Von ESX über Hyper-V bis KVM: Überblick über die zehn wichtigsten Hypervisoren

Im Virtualisierungs-Markt gibt es viele verschiedene Produkte. Dieser Überblick stellt die wichtigsten zehn Hypervisoren vor.

Sobald Sie sich für die Art des Hypervisor-Typs entschieden haben, Typ 1 oder Typ 2, müssen Sie noch die für Ihre...

Ansprüche optimale Hypervisor-Technologie wählen. Hypervisor-Produkte der großen Virtualisierungs-Anbieter haben alle Vor- und Nachteile. Bevor Sie eine Wahl treffen, sollten Sie sich daher die Funktionen der nachfolgenden Bare-Metal- (Typ 1) und Hosted-Hypervisoren (Typ 2) zu Gemüte führen.

Bare-Metal-Hypervisoren für Virtualisierung

VMware ESX und ESXi

VMware stellt die ausgereifteste Hypervisor-Technologie zur Verfügung. Diese enthält fortschrittliche Funktionen und Skalierbarkeit. Allerdings kann VMwares Bare-Metal-Hypervisor für Virtualisierung teuer zu implementieren sein, da zum Beispiel die Lizenzkosten sehr üppig sind. Der Hersteller bietet allerdings auch eine freie Version von ESXi an. Diese ist allerdings ziemlich abgespeckt und enthält nicht die fortschrittlichen Enterprise-Funktionen der kommerziellen Edition. VMware bietet darüber hinaus kostengünstigere Bundles an, die Hypervisor-Technologie für kleinere Infrastrukturen erschwinglicher macht.

Microsoft Hyper-V

Microsoft Hyper-V hat sich zu einer ernsthaften Alternative zu VMware ESX und ESXi entwickelt. Hyper-V hat zwar noch nicht so viele fortschrittliche Funktionen wie VMwares Produktlinie, allerdings ist die enge Verknüpfung mit Windows attraktiv. Microsofts Hyper-V ist vielleicht der beste Hypervisor für Unternehmen, die ohne viel Schnickschnack auskommen. Microsofts Hypervisor ist in Windows Server enthalten oder als kostenlose Standalone-Komponente erhältlich.

Citrix XenServer

Citrix XenServer ist eine ausgereifte Plattform, die als Open-Source-Projekt angefangen hat. Die Kern-Hypervisor-Technologie ist also frei erhältlich. Wie bei VMwares kostenlosem ESXi gilt allerdings auch hier, dass sie kaum fortschrittliche Funktionen mit sich bringt. Citrix hat daher auch diverse kommerzielle Editionen von XenServer im Portfolio. Diese bieten fortschrittliches Management, Automatisierung und Verfügbarkeits-Funktionen an. Obwohl Citrix damit einen stabilen Bare-Metal-Hypervisor anbietet, tut sich die Firma mit ihrem Produkt schwer, mit Microsoft und VMware zu konkurrieren.

Oracle VM

Oracle VM ist ein Eigengewächs, das auf der Hypervisor-Technologie von Open-Source-Xen basiert. Wenn Sie allerdings Support für den Hypervisor und Updates haben wollen, müssen Sie auch hier dafür bezahlen. Auch Oracle VM ist ein Hypervisor ohne viel Schnickschnack. Allerdings fehlen hier ebenfalls viele der fortschrittlichen Funktionen, die Sie in anderen Bare-Metal-Hypervisoren finden. Wie bei XenServer gilt auch bei Oracle VM, dass der Entwicklungs-Zyklus länger und limitiert ist. Deswegen ist es schwer, mit VMware und Hyper-V zu konkurrieren. Ein Vorteil von Oracle VM ist allerdings, dass die Software für die meisten Oracle-Produkte zertifiziert ist. Deswegen gibt es an dieser Stelle keine Probleme mit dem Support.

Hosted-Hypervisoren für Virtualisierung

VMware Workstation, Fusion und Player

VMware Player ist ein kostenloser Hypervisor, mit dem Sie lediglich eine einzige virtuelle Maschine (VM) hosten können. Außerdem können Sie damit keine virtuellen Maschinen erstellen. VMware Workstation dagegen ist ein etwas ausgefeilterer Hypervisor, der einige fortschrittliche Funktionen wie zum Beispiel Snapshots mit sich bringt. VMware Workstation kostet zirka 189 US-Dollar und hat drei hauptsächliche Anwendungs-Fälle:

  • Das Hosten verschiedener Betriebssysteme oder Betriebssystemversionen auf einem OS oder einem Desktop,
  • das Betreiben einer Sandbox-Umgebung mit Snapshots und
  • Test-Umgebungen.

VMware Fusion ist die Mac-Version von Workstation und kostet lediglich 89 US-Dollar. Allerdings bringt es weniger Funktionen und Leistungsfähigkeit als Workstation mit sich. Diese Hypervisor-Technologie eignet sich am besten, um Windows oder Linux auf Mac OS X laufen zu lassen.

