VMware vSphere 5: Fünf Verbesserungen für Virtualisierung von Exchange-Servern

VMware vSphere 5 bietet mit über 140 neuen Funktionen verbesserte Performance und Servicequalität Ihrer Virtual Machine.

In vSphere 5 von VMware gibt es eine Vielzahl neuer Funktionen, die Performance, Storage und Servicequalität von...

virtualisierten Servern verbessern sollen. Einige davon sind vor allem für virtuelle Exchange-Server interessant.

Von den insgesamt mehr als 140 neuen Funktionen in vSphere 5 haben wir für Sie fünf herausgesucht, die bei der Virtualisierung von Exchange-Servern den größten Nutzen versprechen:

1. Storage Distributed Resource Scheduler

Eines der beeindruckendsten neuen Features in vSphere 5 ist der Storage Distributed Resource Scheduler (SDRS). Herkömmliche Distributed Resource Scheduler (DRS) von VMware bringen virtuelle Maschinen (VMs) automatisch auf Servern mit geringer Auslastung von CPU und RAM unter; außerdem erfolgt eine automatische Lastverteilung, indem VMs dynamisch von einem Host zum nächsten verlagert werden, wenn nicht genügend Ressourcen zur Verfügung stehen.

Das neue SDRS-Werkzeug bietet diese mächtigen Funktionen ebenfalls, jedoch für virtuelles Storage. Mit anderen Worten sorgt SDRS für Folgendes:

  • VM-Diskdateien werden auf Storage untergebracht, das sich hinsichtlich Platzbedarf und Latenz dafür eignet
  • VM-Diskdateien werden so auf geteiltes Storage verteilt, dass sich insgesamt eine optimale Performance ergibt
  • VM-Diskdateien werden so auf geteiltes Storage verteilt, dass der Platzbedarf der VM stets gedeckt ist.

Wenn dem Datastore Ihrer VM der Platz ausgeht, verlagert SDRS ihre Disk-Datei also auf einen anderen, der noch genügend Kapazität hat. Auch wenn der Datastore einer VM nicht schnell genug arbeitet, verschiebt SDRS ihre Disk-Datei auf denjenigen mit der besten Performance.

Zudem hat VMware mit vSphere 5 das Konzept von „Datastore-Clustern“ eingeführt. Dabei handelt es sich schlicht um zu Gruppen zusammengefasste Datastore, die sich mit oder ohne SDRS nutzen lassen. 

Um eine gute Performance zu liefern, braucht das Storage von Exchange-Servern genügend I/O-Kapazität. SDRS löst automatisch Probleme mit Storage-I/O und -Kapazität. Dadurch werden langsames Arbeiten und Ausfälle für Ihre Nutzer vermieden.

2. Erweiterte Skalierbarkeit für Virtual Machine File System und VMs

Die neueste Version von vSphere bietet zudem mehr Skalierbarkeit für VMs und das Virtual Machine File System (VMFS). Die einzelnen Verbesserungen:

  • bis zu 512 virtuelle Maschinen pro Host
  • bis zu 160 CPU-Threads (logische CPUs) pro Host
  • bis zu 2 TB RAM pro Host
  • bis zu 32 vCPUs pro VM
  • bis zu 1 TB RAM pro VM
  • bis zu 2 TB für neue Datastores

Diese Erweiterungen sind hilfreich, wenn der Umfang Ihrer Exchange-VMs zunimmt und auch dann, wenn Sie große Dateien auf dem VMFS generieren müssen.

3. vSphere 5 Storage Appliance

Ebenfalls neu in VMware vSphere 5 ist das Konzept der vSphere Storage Appliance (VSA) – im Prinzip eine Option für virtuelles Network Attached Storage (NAS). Es wird von VMware für alle modernen vSphere-Funktionen wie vMotion, DRS, VMware High Availability (VMHA) und sogar Site Recovery Manager (SRM) voll unterstützt. Der Nachteil: Sie müssen die VSA einzeln kaufen.

VSA verwendet lokales Storage von entweder zwei oder drei VMware ESXi-Servern und dazu vCenter, wobei die Server identisch und frisch installiert sein müssen; ebenso dürfen auf den Servern keine VMs laufen, nicht einmal vCenter. Das lokale Storage wird von der VSA dann als NAS-Freigabe nach dem Protokoll Network File System (NFS) präsentiert.

Ausgerichtet ist die VSA auf kleine bis mittelgroße Unternehmen, die noch kein eigenes Storage Area Network (SAN) oder NAS haben und für Server-Virtualisierung VMware einsetzen. Besonders geeignet ist sie für die Verwendung in dezentralen Büros oder Filialen, für die sich die Kosten für ein NAS kaum rechtfertigen lassen.

