VMware EVO:RAIL: Gibt es Unterschiede zwischen den VMware-Partnern?

Für seine EVO:RAIL-Appliance hat sich VMware verschiedene Hardware-Partner ins Boot geholt. Welche Unterschiede gibt es zwischen deren Produkten?

Auf der VMworld und der VMworld Europe 2014 hat VMware mit der Ankündigung seiner EVO:RAIL-Appliances große Aufmerksamkeit...

erregt und mit diesem Schritt gezeigt, welche Bedeutung der Virtualisierungs-Gigant dem Markt für (hyper-)konvergente Hardware beimisst.

Dieser erste von zwei Artikeln geht daher der Frage nach, auf welcher Technologie EVO:RAIL basiert und worin die Unterschiede zwischen den verschiedenen OEM-Partnern bestehen. Der zweite Artikel wird anschließend die möglichen Einsatzzwecke von EVO:RAIL sowie Vor- und Nachteile der Appliance aufzeigen.

Betrachtet man die technischen Fakten, dann handelt es sich bei VMware EVO:RAIL um vorgefertigte und vorkonfigurierte Standard-Blade-Server mit integrierten Netzwerk- und Storage-Ressourcen. 

VMware fertigt die Appliance allerdings nicht selbst, sondern hat sich dazu OEM-Partner wie HP, Dell oder Fujitsu ins Boot geholt, die ihre Server zum Herzstück ihrer jeweiligen EVO:RAIL-Angebote machen. Von VMware kommt schließlich der Software-Stack bestehend aus vSphere, vSAN, vRealize Log Insight und der neuen EVO:RAIL-Engine.

Technische Fakten rund um EVO:RAIL

VMware-Kunden beziehen EVO:RAIL daher nicht direkt von VMware, sondern von den Hardware-Partnern. Durch einen Verifikationsprozess der Hardware verspricht VMware seinen Kunden unabhängig vom Hersteller der Appliance eine immer gleichermaßen einfache Bereitstellung von EVO:RAIL innerhalb von rund 15 Minuten. 

Möglich macht dies die neue EVO:RAIL-Engine, die laut VMware während der Installation im Hintergrund automatisch mehr als 200 Aufgaben wie die Bereitstellung einer Datenbank oder die Installation eines Webservers erledigt.

Über die Unterschiede zwischen den EVO:RAIL-Appliances der verschiedenen OEM-Partner besteht derzeit noch wenig Klarheit.

Die Appliance beansprucht im Rack zwei Höheneinheiten Platz und lässt sich auf bis zu vier Appliances skalieren. Eine EVO:RAIL-Appliance soll genug Performance für 100 virtuelle Maschinen oder 250 virtuelle Desktops liefern. Für beide Anwendungsfälle bietet VMware unterschiedliche Appliances, die sich allerdings nur im Umfang der integrierten Software (VMware Horizon 6 für VDI-Umgebungen) unterscheiden. 

Zum Einsatz kommen unabhängig vom Hersteller Dual Socket-CPUs des Type Intel Xeon 2620 v2 mit sechs Kernen, laut einzelnen Herstellern sollen die Appliances demnächst aber auch mit Intels neuem Haswell-Chip Xeon E5-2600 v3 bestückt werden.

Zusätzlich stehen bis zu 192 Gigabyte Arbeitsspeicher, 146 Gigabyte ESXi-Boot-Speicher, 400 Gigabyte SSD-Speicher als Read-/Write-Cache und drei 1,2 Terabyte-Festplatten als vSAN-Datenspeicher zur Verfügung. Ebenfalls für vSAN ist ein PCIe-Slot verbaut, die Netzwerkanbindung erfolgt über zwei 10-Gigabit-Ethernet-Anschlüsse (RJ45 oder SFP+).

Dell, HP oder Fujitsu – Worin unterscheiden sich die Appliances unterschiedlicher Hersteller?

Über die Unterschiede zwischen den EVO:RAIL-Appliances der verschiedenen OEM-Partner besteht derzeit noch wenig Klarheit, da nach der Ankündigung bisher noch kaum Appliances ausgeliefert wurden und die meisten Hersteller die Verfügbarkeit erst mit dem ersten Quartal 2015 angeben.

Zwar hat VMware wohl überall die gleiche Messlatte angelegt, so dass zumindest in punkto Performance keine großen Unterschiede bestehen dürften. Trotzdem bewirbt zum Beispiel Fujitsu seine Appliance mit Hinweis auf die „Führungsposition in neun von 13 VMmark Benchmarks“. 

Gleichzeitig erhalten Kunden in der Regel keinen tieferen Einblick in die verbaute Hardware, was zum Beispiel durchaus qualitative Unterschiede bei den verbauten Komponenten der jeweiligen Hersteller zulassen würde.

Letztendlich dürfte die Entscheidung für einen der OEM-Partner (derzeit HP, Dell, Fujitsu, EMC, Hitachi Data Systems, Inspur, NetOne und Supermicro) zum großen Teil auf der regionalen Verfügbarkeit sowie der bisherigen Infrastruktur im eigenen Datacenter beruhen. 

Wer sowieso bereits Hardware und Management-Tools eines Herstellers nutzt, der wird sehr wahrscheinlich auch bei der Wahl einer EVO:RAIL-Appliance auf diesen Hersteller zurückgreifen. Offensichtliche Unterschiede gibt es also lediglich beim Service-Portfolio und dem angeschlossenen Ökosystem.

HP zum Beispiel ermöglicht das Management seiner EVO:RAIL-Appliance über OneView, Dell dagegen integriert Nexentas SDS-Lösung (Software-defined Storage) NexentaConnect für VMware vSAN bzw. für VMware Horizon und bringt sein großes EUC-Portfolio (End-User Computing) ins Spiel. Eine ähnliche Kooperation zwischen Nexenta und Supermicro wurde gestern bekannt gegeben. Hitachi wiederum hebt die Integration in seine Unified Compute Platform (UCP) hervor.

Bei all der technischen Ähnlichkeit von EVO:RAIL über die einzelnen OEM-Partner hinweg ist allerdings auch der Versuch einzelner Hersteller denkbar, sich über den Preis von Mitbewerbern abzugrenzen. Es wäre nicht der erste Preiskampf im Server-Markt.

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Artikel wurde zuletzt im November 2014 aktualisiert

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