Tipps zur Installation der VMware Tools 10 auf älteren ESXi-Hosts

Die VMware Tools 10 können jetzt auch auf älteren ESXi-Hosts installiert werden. Diese Tipps zeigen, was bei der Installation zu beachten ist.

Im September 2015 wurden von VMware die VMware Tools 10 veröffentlicht. Mit diesem Update können die Tools jetzt...

als separates Produkt verwaltet werden, außerdem haben die VMware Tools ab Version 10 einen eigenen, unabhängigen Release-Zyklus, statt am Release-Zyklus von ESXi zu hängen. Somit können Kunden die neueste Version der VMware Tools unabhängig von ihrer verwendeten ESXi-Version herunterladen und installieren.

Tatsächlich können Kunden, die ein Upgrade auf vSphere 5.5 oder 6.0 planen, die VMware Tools unabhängig von ihrem Host-Upgrade installieren und so Zeit sparen, falls sie zunächst von vSphere 5.1 auf Version 5.5 und später von vSphere 6.0 auf Version 6.1 updaten möchten. Ein weiterer Grund für ein Upgrade der VMware Tools unabhängig vom ESXi-Host liegt darin, dass die Auswirkungen auf den gesamten Host anderenfalls deutlich höher wären.

In diesem Artikel betrachten wir Methoden, mit denen aktualisierte Versionen der VMware Tools 10 auf ESXi-Hosts platziert werden können. Dabei wird es konkret um zwei einfache Methoden gehen, virtuelle Maschinen zu finden, die noch keine aktuelle Version der VMware Tools aufweisen. Glücklicherweise hat sich die Methode für die Aktualisierung der VMware Tools in VMs nicht verändert, so dass hierfür nach wie vor die altbekannten Methoden und Prozeduren zum Einsatz kommen können.

Web Client oder PowerCLI?

Eine der einfachsten Methoden zum Finden aktualisierbarer VMs ist die Nutzung von Schnellfiltern im vSphere Web Client. Wie in Abbildung 1 zu sehen ist, können die verwandten Objekte eines kompletten vCenter Server Inventory geöffnet werden, um sich dort die aktualisierbaren VMs anzeigen zu lassen.

Abbildung 1: Ein schneller Überblick veralteter VMs im vSphere Web Client.

Die Nutzung eines PowerCLI-Befehls ist eine weitere Möglichkeit, um eine Liste aller VMs und deren Status bezüglich der VMware Tools zu erhalten. Damit lassen sich alle vorhandenen virtuellen Maschinen inklusive der darauf ausgeführten Version der VMware-Tools und möglicher Updates ermitteln. Bevor der folgende Befehl aber ausgeführt wird, sollte sichergestellt werden, dass man sich über Connect-VIServer mit einem vCenter Server verbunden hat:

get-vm | %{ get-view $_.id } | select Name,

 

      @{ Name="VMware Tools Version"; Expression={$_.config.tools.toolsVersion}},

 

      @{ Name="VMware Tools Status"; Expression={$_.Guest.ToolsVersionStatus}}

Dieser Befehl lässt sich noch um einen Filter erweitern, um nur all diejenigen VMs anzuzeigen, die nicht aktuell sind:

get-vm | %{ get-view $_.id } | where {$_.Guest.ToolsVersionStatus -ne "guestToolsCurrent"} | select Name,

 

      @{ Name="VMware Tools Version"; Expression={$_.config.tools.toolsVersion}},

 

      @{ Name="VMwre Tools Status"; Expression={$_.Guest.ToolsVersionStatus}}

Dabei sollte berücksichtigt werden, dass der Versionsstatus der VMware Tools nur bei einem Neustart oder bei der Durchführung von vMotion aktualisiert wird. Auch wenn eine virtuelle Maschine ausgeschaltet ist, wird dieser Befehl keine Informationen zu den VMware Tools hervorbringen.

Bisher hingen die VMware Tools an ESXi

Die Abkopplung des Release-Zyklus der VMware Tools vom Release-Zyklus von ESXi ändert die Art und Weise, wie zukünftig Upgrades für die VMware Tools geplant werden müssen. Bisher führten Administratoren ein Programm auf dem ESXi-Host aus, etwa vSphere 6, das dann eine Version der VMware Tools als ISO-Dateien enthielt, die in einem Ordner auf dem ESXi-Host lagen.

