VCAP, VCA, VCP und VCIX: Orientierungshilfe für die VMware-Zertifizierung

Eine VMware-Zertifizierung belegt die fundierten Fachkenntnisse eines Administrators. Aber welche Optionen gibt es und welcher Weg führt zum Ziel?

Für VMware kann das aktuelle Jahr 2015 durch die Veröffentlichung von vSphere 6 schon jetzt als ereignisreich bezeichnet...

werden, aber auch bei den bisherigen VMware-Zertifizierungen hat sich eine Menge getan. Die erste Phase der Neuerungen begann mit der neuen Version 6 der Zertifizierung VCP-DCV (Data Center Virtualization), weitere Phasen erwarten uns in den kommenden Monaten. Für einige Leser sind das sicherlich gute Nachrichten, doch es gibt auch eine Gruppe von Administratoren, die nicht gerade begeistert sein dürften.

Schlechte Nachrichten für VCAP-Kandidaten

Ein Blick auf die Übersichtsgrafik von VMware zeigt, dass jeder, der sich als VMware Certified Advanced Professional (VCAP) zertifizieren lassen will, entweder im Design- oder im Administration-Track für Desktop oder Cloud auf einige Probleme stoßen wird. Während diese beiden Tracks gegenwärtig für den Data-Center-Track noch verfügbar sind, wurden sie für Desktop und Cloud am 2. März 2015 beendet.

Wer in den vergangenen Monaten an einer Schulung teilgenommen hat oder für eine dieser Prüfungen gelernt hat, wird seine Zertifizierungspläne nun bis zur Bekanntgabe der Modalitäten für den neuen VMware Certified Implementation Expert (VCIX) ruhen lassen müssen.

Viele Zertifizierungskandidaten sehen sich damit einer Situation gegenüber, in der sie monatelang keine Prüfung ablegen können und sich dann auf die aktualisierte Version erneut werden vorbereiten müssen. Hätte VMware diese Änderungen einige Monate früher angekündigt, wäre das Problem sicherlich kaum erwähnenswert gewesen. Doch die Entscheidung zur Einstellung dieser Zertifizierungen zum 2. März fiel erst im Februar. Viele Freunde hat sich VMware damit wohl nicht gerade gemacht.

Die runderneuerte Version von VMwares vier Zertifizierungs-Tracks

Vorteil für VCP-Kandidaten

Einer anderen Gruppe von Kandidaten spielt die Änderung dagegen in die Hände: denen, die mehr als nur eine VCP-Zertifizierung erwerben möchten. Bisher bestand jede VCP-Prüfung aus 135 Fragen. Wer einen VCP-DCV-Status innehatte und vSphere-Wissen nachweisen konnte, musste für Desktop- oder Cloud-Zertifizierungen dann noch weitere vSphere-bezogene Prüfungsfragen beantworten.

Für Kandidaten, die nur Desktop- oder Cloud-Zertifizierungen erwerben wollten, war das durchaus sinnvoll. Bei der Abnahme mehrerer Zertifizierungen verkomplizierte es die Dinge dagegen. VMware hat hier das Vorgehen abgeändert, so dass nunmehr eine Grundlagen-Prüfung zu vSphere abgelegt werden muss und im Anschluss folgen weitere Prüfungen für das jeweilige Expertenwissen, beispielsweise Data-Center-, Desktop-, Cloud- oder Netzwerk-Virtualisierung.

Nichts Neues für VMware Certified Associates

Die allen Tracks zugrunde liegende Zertifizierung VMware Certified Associate (VCA) bleibt auch in der neuen Version 6 des Programms bestehen, und mit Ausnahme des Fragenkatalogs für die Prüfungen wird sich daran nichts ändern. Die VCA-Zertifizierung kann sich als sinnvoll erweisen für all diejenigen, die mehr über VMware-Produkte erfahren wollen, ohne gleich zu tief in technische Details einzutauchen. Mit einer VCA-Zertifizierung lässt sich Wissen darüber nachweisen, wie VMware-Produkte eingesetzt werden können und wie mögliche Anwendungsfälle aussehen.

