Update auf Windows 8.1: Bewährtes und neues für Unternehmen

Bisher konnte Windows 8 in Unternehmen kaum punkten. Mit neuen Funktionen in Windows 8.1 will Microsoft das Betriebssystem nun attraktiver machen.

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Desktop-Management

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Erfolg des Betriebssystems bauen, ist Windows 8 bislang ein Flop - insbesondere bei Unternehmen. Von einem Dutzend Kunden, die ich in den vergangenen Monaten gefragt habe, ob sie auf Windows 8 umsteigen, hat dies nur einer mit Ja geantwortet.

Aber Windows 8.1 ist nicht so schlecht wie sein Ruf - wenn man die neue Kachel-Oberfläche umgehen kann. Die gute Nachricht ist, dass es eine Vielzahl von Optionen zu diesem Zweck gibt. Im Folgenden finden Sie sieben Features von Windows 8.1, die Ihre Meinung über den Einsatz des Betriebssystems im Unternehmensbereich vielleicht ändern:

  1. Für Geschäftskunden eignen sich zwei Varianten von Windows 8.1 - Pro und Enterprise. Die Pro-Edition enthält Möglichkeiten zur Interaktion mit Domänen- und Gruppenrichtlinien sowie die BitLocker-Verschlüsselung. Windows 8.1 Enterprise geht noch etwas weiter und enthält mit Windows To Go eine exklusive Funktion, mit der das Betriebssystem sich von einem USB-Stick ausführen lässt. Diese Variante umfasst auch bekannte Technologien, zum Beispiel AppLocker, BranchCache und DirectAccess. Die Standard-Edition von Windows 8.1 bleibt die Version, die auf Heimanwender abzielt. Diese Version wird Ihnen sicherlich im Unternehmen im Rahmen von BYOD-Programmen zum Mitbringen eigener Geräte begegnen. Es ist daher gut, wenn Sie sich Gedanken machen, wie Sie die Kontrolle darüber behalten.
  2. Arbeitsordner zählen in Windows 8.1 zu den wichtigsten neuen Funktionen für Unternehmen. Arbeitsordner bieten eine Möglichkeit, um Dateien über die Cloud zu teilen und zu synchronisieren. Im Grunde genommen handelt es sich um ein in das Betriebssystem integriertes SkyDrive. Aber damit es funktioniert, benötigen Sie ein System mit Windows Server 2012. Dennoch bleiben Sicherheitsbedenken. Ich kann mir jetzt schon vorstellen, dass sich Verantwortliche wundern, warum auf einmal brisante Kundeninformationen dort auftauchen, wo sie nicht hingehören.
  3. Zu den zwei zentralen Verbesserungen rund um BYOD zählen Workplace Join und Open MDM. Ersteres erlaubt es Nutzern, ihre mitgebrachten Geräte im Unternehmensnetzwerk zu registrieren, während gleichzeitig die IT-Abteilung bestimmen kann, was die User dürfen. Open MDM bietet eine Programmierschnittstelle, die Drittanbietern von Lösungen für die mobile Geräteverwaltung (Mobile Device Management, MDM) eine Windows 8.1-Integration ermöglicht. Das ist von elementarer Wichtigkeit.
  4. Die Metro-Oberfläche, die traditionelle Anwender abschreckt, ist keine temporäre Erscheinung. Einstellungen erlauben Steuerungsmöglichkeiten für die "Eckennavigation", um die lästige Charms-Leiste und die sogenannten Hot Corners zu verbannen. Microsoft hat den Start-Button zurückgebracht, der aber dazu dient, den Anwender wieder zur Metro-Oberfläche zu bringen, wenn man darauf klickt. Wenn Sie die Funktionen des bekannten Startmenüs wiederherstellen wollen, benötigen Sie weiterhin ein Tool wie Start8. Warum Microsoft so versessen darauf ist, den Usern den Desktop vorzuenthalten, wenn dieses Bedienkonzept schon seit einigen Jahrzehnten funktioniert, bleibt ein Rätsel. Offenbar geht es um das Geschäftsmodell.
  5. Windows 8.1 verfügt nach wie vor über eine Integration des Windows Defender und enthält Verbesserungen wie die Überwachung des Netzwerkverhaltens sowie eine engere Integration mit dem Internet Explorer 11. Im Hinblick der durchwachsenen Bewertungen, kann der Windows Defender in den meisten Firmen den Malwareschutz von Drittanbietern eher ergänzen statt ersetzen.
  6. Das Drucken mit Near-Field-Communication (NFC) ist jetzt möglich. Dabei handelt es sich um ein weiteres Feature von Windows 8.1 für BYOD-Nutzer, die ein NFC-Modul in ihrem Mobilgerät haben. Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen befürchte ich, dass dies am Anfang für die IT-Abteilungen mehr Probleme schafft als löst. Dennoch wird das Drucken per NFC langfristig eine nützliche Option für Telefon- und Tablet-Nutzer, die bisher ziemlich ignoriert wurden.
  7. Skype ist bereits integriert. Das ist gut für langjährige Skype-User - und vielleicht auch für die NSA.