Über den VSphere Client oder den vSphere Web Client wurde dann eine VM-Übersicht erstellt, über die sich feststellen ließ, welche Version der VMware Tools auf dem ESXi-Host installiert war. Nach jedem dieser Berichte zeigt die Übersichtsseite dann an, ob ein Upgrade möglich war oder nicht.

Der vCenter Update Manager arbeitet auf ganz ähnliche Weise. Er gibt zwar eine grundlegende Unterstützung für das Upgrade der VMware Tools, doch eigentlich tut er nicht mehr, als VMs auf die Version auf dem ESXi-Host zu aktualisieren, während die VM läuft. Der Update Manager hat kein eigenes Repository mit aktualisierten Versionen der VMware Tools. Die meisten Administratoren hielten ihre ESXi-Hosts mit derselben Version des Betriebssystems aktuell und nutzten andere Versionen intermittierend, um die Updates für alle Hosts in ihrer Umgebung durchzugehen. Am Ende des Update-Zyklus wiesen dann alle Hosts und VMs dieselbe Version der VMware Tools auf.

Da die VMware Tools jetzt gesondert aktualisiert werden können, liegt es in der Verantwortung des Administrators dafür zu sorgen, dass dieselbe Version auch wirklich auf jedem Server verwendet wird. In der Vergangenheit haben viele Administratoren Interesse an einem Update-Paket der VMware Tools geäußert, das gemeinsam mit dem Update Manager als VIB-Datei an ESXi-Hosts verteilt werden kann, um die Verteilung der Tools in einer Umgebung zu erleichtern.

Derzeit sind 4 Pakete der VMware Tools 10 auf VMwares Webseite erhältlich, einschließlich Optionen für neuere und ältere Betriebssysteme. Die Pakete gibt es in zwei Ausprägungen: Entweder als ZIP-Datei oder als tag.gz-Datei. Diese Bandbreite an Optionen ermöglicht Administratoren den Download einer Version der VMware Tools, die auf ihre jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Installation der VMware Tools 10

Nach dem Herunterladen und Entpacken der Pakete gibt es zwei Ordner, die floppies und vmtools heißen. Dieselben beiden Ordner gibt es auch auf dem ESXi-Server. Das Betriebssystem sucht nach diesen Ordnern, wenn die Installations-ISO der VMware Tools 10 gemountet wird. Abbildung 2 zeigt eine Verzeichnisauflistung aus dem Root-Verzeichnis des Dateisystems des ESXi-Hosts, in dem sich der Ordner productLocker befindet, den wir für das Ablegen der heruntergeladenen Tools verwenden werden.

Abbildung 2: Der Ordner productLocker im Dateisystem-Root des ESXi-Hosts.

Hier lässt sich die Secure Shell (SSH) mit WinSCP verwenden, um die Dateien in den Ordner productLocker auf einen ESXi-Host zu kopieren. Dies setzt natürlich voraus, dass zuvor SSH auf dem Server aktiviert wurde. Grundsätzlich ist dazu zu raten, nicht regelmäßig genutzte Dienste zu deaktivieren. Daher sollte nach dem Kopieren der Dateien auch SSH wieder deaktiviert werden, sofern es nicht häufiger eingesetzt wird.

Abbildung 3: Die beiden Ordner aus dem Download können mit WinSCP in den Ordner productLocker kopiert werden.

Abbildung 3 zeigt dieses Vorgehen, das sich vor allem dann gut eignet, wenn man nur ein paar ESXi-Hosts aktualisieren muss. Sobald es aber mehr Hosts werden, steigt auch der Aufwand rapide an. Wer geübt im Erstellen von Bourne Again Skripten ist und regelmäßig Linux auf seiner Workstation ausführt, für den ist es wohl sinnvoller, auf der Kommandozeile mit SCP auf Linux zu skripten, um eine größere Anzahl an ESXi-Hosts zu aktualisieren.

Statt des Scriptings lässt sich aber auch vSphere Auto Deploy einsetzen. Zusätzlich kann ein gemeinsamer Ort eingerichtet werden, an dem der ESXi-Host auf die ISO der VMware Tools zugreifen kann, so dass die Dateien nur an einer einzigen Stelle aktualisiert werden müssen. Damit könnten dann alle Server auf dieselbe Version der Tools zugreifen.

