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VMware Cloud on AWS: Was bringt das neue Angebot?

Bevor man sich für oder gegen VMware Cloud on AWS entscheidet, sollten die Kosten sowie Vor- und Nachteile des neuen Angebots abgewägt werden.

Wenn sich zwei Akteure zusammentun, kann etwas Großartiges entstehen. Das gilt auch im IT-Bereich. Die beiden Marktführer VMware und Amazon Web Services (AWS) – VMware bei On-Premises VMs und AWS in der Public Cloud – bilden zusammen eine starke Kombination.

Das Ergebnis der Kooperation nennt sich VMware Cloud on AWS und stößt bei Analysten und Experten auf eine weitgehend positive Bewertung. Die Grundfunktionalität des neuen Service: Anwendungen in Private-Cloud-, Public-Cloud- und Hybrid-Cloud-Umgebungen auf Basis von VMware lassen sich mit optimiertem Zugriff auf AWS-Services ausführen.

Was aber bedeutet dies für eine VMware-Umgebung und – was noch wichtiger ist – was heißt das eigentlich für ein Unternehmen? Wie die Antwort auf viele Technologiefragen, hängt auch diese von mehreren Faktoren ab.

Bevor man eine Entscheidung für oder gegen VMware Cloud on AWS trifft, sollten die Kosten und Vorteile des Service abgewägt werden. Auch die Gründe, warum man sich dafür entscheiden möchte, sowie die Vorgehensweise sollte gründlich geprüft werden.

Operative Funktionalität

Im Kern versucht VMware Cloud on AWS, das gesamte VMware-basierte Software-defined Data Center (SDDC) in die AWS Cloud zu bringen. Dafür verwendet VMware Bare-Metal-Server, die von Amazon gehostet werden und die das VMware-Portfolio als Schicht oben draufsetzen. Das daraus resultierende Angebot wird komplett von VMware verkauft und unterstützt, so dass ein Endanwender nie mit Amazon interagiert und kein Konto bei Amazon benötigt.

VMware bietet einen vollständig konfigurierten Software-Stack, der ESXi, NSX und vSAN auf Intel-x86-Servern von Amazon ausführt. Dieser vollständig konfigurierte Stack wird von VMware bereitgestellt, betrieben und gewartet. Man benötigt kein IT-Personal, um den Hypervisor auszuführen oder die zugrunde liegende Hardware zu verwalten. Auch das Überwachen und Aufspielen von Patches und Updates entfällt.

Dies kann als einer der Vorteile von VMware Cloud on AWS angesehen werden. Kunden haben zwar Zugriff auf die Umgebung, allerdings keinen Root-Level-Zugriff oder vSphere Distributed-Switch-Konfigurationszugriff.

Die Cloud ist kein automatisches Sparschwein

Ein naheliegendes Einsatzmodell für VMware Cloud on AWS ist das klassische Lift and Shift. Dabei werden Anwendungen einfach mehr oder weniger unverändert migriert. Ziel ist es, eine Applikation aus Ihrer bestehenden VMware-Umgebung ohne weitere Änderungen in die VMware Cloud on AWS zu verschieben.

Der typische Business Case für Lift and Shift ist die Entlastung des Hardware- und Hypervisor-Managements. Mit Lift und Shift Geld zu sparen, dürfte allerdings für viele Kunden schwierig sein, da die Mindestkosten für VMware Cloud on AWS rund 207.000 Dollar pro Jahr betragen.

Die Ausgaben für VMware on AWS können je nach Kosten im Verhältnis zu aktuellen Ausgaben variieren. Aber wenn bereits Kosten entstanden sind, die nicht rückgängig gemacht werden können, dürften einige Verantwortliche in den Unternehmen schwer zu schlucken haben. Das bedeutet nicht, dass VMware Cloud on AWS keinen Nutzen bringt. Automatisch Geld spart es aber nicht.

Migration mit Hindernissen

Möchten man dem Trend folgen und legt Wert auf die Cloud, ist VMware Cloud on AWS eine einfache Möglichkeit, hier ein Häkchen zu setzen. Die Gefahr besteht allerdings, dass eine Rechenzentrumsmigration fast immer länger als geplant dauert und zu erheblicher Verwirrung führen kann.

Die Migration des Data Centers an sich ist bereits eine risikoreiche Aktivität, aber der Wechsel in die Cloud erhöht die Unwägbarkeiten noch weiter. Ein weiterer Punkt kommt hinzu: Wenn man noch nicht auf Software-defined Networking (SDN) setzt, wird man nach der Migration auf VMware Cloud auf AWS eines haben. Der Weg ist nicht so einfach, wie es manche Verkäufer postulieren – also sollten sich die Verantwortlichen vergewissern, dass er sich lohnt.

Nähe zu AWS-Servern

Nimmt man bereits AWS-Dienste in Anspruch und lässt lokale Anwendungen mit AWS kommunizieren, könnte eine VMware-Umgebung in der Nähe der Anwendung von Vorteil sein. Die zusätzlichen Millisekunden an Latenzzeit zwischen dem Data Center und AWS kann die Leistung einiger Anwendungen beeinträchtigen. Die Aussicht, dieses Problem anzugehen, ist einer der überzeugendsten Vorteile von VMware Cloud on AWS.

VMware Cloud on AWS stellt ein weiteres Tool für den Werkzeugkasten bereit, wenn ein Unternehmen auf der Reise in die Cloud ist. Der Umstieg in die Cloud kann viele Vorteile bieten, aber im Endeffekt zählt der individuelle Ansatz.

Ob man sich nun entscheidet, die Anwendung für den Cloud-Betrieb zu überarbeiten, ein Lift and Shift auszuführen oder die Anwendung vor Ort laufen lässt – in jedem Fall sollten alle Optionen abgewägt und die Vorteile und Kosten jeder Methode verstanden werden.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2018 aktualisiert

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