Was sie gegen Performance-Problemen bei VDI tun können

In VDI-Umgebungen lassen sich Boot Storms, Malware Scans und Mangel an Arbeitsspeicher nicht verhindern, was sich auf die Performance niederschlägt.

Leistungsspitzen können nicht verhindert werden, aber die Performance-Probleme, die damit verbunden sind, lassen...

sich verringern. Nutzen Sie Ihre Hardware sinnvoll und planen Sie Boot Storms für weniger anforderungsreiche Zeiten.

Erhöhte Leistungsanforderungen VDI-Umgebungen sind ein bekanntes Problem, aber es gibt Gegenmaßnahmen, mit denen sich die Auswirkungen von Leistungsspitzen minimieren lassen.

Erhöhte Anforderungen, auch Demand Spikes genannt, gehören zu den häufigsten Problemen in VDI-Umgebungen. Administratoren können allerdings Vorkehrungen treffen. Somit wirken sich diese extremen Spitzenlasten weniger negativ auf die Performance aus.

Virtuelle Desktops laufen auf gemeinsam genutzter (shared) Hardware. Gibt es erhöhte Anwender-Aktivitäten, belastet das die Hardware. Das Resultat sind Performance-Probleme in der VDI-Umgebung (Virtual Desktop Infrastructure). Spitzenlast-Zeiten lassen sich in VDI-Umgebungen niemals komplett vermeiden. Boot Storms, Scans nach Malware und Engpässe beim Arbeitsspeicher tragen alle zu den Leistungsspitzen bei. Die Auswirkungen lassen sich allerdings mildern. Das Preloading von Desktops, das Ablegen von Pagefiles auf virtuellen Festplatten sowie inkrementelle Scans können Abhilfe schaffen. Die effiziente Nutzung der verfügbare Hardware ist allerdings das beste Mittel, diesen erhöhten Anforderungen entgegen zu wirken.

Preloading virtueller Desktops

Betreten Anwender am Morgen den Arbeitsplatz, werden in relativ kurzer Zeit sehr viele virtuelle Desktops hochgefahren, was in einem Boot Storm resultiert. Sie vermeiden das am einfachsten, indem Sie mithilfe eines zeitgesteuerten Prozesses die meisten virtuellen Desktops automatisch starten. Das Ganze sollte abgeschlossen sein, bevor die Mitarbeiter im Büro erscheinen. Das Preloading eliminiert die Boot Storms nicht wirklich. Allerdings lassen Sie den Boot Storm auf die VDI-Umgebung los, bevor die Anwender erscheinen. Weiterhin geschieht es zu einem Zeitpunkt, an dem das Netzwerk nicht ausgelastet ist. Da niemand im Büro ist, bekommt keiner die Auswirkungen der erhöhten Anforderungen zu spüren.

Deaktivieren Sie nicht die Pagefiles von Windows

Manchmal begehen Administratoren den Fehler, die Windows-Pagefiles zu deaktivieren. Damit möchten Sie die I/O-Last des virtuellen Desktops reduzieren. Die Idee der Deaktivierung der Pagefiles ist, dass Windows dann nicht mehr auf virtuellen Arbeitsspeicher angewiesen ist. Dieser ist nicht nur langsamer als physisches RAM, sondern benötigt auch Storage-Performance.

Das Problem beim Entfernen der Pagefiles ist das generelle Windows-Design. Das Microsoft-Betriebssystem ist geschaffen, mit einem solchen Pagefile zu arbeiten. Sollte sich der virtuelle Arbeitsspeicher füllen und es ist keine Pagefile verfügbar, wird Windows relativ schnell instabil. Anstatt das Pagefile vollständig zu deaktivieren, sollten Administratoren eine virtuelle Pagefile auf virtuellen Festplatten platzieren und das am besten auf einer dedizierten LUN. Auf diese Weise ist durch die Pagefile verursachtes Storage-Performance von den Festplatten isoliert, die von den virtuellen Desktop-Betriebssystemen oder -Applikationen genutzt werden.