VSA hat noch einen besonderen Vorteil: wenn ein ESXI-Host verloren geht, laufen die VMs der gesamten VSA ohne Unterbrechung weiter. Damit bietet VSA bessere Verfügbarkeit und Redundanz als ein Hardware-basiertes NAS/SAN zu einem deutlich niedrigeren Preis als bei redundantem NAS/SAN.

Wie also hilft VSA bei virtualisierten Exchange-Infrastrukturen? Als einziges NAS/SAN in einem großen Rechenzentrum mit hunderten von VMs einschließlich Exchange ist sie vielleicht nicht zu empfehlen. Für Zweigstellen-Büros in größeren Unternehmen, die eine lokale Exchange-Infrastruktur brauchen, aber ist sie geradezu ideal. Denn mit ihrer Hilfe können Sie auf eigene NAS-Hardware verzichten und trotzdem hohe Verfügbarkeit erreichen.

4. Replikation unter VMware vSphere

Vor vSphere 5 konnte man virtuelle Infrastrukturen nur entweder mit dem VMware Site Recovery Manager (SRM) und einem Hardware-SAN schützen oder mit anwendungsspezifischen Recovery-Werkzeugen. Sie mussten also entweder zwei Hardware-SANs mit Replikation kaufen oder viel Geld für den Schutz von Einzel-Anwendungen wie Exchange Server ausgeben.

Mit vSphere 5 und SRM5 hat VMware jedoch die Möglichkeit von „Host-basierter Replikation“ eingeführt. Dies bedeutet: Ein ESXi-Server kann direkt auf einen anderen ESXi-Server in einem Backup-Rechenzentrum replizieren; damit entfällt die Notwendigkeit für zwei Hardware-basierte SANs mit Replikation.

Alternativ können Sie die Replikation auch von einem Hardware-SAN, über das Sie vielleicht schon verfügen, auf ein anderes SAN an einem Backup-Standort vornehmen. Dies kann vielen Arten von Unternehmen enorme Kosten ersparen, denn es ermöglicht Disaster Recovery auf der Ebene einzelner VMs und Anwendungen.

VMware verlangt für die Option zur Host-basierten Replikation weniger als 200 US-Dollar pro VM bei mindestens 25 VMs, so dass sich Mindestkosten von etwa 5000 Dollar ergeben. Dies ist weitaus günstiger als die anderen beiden Möglichkeiten. Wie Sie also sehen, lassen sich damit die Kosten für den Schutz von mit vSphere 4.1 virtualisierten oder sogar physischen Exchange-Servern deutlich reduzieren.

5. vSphere 5 vCenter Server Appliance und vSphere Web Client

Zu meinen Favoriten in vSphere 5 zählen die vCenter Server Appliance (vCSA) und der neue vSphere Web Client.

Bei der vCenter Server Appliance handelt es sich um eine virtuelle Appliance, die Sie in Ihre Infrastruktur importieren können, um vCenter schnell zum Laufen zu bringen. Damit sparen Sie nicht nur die Zeit für die Installation von Windows, Datenbank und der vCenter-Anwendung, Sie sparen auch Geld, weil Sie keine weitere Lizenz für Windows Server kaufen müssen.
Dabei wird vCSA nicht nur mit allen Lizenzen für vSphere 5 kostenlos mitgeliefert, sondern aktiviert als Voreinstellung auch den neuen vSphere Web Client – sie müssen also nichts installieren. Der vSphere Web Client hat zwar nicht denselben Funktionsumfang wie der Windows-Client von vSphere, doch immerhin etwa 80 Prozent von dem, was Sie wirklich brauchen dürften. Damit ist er eine gute Option für typische alltägliche Administrator-Tätigkeiten bei Virtualisierung.

Nach Aussage von VMware zeigen die (Linux-basierte) vCSA und der vSphere Web Client, in welche Richtung das Unternehmen künftig gehen möchte. Also könnte es sich lohnen, sich schon jetzt damit vertraut zu machen.

Insgesamt erscheint es als gute Idee, bei der Virtualisierung von Exchange-Servern mit vSphere 5 zu arbeiten. Dafür sprechen innovative Funktionen, bessere Skalierbarkeit, einfache Administration und die überzeugenden Optionen für Disaster Recovery. Weitere Informationen über vSphere 5 finden Sie hier.

ÜBER DEN AUTOR: David Davis ist Autor der erfolgreichen Schulungsvideos über VMware vSphere bei Train Signal. Er hat hunderte von Artikeln über Virtualisierung im Web veröffentlicht und mit mehr als 18 Jahren Erfahrung mit IT in Unternehmen Zertifizierungen als vExpert, VCP, VCAP-DCA und CCIE. Als persönliche Website betreibt er VMwareVideos.com.

Artikel wurde zuletzt im Januar 2012 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Server-Konsolidierung mit Virtualisierung

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

Close