung möglich und Sie könnten entsprechend Probleme bekommen.

Wie ich bereits zuvor erwähnt habe, unterstützt das USB-System BitLocker. Sie sollten allerdings darauf achten, dass ein entsprechender TPM-Chip im jeweiligen Endgerät verbaut ist, sonst funktioniert BitLocker wahrscheinlich nicht. Das bedeutet in der Praxis, dass ein billiges 200-Euro-Netbook wahrscheinlich nicht mit der Unternehmensumgebung zusammenarbeitet.

Das nervigste Problem ist allerdings, dass Daten auf dem Windows to Go USB-Stick bei einem Defekt verlorengehen können. Falls das passiert gibt es keine Möglichkeit, die Daten wiederherzustellen (zumindest keine, die ich gefunden hätte). Das Problem lässt sich allerdings umgehen, wenn die Nutzer ihre wichtigen Informationen auf Netzwerklaufwerken oder in der Cloud ablegen.

Windows to Go steckt, was die Nutzungszahlen angeht, noch in den Kinderschuhen, hat aber theoretisch eine große Zukunft. In meiner Umgebung hatte ich damit erstmals eine ernsthafte Diskussion über die vollständige BYOD-Unterstützung. Anderseits ist Windows to Go kein Allheilmittel, mit dem sich schlechte Praktiken lösen lassen. Solange Sie diese nicht in den Griff kriegen, hilft auch die beste Technik nicht.

Artikel wurde zuletzt im August 2013 aktualisiert

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