VMware Server

VMware Server ist ein kostenloser Hosted-Hypervisor, der sehr ähnlich zu VMware Workstation ist. VMware Server bringt aber weniger Funktionen als VMware Workstation mit sich und unterstützt lediglich einen Snapshot pro virtueller Maschine. Diese Hypervisor-Technologie wurde entwickelt, um ohne Bildschirm, Maus und Tastatur zu laufen. Dafür gibt es ein Netzwerk-basiertes Administrations-Tool. Weiterhin ist VMware Server optimiert, um Server-ähnliche Workloads zu betreiben. Seit 2009 wird VMware Server nicht mehr weiter von VMware entwickelt. Die Software funktioniert aber immer noch als einfacher Hypervisor und ist eine Alternative zur kostenlosen Version von ESXi.

Microsoft Virtual PC

Microsoft hat die Technologie zu Virtual PC von Connectix im Jahre 2003 gekauft und es in Virtual PC 2004 umbenannt. Die aktuellste Version dieser Hypervisor-Technologie, Windows Virtual PC, läuft lediglich auf Windows 7 und unterstützt nur Windows-Betriebssysteme als Gäste. Ein häufiges Einsatzgebiet ist das Betreiben älterer Anwendungen in einem Desktop mit Windows 7, indem man ältere Windows-Versionen virtualisiert. Virtual PC ist kostenlos. Anwender mit Lizenzen von Windows 7 Professional, Enterprise und Ultimate erhalten es so gesehen als Appliance, die sich dann Windows XP Modus nennt.

Oracle VM VirtualBox

Oracle VM VirtualBox ist ein leistungsfähiger Hypervisor, der sich für viele Anwendungsfälle eignet und viele verschiedene Ansprüche erfüllt. Die Hypervisor-Technologie von VirtualBox stellt eine anständige Performance und gute Funktionen zur Verfügung. Das gilt vor allen Dingen dann, wenn das Budget klein ist. Die Software ist kostenlos und recht schonend mit den Ressourcen. Weiterhin bietet VirtualBox viele Funktionen, die Sie auch in VMware vSphere und Microsoft Hyper-V wiederfinden. Oracle VM VirtualBox ist damit eine anständige Alternative für kostspieligere Hypervisoren. Das gilt sowohl für Server- als auch Desktop-Virtualisierung.

Red Hat Enterprise Virtualization

Red Hats Kernel-basierte Virtual Machine (KVM) bringt sowohl Qualitäten von Hosted- als auch Bare-Metal-Hypervisoren mit sich. KVM verwandelt Linux selbst in einen Hypervisor, wodurch die virtuellen Maschinen direkten Zugriff auf die physische Hardware erhalten. KVM in Red Hat Enterprise Virtualization bietet viele Enterprise-Funktionen und bringt einen Management-Server mit sich, um damit mehrere KVM-Hosts verwalten zu können. Die Hypervisor-Technologie ist allerdings nicht kostenlos. KVM beinhaltet Enterprise-Funktionen und Skalierbarkeit, allerdings fehlt es etwas an den fortschrittlichen Funktionen und APIs (Application Programming Interfaces), die Sie bei den VMware- und Microsoft-Angeboten finden.

Parallels Desktop

Parallels ist für den populären Parallels Desktop für Mac bekannt. Dieser Hypervisor ist sehr ähnlich zu VMware Fusion. Parallels bietet auch eine Desktop-Version der Hypervisor-Technologie an, die sowohl unter Windows als auch Linux läuft. Weiterhin gibt es noch eine leistungsfähigere Edition, die sich Parallels Server für Mac nennt. Hier ist die Skalierbarkeit besser und es gibt fortschrittliche Funktionen. Die Hypervisoren von Parallels sind ziemlich ausgereift und wurden erstmals im Jahre 2005 vorgestellt. Es ist ein kostengünstiges Produkt mit vielen Funktionen, das sich für diverse Anwendungs-Gebiete eignet.

Für welches Produkt sollten Sie sich entscheiden?

Sie können alle Virtualisierungs-Hypervisoren kostenlos testen. Investieren Sie daher ruhig etwas Zeit und probieren Sie die Produkte aus, die Ihnen am ehesten zusagen. Versuchen Sie aber nicht, aus der jeweiligen Hypervisor-Technologie mehr herauszuholen, als gedacht ist. Betreiben Sie zum Beispiel einen ausgelasteten Exchange-Server auf einem einfachen Hosted-Hypervisor, wird die Geschichte mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr zäh. Behalten Sie außerdem im Hinterkopf, dass virtuelle Maschinen portabel sind und sich recht einfach konvertieren lassen. Verwenden Sie einen Hypervisor und stellen später fest, dass dies nicht die optimale Wahl war, dann helfen Tools, die virtuellen Maschinen für andere Hypervisor-Technologien zu konvertieren. Wenn Sie Ihre virtuelle Infrastruktur schützen wollen, interessiert Sie vielleicht auch der Kaspersky Light Agent.

Artikel wurde zuletzt im September 2011 aktualisiert

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