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Windows 10: Die Kompatibilität von Anwendungen prüfen

Kaum ein Unternehmen oder eine Fachabteilung kommt ohne schon etwas betagte Anwendungen aus, die unter Windows 10 Probleme bereiten können. Ein Kompatibilitäts-Tool hilft da weiter.

In vielen Unternehmen benötigen Endbenutzer unabdingbar Legacy-Anwendungen, um ihrer Tätigkeit nachzukommen. Dies sollten IT-Abteilungen und Administratoren berücksichtigen, wenn ein Umstieg auf Windows 10 ansteht. Daher müssen IT-Teams die Kompatibilität dieser Applikationen mit Windows 10 überprüfen.

Ein umfassender Applikationstest ist in der Realität jedoch oftmals nicht praktikabel. Zudem sind Kompatibilitätsprobleme nicht immer offensichtlich. Nur weil eine Legacy-Anwendung augenscheinlich unter Windows 10 läuft, heißt dies nicht, dass alle Features wie vorgesehen funktionieren. Hier kann nur ein granulares Testen spezifische Probleme aufdecken.

Umfangreiche Anwendungstests sind oftmals auch aufgrund der schieren Anzahl der Anwendungen keine praktikable Lösung. So hat eine Umfrage von Netskope ergeben, dass durchschnittlich in Unternehmen 508 Anwendungen zum Einsatz kommen. Andere Schätzungen gehen sogar von einer annähernd vierstelligen Anzahl aus. So oder so sind IT-Abteilungen kaum in der Lage diese Menge im Hinblick auf die Windows-10-Kompatibilität zu untersuchen.

Das Microsoft Application Compatibility Toolkit

Eine der besten Ansätze, die Windows-10-Kompatbilität von Legacy-Anwendungen zu überprüfen, ist das Microsoft Application Compatibility Toolkit. Dies ist Bestandteil des Windows 10 Assessment and Deployment Kit (ADK). Das Windows ADK ist versionsabhängig, daher muss sichergestellt werden, dass exakt die richtige Version heruntergeladen wird. Für jedes Windows-10-Build steht eine eigene Version zum Download parat. Es muss die Version Verwendung finden, die auf den Clients zum Einsatz kommen soll.

Abbildung 1: Aus dem Windows ADK können Administratoren die Anwendungskompatibilitäts-Tools bei der Installation auswählen.

Das Windows ADK besteht aus einer ganzen Reihe von individuellen Tools. Beim Installationsprozess kann man die gewünschten Werkzeuge auswählen. In diesem Fall sind dies die Anwendungskompatibiltäts-Tools.

Der Compatibilty Administrator

Das wichtigste Werkzeug der Anwendungskompatiblitäts-Tools ist der Compatibility Administrator. Dieses Tool hat zwei Aufgaben. Zum einen bringt es bereits eine Reihe von Korrekturen und Fixes für eine Vielzahl von Windows-Anwendungen mit. Diese sind in einer umfangreichen Liste aufgeführt, darin finden sich zahlreiche Programme unterschiedlichste Art. Zudem hilft der Compatibility Administrator auch beim Ausführen von Programmen, die dort noch nicht gelistet sind. Denn die Chancen stehen relativ gut, dass das Tool erkennt, was zum Ausführen dieser individuellen Anwendung nötig ist.

Der Compatibility Administrator stellt Shims bereit. In einem Shim wird alternativer Code abgebildet, bestimmte Aufrufe können so umgeleitet werden. Einer bestehenden Anwendung wird so eine Art Erweiterung in Sachen Kompatibilität hinzugefügt. Ein Shim enthält bestimmte Bestandteile und die Fixes, die Administratoren für jede ausführbare Datei anwenden müssen.

Der Compatibility Administrator bringt für zahlreiche Anwendungen bereits fertige Shims mit.
Abbildung 2: Der Compatibility Administrator bringt für zahlreiche Anwendungen bereits fertige Shims mit.

Mit Hilfe des Compatibilty Administrator können IT-Abteilungen auch eigene Shims anlegen, für diejenigen Anwendungen, die nicht in der Datenbank enthalten sind. So können Admins eine eigene Datenbank anlegen und dann dort per rechter Maustasten den Befehl Create New/Application Fix aufrufen.

So können Administratoren eine Anwendung in einem Kompatitibilitätsmodus ausführen, der mit einer früheren Windows-Version übereinstimmt. Das Tool kann auch dazu verwendet werden, um einzelne Aspekte für eine Anwendung anzupassen – etwa die Bildschirmauflösung.

Abbildung 3: Auch wenn sich eine Anwendung nicht in der Datenbank befindet, können Administratoren für ein entsprechendes Shim sorgen und so sicherstellen, dass die Applikation in einem Kompatibilitätsmodus läuft.

Auch wenn der Compatibility Administrator wirklich gute Dienste bei der Nutzung von Legacy-Anwendungen leisten kann, sollte man wenn möglich auch den Softwareanbieter kontaktieren. Eventuell existiert ja ein spezieller Windows-10-Patch für das Programm, so dass kein Shim zum Einsatz kommen muss.

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Nächste Schritte

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Artikel wurde zuletzt im November 2017 aktualisiert

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