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Tipps zum Erstellen von Linux-VMs auf Hyper-V

Hyper-V bietet mittlerweile eine tragfähige Plattform für die Linux-Virtualisierung. Mit manchen Einschränkungen müssen Linux-Admins aber nach wie vor leben.

Unabhängig von der verwendeten Virtualisierungs-Plattform ist das Erstellen einer virtuellen Maschine meist ein sehr geradliniger Prozess. Standardmäßig wird hierfür einfach ein VM-Objekt erstellt, dem anschließend Hardwareressourcen wie Memory, virtuelle Netzwerkadapter und virtuelle CPUs zugewiesen werden.

So simpel dieser Erstellungsprozess auch sein mag, das Betriebssystem verdient meist dann doch etwas mehr Aufmerksamkeit. So muss die virtuelle Maschine zum Beispiel mit ausreichend Memory bereitgestellt werden, um das Betriebssystem auch vernünftig ausführen zu können. In manchen Fällen wird es weitere Überlegungen geben, die über die Mindestvoraussetzungen an die Hardware hinausgehen. Dies dürfte vor allem für Linux-VMs zutreffen.

In den meisten Fällen bringen Linux-Betriebssysteme keine besonderen Vorgaben mit sich. Letztlich wird man also kaum Anpassungen am physischen Server vornehmen müssen, um Linux auf einer virtuellen Maschine installieren zu können, und tatsächlich ist eine virtuelle Maschine ja auch nichts anderes, als eine virtuelle Repräsentation physischer Hardware.

Die Tatsache, dass ein Betriebssystem auf virtueller Hardware installiert wird, sollte sich daher theoretisch nicht auf den Installationsprozess auswirken. Tatsächlich gibt es aber durchaus einige Einschränkungen, mit denen man bei der Installation von Linux in einer virtuellen Maschine leben muss, die mit den begrenzten Möglichkeiten des Hypervisors zusammenhängen – vor allem dann, wenn Linux auf Windows Server Hyper-V ausgeführt werden soll.

VM-Generationen in Hyper-V

Unterschiedliche VM-Generationen sind ein gutes Beispiel dafür, was man beim Erstellen von Linux-VMs beachten sollte. Hyper-V bietet die Möglichkeit, virtuelle Maschinen der ersten oder zweiten Generation zu erstellen. Generation-2-VMs sind meist die bevorzugte Wahl, aber selbst mit Windows Server 2016 gibt es einige Linux-Versionen, die nicht mit Generation-2-VMs funktionieren. Darunter zum Beispiel Debian 7.x, RHEL/CentOS 6.x oder auch FreeBSD 10.1.

Linux Integration Services

Wenn Linux auf Hyper-V installiert werden soll, dann sollten Administratoren auch auf die Verfügbarkeit der Linux Integration Services achten. Hyper-V unterstützt zwei unterschiedliche Arten von Hardwaregeräten: Emulated Devices und Physical Devices, die manchmal auch Hyper-V-specific Devices genannt werden.

Emulated Devices sind genau das, nach was sie klingen – virtuelle Repräsentationen von fast jeder unterstützten Hardware. Emulierte Geräte machen es möglich, nahezu jedes Gast-Betriebssystem auszuführen, auch wenn es offiziell nicht unterstützt wird. Allerdings reicht die Leistung emulierter Geräte nicht annähernd an Hyper-V-specific Devices heran.

Um die bestmögliche Leistung von Hyper-V-specific Devices zu erzielen, sollten im Betriebssystem die Hyper-V Integration Services installiert sein. Früher bedeutete dies, dass nur Windows-Betriebssysteme Hyper-V-specific Devices nutzen konnte, mittlerweile ist dies aber auch für Linux möglich.

Die Linux Integration Services werden im Kernel integriert und sind für viele aktuelle Linux-Distributionen verfügbar. Will man dagegen ältere oder weniger bekannte Linux-Versionen nutzen, dann müssen sie meist manuell installiert werden.

Hypervisor-spezifische Einschränkungen

Bis vor kurzem behandelte Hyper-V Linux noch wie ein zweitklassiges Betriebssystem. Erst mit Windows Server 2012 R2 hob Microsoft langsam einige der Beschränkungen auf, die bis dahin für Linux-VMs galten. Vor Windows Server 2012 R2 war es zum Beispiel nicht möglich, die Größe einer VHDX-basierten virtuellen Festplatte anzupassen, während eine Linux-VM online war.

Hyper-V in Windows Server 2012 R2 fügte zudem den Support zur Nutzung von dynamischem Speicher für Linux-VMs hinzu. Seitdem können Administratoren Linux-VMs dynamisch Speicher zuweisen und diesen auch während des laufenden Betriebs hinzufügen oder entfernen.

Weitere Verbesserungen in Windows Server 2012 R2 für Linux-VMs betreffen die bessere Video- und Mausunterstützung sowie die Möglichkeit zum Anfertigen von Online-Backups. Damit muss eine Linux-VM nicht mehr im Saved State sein, bevor ein Backup angefertigt werden kann. Microsoft weitet den Linux-Support auf der Microsoft-Plattform weiter aus. Mit Windows Server 2016 ist es zum Beispiel auch Linux-VMs möglich, auf Generation-2-VMs Secure Boot zu nutzen.

Linux innerhalb einer virtuellen Maschine auszuführen ist eine sehr gebräuchliche Sache, allerdings sollte man dabei an die Einschränkungen des Hypervisors denken. Während neuere Hyper-V-Versionen mittlerweile über eine recht gute Linux-Unterstützung verfügen, kann es mit älteren Hyper-V-Versionen durchaus noch zu Problemen kommen.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2017 aktualisiert

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