Vier Dinge, die Public-Cloud Provider niemals erzählen

Die Public Cloud ist ein lukratives Geschäftsmodell. Deswegen verschönern Provider häufig die Wahrheit. Wir verraten Ihnen, was sonst keiner erzählt.

Während wir uns mit großen Schritten auf die Public Cloud bewegen, spielen sich hinter den Kulissen der Providern...

Szenen ab, die Sie beunruhigen dürftem. Viele Firmen, die auf Public-Cloud-Dienste setzen, wissen allerdings nicht einmal etwas über diese Praktiken und wollen es wahrscheinlich auch gar nicht. Oder anders gesagt: Dinge, die Ihnen Ihr Cloud-Provider niemals auf die Nase bindet. Sehen wir uns die Top-Vier an.

1. Der Disaster-Recovery-Plan funktioniert nicht so wie angepriesen

Die meisten Cloud-Provider versichern schnell und nachdrücklich, dass sie keinen Zugriff auf Ihre Daten haben und nur Sie die Daten sehen könnten. Allerdings stimmt das nicht immer.

Viele Cloud-Provider haben Unmengen an PowerPoint-Folien, um Sie von der Ausfallsicherheit ihrer Public Cloud zu überzeugen. Allerdings sind die Lösungsansätze bei Weitem nicht immer so hochentwickelt. Außerdem testet man die versprochenen Dienste eher selten. Das Problem ist, dass die Provider sehr viel Zeit und Geld in den Aufbau der Public-Cloud-Dienste gesteckt haben. Damit sind zum Beispiel Storage, Computing und Entwicklung gemeint. Viele der Disaster-Recovery-Dienste haben nicht die Aufmerksamkeit erhalten, die sie eigentlich verdienen.

In den vergangenen Jahren sind wir bereits Zeuge einiger Ausfälle geworden. In den meisten Fällen handelte es sich um die Unfähigkeit, Failover bei Bedarf für andere Zonen oder Regionen bereitzustellen. Das sind in der Regel Probleme, die man sehen und verbessern könnte. Die gute Nachricht ist, dass Cloud-Provider ihre Disaster-Recovery-Szenarien verbessern und künftig robustere Ausfallsicherheits-Dienste bieten. Doch eigentlich sind Sie wahrscheinlich davon ausgegangen, dass dies bereits der Normalzustand ist.

2. Sie haben Daten ohne Ihr Wissen an Regierungen weitergegeben

Der NSA-Skandal ist an Niemandem vorbeigegangen. Plötzlich kam ans Tageslicht, dass die US-Regierung ein Auge auf die in der Cloud gespeicherten und bewegten Daten geworfen hat. Edward Snowden hat bekanntlich besorgniserregende Enthüllungen gemacht, dass die USA sowie Großbritannien und eventuell andere Regierungen Internet-Services ausspionieren. In vielen Fällen wussten die Anbieter davon. Durch geheime Gerichtsanordnungen wurden sie gezwungen, entsprechende Daten auszuhändigen.

Natürlich reagierten Cloud-Anbieter mit neuen Funktionen hinsichtlich der Privatsphäre. Damit hoffen sie, den Mangel an Glaubwürdigkeit nicht noch zu verschlechtern. Laut Washington Post, will Google seine Datenströme so schnell wie möglich neu verschlüsseln. Damit möchte der Suchmaschinen-Konzern der NSA und anderen Geheimdiensten ein Schnippchen schlagen. Für viele ist das allerdings nur Augenwischerei. Es wird erheblich dauern, bis man der Public Cloud wieder Vertrauen schenkt.

3. Public-Cloud-Provider haben Zugriff auf Ihre Daten

Die meisten Cloud-Provider versichern, dass sie keinen Zugriff auf Ihre Daten haben und nur Sie die Daten sehen. Allerdings stimmt das nicht immer. In einigen Fällen können Public-Cloud-Provider tatsächlich auf Ihre Daten zugreifen und werfen auch einen schnellen Blick darauf. Manchmal sind Sie von den entsprechenden Firmen dazu autorisiert. Auch ein Mitarbeiter des Anbieters könnte zum Spaß einen Blick auf die Daten werfen. Wenn Sie sich also nicht selbst um die Verschlüsslung kümmern, besteht hier ein potentielles Risiko.

Natürlich werfen die meisten Cloud-Anbieter keinen Blick auf ihre Daten. Sie interessieren sich nicht dafür, was Sie in der Cloud hinterlegen. Zumindest trifft das solange zu, bis man sich einem Gerichtsbeschluss durch die Regierung beugen muss.

4. Public Clouds sind nicht immer billiger

Manchmal sind sie kostengünstiger und manchmal nicht. In den meisten Fällen ist es preisgünstiger, auf die Public Cloud zu setzen. Allerdings müssen Sie selbst ausrechnen, ob der Einsatz einer Public Cloud tatsächlich Geld spart und somit kosteneffizienter ist.

Viele Firmen haben bereits erhebliche Summen in die Infrastruktur investiert. Ein Umzug in die Cloud ist nicht immer die richtige Entscheidung. Vor allen Dingen dann, wenn teure Ausrüstung brach liegt. Möglicherweise verschwenden Unternehmen an dieser Stelle Millionen Euro, wenn sie die bereits getätigten Investitionen nicht ausnutzen. Sie müssen also selbst eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellen und die meisten Cloud-Provider stellen diesen Umstand nicht klar in den Vordergrund.

Die genannten Punkte überraschen wenig. Public-Cloud-Angebote sind nicht perfekt und sie sind ein Geschäftsmodell. Deswegen schauen die Anbieter natürlich in erster Linie auf den eigenen Geldbeutel. Zu diesem Geschäft gehört auch das Verschleiern von Informationen. Die Public Cloud bringt letztliche aber auch einen Mehrwert.

Über den Autor: David „Dave“ S. Linthicum ist Senior Vice President von Cloud Technology Partners und ein international anerkannter Cloud-Experte und Vordenker. Er ist Autor und Co-Autor von 13 Büchern über IT-Themen. Dazu gehört auch der Bestseller Enterprise Application Integration. Linthicum wird zu vielen technologischen Konferenzen hinsichtlich Cloud-Computing, SOA, Enterprise-Applikations-Integration und Enterprise-Architektur als Keynote-Redner eingeladen.

Sein neuestes Buch ist Cloud Computing an SOA Convergence in Your Enterprise: A Step-by-Step Guide. Zu seinen Erfahrungen im Berufslebengehören Anstellungen als CTO (Chief Technology Officer) und CEO mehrerer erfolgreicher Softwareunternehmen. Weiterhin war er im höheren Management einiger Fortune-100-Firmen tätig. Er hat acht Jahre lang als Dozent für Informatik gearbeitet und gibt immer noch Vorlesungen an verschiedenen Universitäten. Dazu gehören die University of Virginia, Arizona State University und die University of Wisconsin.

Artikel wurde zuletzt im November 2013 aktualisiert

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