Bestehende VCP-Zertifikate

Die folgenden Informationen beziehen sich auf die offizielle VMware-Webseite zum Zertifizierungsprogramm. Bevor Sie aber tatsächlich ans Werk gehen, sollten Sie sich in jedem Fall erneut über den aktuellen Stand informieren, da VMware inzwischen durchaus weitere Änderungen am hauseigenen Zertifizierungsprogramm vorgenommen haben könnte.

VCP6-DCV-Zertifizierung: Verfügen Sie bereits über eine VCP-Zertifizierung in irgendeinem Track, so haben Sie zum Fortfahren zwei Möglichkeiten: die VCP6-DCV Delta-Prüfung oder die vollständige VCP6-DCV-Prüfung. Für viele Admins dürfte die Delta-Prüfung möglicherweise die bessere Wahl sein, da sie mit 75 Fragen gegenüber 100 für die komplette Prüfung deutlich weniger Aufwand erfordert. 

Während der aktuellen Beta-Phase ist die Preisgestaltung für beide Prüfungen identisch, dies mag sich jedoch mit der generellen Verfügbarkeit noch ändern. Möglicherweise wird die Delta-Prüfung dann auch günstiger als die vollständige Prüfung. Allerdings wird die Delta-Prüfung mutmaßlich nur eine begrenzte Zeit verfügbar sein. Wohl noch nicht in den kommenden Monaten, aber gegen Ende des Jahres 2015 könnte sie bereits verschwunden sein.

Verfügen Sie bereits über eine aktuelle VCP-Zertifizierung, so benötigen Sie nicht zwingend eine Schulung für die neuen VMware-Produkte. Aufgrund der Änderungen von vSphere 6 gegenüber der bisherigen Version 5.5 ist die Teilnahme an einer neuen Schulung, die ausschließlich solche Neuerungen vorstellt, aber durchaus empfehlenswert.

VCP6-Zertifizierung für Cloud, Netzwerk-Virtualisierung oder Desktop: Verfügen Sie über eine VCP-Zertifizierung in irgendeinem Track, so können Sie sich die Grundlagenprüfung zu vSphere sparen. Stattdessen können Sie sofort zur speziellen Expertenprüfung für das gewünschte Spezialgebiet übergehen. Eine Schulungsverpflichtung besteht auch hier nicht.

Jenseits der VCP-Ebene

Im bisherigen Track war der VCAP-Status sowohl für Design als auch für Administration verfügbar. Dies wurde durch VCIX abgelöst, ist aber zunächst nur im Track Netzwerk-Virtualisierung verfügbar. Die verbliebenen Tracks werden VCIX erst im späteren Verlauf des Jahres erhalten, wahrscheinlich gegen August oder September 2015. Laut VMware wird dafür das Bestehen von zwei Prüfungen verlangt – sowohl in Design wie auch in Administration.

Wer schon einmal einen ganzen Tag mit langwierigen Prüfungen verbracht hat, muss vor diesen Tests keine Angst haben. Die Design-Prüfung wurde von drei auf 2,5 Stunden verkürzt. Außerdem ist geplant, die Administrations-Prüfung unter Kameraüberwachung von zu Hause aus oder aus dem Büro ablegen zu können. 

Dies würde viel Zeit für Reisen in ausgewiesene Testzentren einsparen, was gegenwärtig noch erforderlich ist. Für genauere Spezifikationen wird man aber wohl die offizielle Ankündigung von VMware abwarten müssen. In jedem Fall ist es eine gute Idee, den Newsletter der Zertifizierungswebseite zu abonnieren, um über die Verfügbarkeit der neuen Prüfungen auf dem Laufenden zu bleiben.