Führen Sie inkrementelle Malware Scans aus

Malware Scans können ebenfalls für Spitzenlasten verantwortlich sein, da diese automatisierten Prozesse viel Lese-I/Os verursachen. Es gibt viele verschiedene Ansätze, wie man mit dem Overhead umgeht, den Malware Scans verursachen. Eine spezielle Herangehensweise ist allerdings ein Produkt zu benutzen, das inkrementelle Malware Scans durchführt.

Hinter dieser Technologie verbirgt sich die Idee, dass man unmodifizierte Daten nicht noch einmal auf Malware überprüfen muss. Inkrementelle Malware Scans behalten die Schreib-Operationen im Auge und scannen lediglich Dateien und Ordner, die zuvor noch nicht überprüft wurden. Daten, die seit dem letzten Scan nicht modifiziert wurden, bleiben ebenfalls außen vor. Setzen Sie diese Methode ein, reduzieren Sie damit den durch Malware Scans verursachten Overhead enorm.

Logon Storms mildern

Anmeldespitzen oder Logon Storms sind das Resultat, wenn sich viele Anwender gleichzeitig anmelden. Im Gegensatz zu Boot Storms können Administratoren Logon Storms nicht durch Preloading adressieren. Logon Storms vermeiden Sie am besten, indem Sie den bestmöglichen Authentifizierungs-Service zur Verfügung stellen.

Eine Möglichkeit ist, den VDI-Host-Server und einen Domänen-Controller mit einem herkömmlichen physischen Switch zu verbinden. Damit stellen Sie eine direkte und sehr schnelle Verbindung zum Domänen-Controller her. Damit ist unter Umständen die Performance beim Anmelden besser. Außerdem hilft es möglicherweise, die Domänen-Controller mit SSD-Storage (Solid State Drive) auszustatten.

Knausern Sie nicht beim Arbeitsspeicher

Server-Hardware ist teuer und Administratoren sind oft einem gewissen Budget-Druck ausgesetzt. Deswegen wollen sie die höchstmögliche Dichte ihrer virtuellen Desktops erreichen. Oftmals schafft man eine höhere Dichte, indem man den virtuellen Desktops weniger physischen Arbeitsspeicher zur Verfügung stellt. Machen Sie allerdings Abstriche beim Arbeitsspeicher, kann sich das kontraproduktiv auswirken. Wie bereits erwähnt, verwendet Windows eine Pagefile, um Mangel an physischem Speicher auszugleichen. Die Verwendung der Pagefiles führt allerdings zu schlechterer Performance und größeren I/O-Lasten. Aus diesem Grund ist es wichtig, die virtuellen Desktops mit ausreichend Arbeitsspeicher auszustatten.

Ebenfalls wird beim Provisioning von virtuellen Desktops gerne übersehen, dass Windows Vista und spätere Betriebssystemen über die SuperFetch-Funktion verfügen. Unter Windows XP nannte sich das PreFetcher. Aus diesem Grund ist viel Arbeitsspeicher ebenfalls wichtig. SuperFetch ist so designend, dass es Dateien im Arbeitsspeicher cached. Das verbessert die Boot-Zeit des Systems und die Startzeiten von Anwendungen. Zum Beispiel legt SuperFetch die am häufigsten verwendeten Anwendungs-Binärdateien im Cache ab. Somit starten diese Anwendungen so schnell wie möglich. Läuft ein virtueller Desktop auf einer SSD, ist es möglicherweise besser, die Cache-Funktion mithilfe von Gruppenrichtlinien zu deaktivieren. Glaubt man einigen Benchmarks, bietet SuperFetch nur wenige bis gar keine Vorteile, wenn sich das Betriebssystem und die Anwendungs-Dateien auf einer SSD befinden.

Artikel wurde zuletzt im August 2014 aktualisiert

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