Von Apps bis Startmenü: So verwalten Sie Windows 8.1 mit Gruppenrichtlinien

Windows 8.1 bringt eine ganze Reihe neuer Gruppenrichtlinien, über die sich Client-Computer steuern lassen. Wir geben einen Überblick.

Dieser Artikel behandelt

Desktop-Management

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über Gruppenrichtlinien sowohl die Benutzeroberflächen wie auch die Kommunikation mit anderen Diensten anpassen lassen. Die neuen administrativen Vorlagen adressieren Themen, die in Windows 8 vorher noch nicht wirklich abgedeckt wurden. Dazu gehören zum Beispiel auch Skripte, die nach dem Anmelden ausgeführt werden, wie Nutzer mit OneDrive zusammenarbeiten, ob die Windows-Suchfunktion Websuchen nutzen kann und inwiefern Nutzer den Startbildschirm anpassen können.

Konfiguration und Personalisieren von Windows 8.1 mit Gruppenrichtlinien

Windows 8.1 erweitert die Personalisierungsmöglichkeiten der Computerkonfigurationsgruppe um vier neue Vorgaben. Damit lässt sich steuern, inwiefern Nutzer die Desktop-Einstelllungen anpassen dürfen.

Zwei dieser Einstellungen beschäftigen sich mit dem Sperrbildschirm. Dieser wird angezeigt, wenn der Computer gesperrt ist, neu startet oder aus dem Standby-Modus geholt wird. Die Richtlinie Prevent enabling lock screen camera deaktiviert die Kamera und die Dia-Show auf dem Sperrbildschirm. Die Richtlinie Prevent enabling lock screen slide show verbietet dem Nutzer, die Kamera oder eine Dia-Show selbst zu starten, wenn der Sperrbildschirm aktiv ist.

Die nächsten zwei Richtlinien betreffen den Desktop-Hintergrund. Mit Force a specific background and accent color lässt sich ein Hintergrundbild und ein Farbschema (Angaben als RGB-Hex) definieren, das anschließend verwendet wird. Mit Force a specific Start background lässt sich ein Hintergrund für den Startbildschirm setzen. Nutzer können diese Einstellungen nicht umgehen, wenn die Richtlinien aktiv sind.

Computer- und Nutzereinstellungen für das Startmenü und die Taskleiste

Die Nutzer-Gruppe erhält mit Windows 8.1 acht neue Richtlinien, die das Startmenü und die Vorgaben für die Taskleiste beinhalten. Zwei dieser Vorgaben tauchen auch in der Computer-Gruppe auf. Die erste ist Pin Apps to Start when installed. Mit dieser Richtlinie fügt Windows neu installierte Apps direkt zum Start-Bildschirm hinzu. Allerdings muss die App-ID der Applikationen in der Richtlinie aufgelistet werden.

Die zweite Richtlinie (enthalten in der Computer- und Nutzer-Gruppe) ist Start screen layout. Damit lässt sich festlegen, wie der Start-Bildschirm für den Nutzer aufgebaut wird. Wenn Sie diese Richtlinie definieren, müssen sie eine XML-Datei hinterlegen, die das Layout der Start-Applikationen festlegt. Um diese Datei schnell zu generieren, kann man das PowerShell-cmdlet Export-StartLayout nutzen. Dieses exportiert einen angepassten Start-Bildschirm in eine XML-Datei, die sich anschließend als Vorlage nutzen lässt.

Drei weitere Richtlinien sind aufgrund ihrer Bezeichnungen recht selbsterklärend: List desktop apps first in the Apps view, Search just apps from the Apps view und Show the Apps view automatically when the user goes to Start beeinflusst die Anzeige des Modern-UI-Startmenüs entsprechend ihrem Wortlaut. Die App-Ansicht zeigt alle auf dem Desktop oder in der Modern-UI installierten Anwendungen. Nutzer können diese Ansicht selbst aufrufen, indem sie auf den Pfeil klicken, der unten im Modern-UI-Startmenü zu sehen ist.

Wenn Sie verhindern möchten, dass Nutzer Applikationen vom Start-Bildschirm entfernen, dann aktivieren Sie die Richtlinie Prevent users from uninstalling applications from Start. Wenn Sie möchten, dass die Systeme der Nutzer nach dem Boot-Vorgang die Desktop-Oberfläche statt der Modern-UI-GUI zeigen, aktivieren Sie die Richtlinie Go to the desktop instead of Start when signing in or when all the apps on a screen are closed. Die letzte Richtlinie erlaubt es Nutzern mit mehreren Bildschirmen, das Start-Menü auf dem jeweils aktiven Bildschirm anzuzeigen, wenn sie die Windows-Taste drücken. Diese Richtlinie nennt sich entsprechend Show Start on the display the user is using when they press the Windows logo key.

Mit Gruppenrichtlinien Ruhezeiten in Windows 8.1 vorgeben

Die Benachrichtigungsvorlage in der Nutzer-Gruppe hat in Windows 8.1 vier neue Richtlinien erhalten. Alle beziehen sich auf die Funktion Ruhezeiten. Diese ist neu in Windows 8.1 und erlaubt es, Zeiträume zu definieren, in denen der Nutzer die Benachrichtigung durch Applikationen abschalten kann, so dass ungestört gearbeitet werden kann.

Die Richtlinien Set the time Quiet Hours begins each day und Set the time Quiet Hours ends each day definieren, wann die Ruhezeiten starten und enden. Mit der Richtlinie Turn off calls during Quiet Hours lassen sich Sprach- oder Videoanrufe abschalten. Wer auf die Ruhezeiten-Funktion komplett verzichten will, kann sie über die Gruppenrichtlinie Turn off Quiet Hours komplett abschalten.

Gruppenrichtlinien für das System und die Computer-Konfiguration

Die Computer-Gruppe erhält mit Windows 8.1 zwei neue Vorlagen für Gruppenrichtlinien. Die erste ist Configure Group Policy Caching. Wie der Name andeutet, regelt diese Einstellung, wie Richtlinien im Cache gehalten werden. Standardmäßig speichert Windows 8.1 die Gruppenrichtlinien im Cache. Wenn die Gruppenrichtlinien synchron im Vordergrund laufen, werden die Daten aus dem Cache gelesen.

Sie können die Richtlinien Configure Group Policy Caching nutzen, um einen Timeout zu definieren und festzulegen, was bei langsamen Verbindungen passiert. Alternativ können Sie hier das Caching auch komplett deaktivieren.

Die zweite neue Richtlinie ist die Vorlage Configure Login Script Delay. Standardmäßig wartet Windows 8.1 fünf Minuten, bis die Logon-Skripte ausgeführt werden. Das soll verhindern, dass zu viele Skripte gleichzeitig ausgeführt werden und der Rechner sozusagen „verstopft“. Das bedeutet aber auch, dass Aufgaben, die durch die Skripte ausgeführt werden (etwa das Hinzufügen von Netzwerklaufwerken) erst später verfügbar sind. Sie können diese Richtlinie nutzen, um festzulegen, wie lange der Computer wartet, bevor die Skripte ausgeführt werden. Alternativ können Sie die Funktion komplett deaktivieren.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2014 aktualisiert

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