Der neue VCIX-Track beinhaltet zwei Prüfungen. Wer bereits eine frühere VCAP-Prüfung abgelegt hat, muss nur noch eine davon bestehen. Sind Sie beispielsweise bereits VCAP-DCA, so müssten Sie nur noch die Prüfung zum VCIX-DCD bestehen, um die neue Zertifizierung zu erhalten.

Unverändert geblieben ist der VMware Certified Design Expert (VCDX). Er wird auf die neue Version 6 angepasst werden, doch der Track für den Erwerb dieser Zertifizierung – die Präsentation und Verteidigung eines Designs – bleibt gleich.

Fehlende oder abgelaufene Zertifikate

VMware hat im Jahr 2013 eine Rezertifizierungsrichtlinie erlassen, nach der ein VCP mit abgelaufener Zertifizierung einer Person gleichgestellt ist, die nie eine VMware-Zertifizierung erworben hat. Diese Richtlinie verlangt von bestehenden VCP-Inhabern das Ablegen einer zweiten Prüfung innerhalb von zwei Jahren nach dem Bestehen der ersten Prüfung. 

Dafür kommen Prüfungen entweder für eine neuere Version oder in einem anderen Track infrage. Möchten Sie also als VCP-Inhaber nunmehr die Prüfung zum VCP6-DCV ablegen, so könnten Sie die Desktop-Prüfung innerhalb von zwei Jahren ablegen. Am Tag der bestandenen Prüfung begänne dann eine neue Zweijahresfrist für das Ablegen der zweiten Prüfung.

Personen, die über keine gegenwärtige Zertifizierung verfügen, müssen zwingend an einer Schulung teilnehmen. Auch wenn Sie Ihren VCP-Status nur auslaufen lassen haben, so müssen Sie erneut an einer Schulung teilnehmen, und zwar in einem der Bereiche, für die Sie zertifiziert werden möchten. Um Desktop-VCP zu werden, müssen Sie also beispielsweise eine neue Horizon-View-Schulung ablegen. Haben Sie dies getan und sich zertifizieren lassen, so müssen Sie (derzeit) nicht zwingend eine zweite Prüfung in einem anderen Track ablegen.

Weit verbreitet ist auch der Irrglaube, dass die fünftägige Schulung „Install Configure Manage“ die einzig verfügbare für den VCP-DCV-Status sei. Tatsächlich hat sich das aber schon vor vielen Jahren geändert. Sind Sie ein erfahrener Administrator, so sind Sie mit einer fortgeschritteneren Schulung in Richtung Kursziel viel besser bedient. Dazu zählen beispielsweise die Kurse „Optimize and Scale“ oder „Design and Deploy“, die bereits angekündigt wurden, aber aktuell noch nicht verfügbar sind.

Sie haben eine Schulung zu Version 5 besucht, die Prüfung aber noch nicht abgelegt: In diesem Fall haben Sie die Möglichkeit, an einer Schulung zu den Neuigkeiten der Version 6 gegenüber Version 5 teilzunehmen, und mit Bestehen der Prüfung zu Version 6 eine VCP6-DCV-Zertifizierung zu erhalten.

Ein häufiges Missverständnis ist die Überzeugung vieler Kandidaten, dass eine verpflichtende Schulung auch sämtliche Prüfungsthemen abdecken würde. Das ist nicht der Fall. Es gibt für alle Prüfungen eine ganze Reihe von Prüfungsinhalten, die Sie kennen sollten. Während viele davon in Schulungen abgehandelt werden, mag es je nach gewähltem Kurs noch immer solche geben, die Sie sich selbst aneignen müssen.

Wenn Sie Ihre Schulungsverpflichtung erfüllt haben, können Sie mit dem Lernen und Vorbereiten für die beiden zu bestehenden Prüfungen anfangen: die Grundlagenprüfung zu vSphere sowie eine der vier zum Track Ihrer Wahl passenden Prüfungen.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2015 aktualisiert

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