Tools für die Migration lokaler VMware-Workloads zur AWS-Cloud

Für viele Firmen ist die AWS-Cloud eine interessante Alternative zur lokalen Infrastruktur. Diese Tools helfen bei der Migration von VMware-Workloads.

Für Unternehmen gibt es verschiedene Gründe, um von VMware vSphere zu Amazon Web Services (AWS) zu wechseln, so...

zum Beispiel mögliche Kosteneinsparungen, dynamisches Provisioning, die Unterstützung für hybride Umgebungen oder auch Disaster Recovery. Und genauso wie es zahlreiche Gründe für den Wechsel gibt, gibt es natürlich auch unterschiedliche Wege hin zu AWS. Was ist also die beste Methode, um von vSphere zu AWS zu wechseln?

Für die Migration von VMware-basierten virtuellen Maschinen zu AWS gibt es zwei native Amazon-Tools: VM Import/Export und AWS Management Portal for vCenter. Unternehmen können aber auch auf Drittanbieter-Tools zurückgreifen, beispielsweise von Boomerang, RighScale, Racemi oder CloudVelox, die ihre ganz eigenen Vorteile bei Cloud Bursting, Disaster Recovery (DR), Backup, Automatisierung, Reporting oder Management mitbringen.

RightScale beispielsweise bietet eine integrierte Funktion zur Kostenanalyse, mit der sich die finanziellen Folgen komplexer Applikations-Bereitstellungen auf unterschiedlicher Infrastruktur besser nachvollziehen lassen. Andere Tools ermöglichen die automatisierte Migration der virtuellen Maschinen in Abhängigkeit von Lastspitzen oder erlauben die Konfiguration von Richtlinien für DR-Szenarien. Mit diesen Funktionen lassen sich Migrationsszenarien beispielsweise auch in Einklang mit Compliance-Vorgaben bringen.

Dabei ist es ebenso wichtig, auch Netzwerkanforderungen bei der Migration der VM-Daten zwischen AWS und dem bestehenden Data Center zu berücksichtigen. Über bestehende Internetverbindungen lassen sich womöglich kleinere Instanzen sowie dazugehörige Datenbanken und Dateien übertragen, für größere Migrationen sollte allerdings auf spezielle AWS-Services zurückgegriffen werden. AWS Direct Connect beispielsweise ermöglicht Unternehmen die Einrichtung von Hochgeschwindigkeitsverbindungen zwischen dem Rechenzentrum und AWS-Cloud. AWS Import/Export Snowball dagegen ist eine verschlüsselte physische Storage-Appliance, mit der Daten auf dem Postweg vom lokalen Data Center zu AWS übertragen werden können.

So funktioniert AWS VM Import/Export

AWS VM Import/Export hilft Unternehmen bei der Migration von VMware-Workloads zu AWS und zurück in eine Private Cloud. Damit können auch VMware-Tools und -Infrastruktur für die IT-Sicherheit, das Konfigurationsmanagement und die Compliance innerhalb von AWS verwendet werden. AWS-Instanzen lassen sich über eine Kommandozeile oder andere Entwickler-Tools bereitstellen. Um eine virtuelle Maschine wieder ins lokale Rechenzentrum zurückzuholen, muss diese zunächst als EC2-Instanz (Elastic Compute Cloud) exportiert und dann auf Amazon S3 (Amazon Simple Storage Service) abgespeichert werden, von wo aus sie heruntergeladen und wieder im eigenen Data Center ausgeführt werden kann.

Für diesen Prozess werden vor allem zwei Kommandozeilen-Tools benötigt. ImportInstance eignet sich vor allem für virtuelle Maschinen mit nur einem Laufwerk. ImportImage dagegen hilft bei der Migration virtueller Maschinen mit mehreren Laufwerken oder wenn Windows-Instanzen mit einem BYOL-Model (Bring Your Own Licence) migriert werden soll.

Virtuelle Maschinen müssen für die Migration natürlich auf Windows oder Linux/Unix basieren, die VM-Instanz selbst muss als RAW-, VHD-, VMDK- oder OHA-Datei abgespeichert sein. Wenn das Image mehrere Laufwerke verwendet, sollte zum OHA-Format gegriffen werden. Zudem gibt es ein vorgegebenes Limit von 20 gleichzeitigen Uploads und den Maximalwert von einem Terabyte Image-Größe. Gleichzeitig muss die virtuelle Maschine mit einem einzelnen Netzwerkinterface funktionieren und zumindest bisher wird seitens AWS IPv6 noch nicht unterstützt.

VMware-Migrationen mit dem AWS Management Portal

Der Migrationsprozess lässt sich mit dem AWS Management Portal von vCenter auch automatisieren. Das Tool lässt sich als Plug-in in der bestehenden vCenter-Umgebung installieren und ermöglicht dann zum Beispiel auch das Management von AWS-Ressourcen über vCenter. Vor allem für Unternehmen mit vorhandenem VMware-Fachwissen kann dies eine komfortable Lösung für das AWS-Management sein, weil sich so vorhandene VMware-Tools für die Migration zu AWS nutzen lassen. Damit ist auch die Erstellung von Self-Service-Portalen mit vCenter möglich und man kann über AWS neue geographische Regionen nutzen.

Zusätzlich bietet das AWS Management Portal for vCenter integrierte Unterstützung für AWS VM Import. Administratoren können innerhalb von vCenter auf eine gestoppte VM klicken und Migrate to EC2 auswählen, um automatisiert eine EC2-Instanz aufzusetzen. Über die vCenter-Konsole lässt sich zudem der Fortschritt der Migration nachverfolgen.

Zunächst muss hierfür der AWS Connector for vCenter heruntergeladen werden. Auch der Connector wird über eine Kommandozeile oder die Management-Konsole des Connectors verwaltet. Besonderes Augenmerk sollte auf eine sichere Verbindung zwischen AWS Connector und AWS Management Portal gelegt werden. Hierfür empfiehlt sich ein rotierender Security-Schlüssel, der bei der automatisierten Aktualisierung der AWS Management Portal Connector Keys helfen kann.

Native AWS-Tools stellen eine gute Möglichkeit für Unternehmen dar, die eine Migration hin zu AWS planen. Damit wird es ihnen relativ einfach gemacht, bestehendes VMware-Fachwissen bei Machbarkeitsstudien und Test-Phasen einzusetzen. Trotzdem sollten natürlich vor der eigentlichen Migration ausführliche Tests erfolgen, bevor man in die Produktivphase übergeht.

Besonders wichtig ist dies bei Applikationen, die sich über mehrere virtuelle Maschinen erstrecken, große Dateien beinhalten, IPv6 benötigen oder andere Funktionen voraussetzen, die AWS derzeit nicht bietet. Letztendlich spielt natürlich auch der Kostenunterschied zwischen lokalen VMware-Umgebungen und der AWS-Cloud eine entscheidende Rolle. Und natürlich gibt es zu all dem noch die VMware-eigene Cloud vCloud Air.

Folgen Sie SearchDataCenter.de auch auf Twitter, Google+ und Facebook!

Artikel wurde zuletzt im November 2015 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Public-Cloud-Infrastruktur

0 Kommentare

Älteste Beiträge 

Passwort vergessen?

Kein Problem! Tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse unten ein. Wir werden Ihnen eine E-Mail mit Ihrem Passwort schicken.

Ihr Passwort wurde an die folgende E-Mail-Adresse gesendet::

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

Close