Welche Methode auch immer gewählt wird: Man benötigt immer einen Speicherort, auf den alle ESXi-Hosts zugreifen können. Dabei kann es sich um das Dateisystem einer virtuellen Maschine handeln oder um einen Datenspeicher im Netzwerk-Dateisystem. Abbildung 4 zeigt den von mir gewählten NFS-Datenspeicher auf meinem NAS, auf den ich sowohl von meinen Windows- als auch von meinen Mac-Umgebungen aus einfach zugreifen kann.

Über den vSphere Web Client kann dem ESXi-Host die neue Adresse des gemeinsamen productLockers mitgeteilt werden. Hierzu wird der Reiter Manage geöffnet, um in den erweiterten Einstellungen den folgenden Parameter zu suchen:

UserVars.ProductLockerLocation

Der Wert dieses Parameters muss nun so geändert werden, dass er auf den neuen Speicherort verweist. Hierfür muss die Syntax /vmfs/volumes/NFS-01/productLocker wie in Abbildung 4 verwendet werden.

Abbildung 4: Parameter mit dem Verweis auf den Ordner productLocker.

Beim nächsten Bootvorgang des ESXi-Hosts wird dieser unter Nutzung des neuen Speicherorts starten. Wer nicht auf den nächsten Bootvorgang warten möchte, der kann den neuen Parameterwert mit dem folgenden Befehl auch in Echtzeit bekannt machen:

jumpstart --plugin=libconfigure-locker.so

Wenn eine größere Anzahl an Servern im Einsatz ist, dann kann dieser Parameter auch über das Host-Profil aktiviert werden – zumindest dann, wenn die Edition Enterprise Plus von vSphere genutzt wird. Diese Methode muss auch verwendet werden, wenn ESXi-Hosts genutzt werden, die mit Auto Deploy booten. Hierfür gibt es zwei Gründe und der erste Grund ist ganz einfach, dass diese Hosts keine Daten lokal abspeichern. Daher benötigt man hier eine Möglichkeit, sie beim Hochfahren zu konfigurieren. Ein Host-Profil ist dafür ideal geeignet.

Der zweite Grund lautet, dass oftmals auch ESXi-Images verwendet werden, die keine VMware Tools enthalten. Es gibt bewusst zwei unterschiedliche ESXi-Images, eines mit und eines ohne VMware Tools. Ohne VMware Tools ist das Image um 150 MB kleiner, bei jedem über Auto Deploy angestoßenem ESXi-Boot müssen also 150 MB weniger über das Netzwerk verschickt und in den Serverspeicher geladen werden. Dadurch wird der Boot-Prozess enorm beschleunigt.

Da die VMware Tools auf diesen Servern aber natürlich nicht zur Verfügung stehen, wird man beim Versuch des Upgrade eine Fehlermeldung erhalten. Um auf diesen Hosts ein Upgrade durchzuführen, wird ein zentraler Speicherort des productLocker benötigt.

Der wichtigste Aspekt, den man aus diesem Vorgang mitnehmen sollte, ist die Notwendigkeit für das Einrichten eines gemeinsamen Speicherorts, um dann die erweiterte Option zu aktualisieren, indem diese dem Host-Profil hinzugefügt wird. Abbildung 5 zeigt diese Einstellung auf der Konfigurationsseite des Host-Profils im vSphere-Client.

Abbildung 5: Hinzufügen des Parameters UserVars.ProductLockerLocation zum Host-Profil.

Wenn man die VMware Tools nur auf einer einzelnen virtuellen Maschine aktualisieren will, so wurde dieses Problem mit Version 10 der VMware Tools gelöst. Seit September hat VMware zwei Updates veröffentlicht, VMware Tools 10.0.0 und 10.0.5. Die jeweiligen Release-Notes können auf der offiziellen VMware Website eingesehen werden.

Auch wenn das Update der VMware Tools auf Version 10 natürlich eine deutliche Verbesserung darstellt, gäbe es durchaus noch Luft nach oben. Idealerweise könnte VMware beispielsweise ein zentrales Repository für die VMware Tools zur Verfügung stellen, ähnlich der Content Library. Dann ließen sich die VMware Tools über den vSphere Web Client verwalten, statt all die oben genannten Schritte durchgehen zu müssen, nur um sicherzugehen, dass auch wirklich alles auf dem neuesten Stand ist. Dabei wäre es zum Beispiel aber auch hilfreich, wenn der vCenter Update Manager neuere Versionen der VMware Tools automatisch herunterladen und in einem zentralen Repository speichern würde.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2016 aktualisiert

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