In Windows 8.1 sind einige potenzielle Fallstricke vorhanden, die für Unternehmen Sicherheitsprobleme verursachen könnten. Da ist zunächst die Suchfunktion "Smart Search", die standardmäßig aktiviert ist. Das bedeutet, dass Microsoft ironischerweise den "Scroogle"-Ansatz verfolgt und Suchvorgänge auf seinem lokalen System überwacht. Eine positive Überraschung sieht sicher anders aus.

Außerdem ist SkyDrive per Standard aktiviert, wenn Benutzer sich mit einem Microsoft-Konto anmelden. Das mag keine große Sache sein, wenn Sie herkömmliche Windows-Logins voraussetzen. SkyDrive - und Cloud-Filesharing allgemein - bedeutet aber mehr Compliance-Lücken und Sicherheitsrisiken.

Systemwiederherstellungspunkte sind in Windows 8.1 standardmäßig nicht aktiviert, was eventuell als speicherplatzsparende Maßnahme für mobile Geräte dient. Das ist gefährlich, denn vielleicht nimmt ein Benutzer an, dass eine wichtige Datei kopiert wurde, obwohl das nicht der Fall ist. Sie sollten die Option einschalten.

Kaum etwas geändert hat sich daran, was die Nutzer bereits vehement bei Windows 8 ablehnten. Daher wird es wohl auch weiter gegenteilige Meinungen zum Windows 8.1-Update geben. Das überarbeitete Betriebssystem ist das, was Windows 8 hätte sein sollen. Man kann aber Microsoft nicht zu sehr die Schwächen in einem ersten Release vorwerfen. Eher handelt es sich um ein Problem der langfristigen Positionierung.

Welche Optionen gibt es für Windows auf dem Desktop? Wenn Sie noch immer Windows XP verwenden, möchte Microsoft Sie zum direkten Umstieg auf Windows 8.1 bewegen. Nach meiner praktischen Erfahrung gibt es heutzutage nur noch wenige XP-Systeme in Netzwerken. Ich glaube aber, dass für Unternehmen Windows 7 das neue Windows 8 ist. Windows 9 (oder wie immer die nächste Version heißen wird) könnte die Situation wieder grundlegend ändern.

Ich bin nach wie vor ein Fan von Windows 8. Aber meine IT-Umgebung ist mit der von großen Firmen nicht vergleichbar. Die Bereitstellung und Verwaltung von Windows 8.1 in Unternehmen ist eine ganz andere Sache. Einige der jüngsten Verbesserungen in Windows - besonders BitLocker und die in Windows 8.1 Enterprise integrierten Verwaltungs-Tools - lassen das Betriebssystem für den Unternehmensbereich besser geeignet erscheinen als zuvor. Die Entscheidung für oder gegen Windows 8.1 liegt jedoch allein beim Anwender.

Artikel wurde zuletzt im Dezember 2013 aktualisiert

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