Technischer Überblick über Fujitsu Integrated Primeflex for VMware EVO SDDC

VMware EVO SDDC ist der große Bruder von EVO:RAIL und erscheint im ersten Halbjahr 2016. Auf dieser Technik basiert die hyper-konvergente Lösung.

Schon auf der VMworld 2014 hatte VMware das Produkt-Duo aus EVO:RAIL und EVO:RACK angekündigt, mit denen VMware-Kunden...

hyper-konvergente Infrastrukturlösungen auf Basis von vSphere und vor allem vSAN angeboten werden sollte. Während sich EVO:RAIL im Appliance-Formfaktor aber gezielt an kleine Unternehmen oder Zweigstellen richtet und seit Anfang 2015 erhältlich ist, richtet sich der in Rack-Größe verkaufte große Bruder EVO:RACK an große Unternehmen und lässt derzeit noch immer auf sich warten.

Auf der VMworld 2015 hat VMware vor kurzem weitere Details zu EVO:RACK bekanntgegeben und vor allem die Umbenennung in EVO SDDC verkündet. Auf technischer Seite ist trotzdem noch nicht viel über EVO SDDC bekannt, Fujitsu als Aussteller der VMworld 2015 ließ sich aber tief in die Karten blicken und gab ausführlich Auskunft über die voraussichtliche Ausstattung von Fujitsu Primeflex for VMware EVO SDDC.

Hyper-konvergente Infrastruktur im Rack-Format

EVO:RAIL und EVO:RACK haben bei allen Unterschieden was Formfaktor und Anwendungsfälle betrifft einen gemeinsamen Nenner: VMwares „EVO-Prinzip“ hyper-konvergenter Infrastruktur, das Compute-, Storage- und Netzwerk-Komponenten inklusive VMware vSphere und vCenter vereint und über die EVO-Engine eine vergleichsweise einfache Installation und Bereitstellung bieten soll.

Der Hardware-Stack von Fujitsu Primeflex for VMware EVO SDDC besteht aus acht bis 24 Fujitsu Primergy RX2530 M1 Servern mit bis zu 576 CPU-Kernen, 18 TB RAM und 300 TB Storage, zwei Brocade VDX 6940 32x40GE Spine Switches (nur im ersten Rack), zwei Brocade VDX 6740 10 GE ToR Switches mit vier 40 GE Uplinks pro Switch zum Data-Center-Lan und einem Brocade VDX 6740T-1G Admin Switch.

Aus ToR- und Spine-Switches entsteht so eine Leaf-Spine-Topologie, die ToR-Switches übernehmen dabei das Management des Netzwerkverkehrs und sichern die Redundanz, während der Management-Switch für die Out-of-Band-Konnektivität zuständig ist. Bei einer Skalierung von EVO SDDC über mehrere Racks hinweg erfolgt der Ost-West-Datenverkehr vollständig automatisiert durch die Spine-Switches.

Neben Fujitsu werden von VMware auch Dell, QCT und VCE als Hardwarepartner für EVO SDDC genannt, der grundlegende Aufbau der EVO-SDDC-Produkte dürfte dabei die gleichen Komponenten aufweisen, wenn auch von unterschiedlichen Zulieferern.

Die Softwareseite dagegen wird alleine von VMware bedient: Für Software-defined Server und Storage kommen VMware ESXi, vCenter und vSAN zum Einsatz. Anders als bei der Appliance EVO:RAIL ist bei EVO SDDC allerdings auch VMware NSX als SDN-Komponente (Software-defined Networking) integriert, um die hyper-konvergente Lösung zum vollständig Software-definierten Rechenzentrum zu erweitern.

Konfiguration, Management und Provisioning erfolgen über vRealize Log Insight und vRealize Operations, das Lifecycle-Management inklusive Patching und Upgrading erfolgt über VMwares EVO SDDC Manager. VMware verspricht dabei ein einfaches Patching des gesamten VMware-Stacks inklusive Treiber und Firmware mit nur wenigen Klicks, wie dies auch bereits mit EVO:RAIL möglich ist. Aufwändige manuelle Patch-Vorgänge jeder einzelnen Komponente im Rack sollen so entfallen.

Je nach Anwendungsfall sind zusätzlich VMware Horizon View für VDI-Szenarien (Virtual Desktop Infrastructure) oder vRealize Automation zum automatisierten Bereitstellen und Management von Cloud-Services und Applikationen erhältlich. Beide Zusatzpakete werden ebenfalls vorinstalliert und vorkonfiguriert, im Fall von Horizon View gibt Fujitsu die Zahl von ungefähr 2.500 möglichen virtuellen Desktops pro Rack an.

Fujitsu Primeflex for VMware EVO SDDC wird in Konfiguration von einem drittel, einem halben oder einem ganzen Rack erhältlich sein, die ersten beiden Konfigurationen können nach Bedarf mit weiteren Primergy-Servern nach oben skaliert werden. EVO SDDC soll sich zudem auf mehrere Dutzend Racks im Data Center skalieren lassen. Für ein Rack gibt Fujitsu eine ungefähre Deployment-Zeit von etwa zwei Stunden an – vom ersten Aufstellen bis hin zum vollen Produktivbetrieb.

Mit EVO SDDC zum Software-definierten Rechenzentrum

Gemäß der Namensgebung soll EVO SDDC einen einfachen Weg zum Software-definierten Rechenzentrum ebnen und fasst hierzu die einzelnen EVO-SDDC-Racks zu einem virtuellen Rack zusammen. Administratoren erhalten also über das virtuelle Rack einen gebündelten Zugriff auf die aggregierten Kapazitäten der einzelnen physischen Racks.

Innerhalb des virtuellen Racks werden bestimmte Ressourcengruppen beispielsweise für VDI, Entwicklung, Test oder Produktion angelegt, die jeweils spezifische Verfügbarkeits- und Performance-Richtlinien erhalten. Der tatsächliche physische Speicherort der Ressourcengruppen wird dabei automatisiert vergeben und hängt von Faktoren wie der Cluster-Anzahl, Anordnung der Cluster-Hosts und Redundanz der vSAN-Disk-Gruppen ab.

Einer der großen Kritikpunkte bei VMware EVO:RAIL war lange die verfehlte Lizenzpolitik VMwares, durch die VMware-Kunden bestehende vSphere-Lizenzen nicht für EVO:RAIL-Produkte nutzen konnten, sondern mit EVO:RAIL neue vSphere-Lizenzen erwerben mussten. VMware hatte erst spät auf diese Kritik reagiert und erlaubt inzwischen auch die Nutzung bestehender Lizenzen. Bei EVO SDDC will sich VMware dieser Kritik offenbar gar nicht erst aussetzen und bietet von Anfang an die Möglichkeit, bestehende vSphere-Lizenzen im Rahmen einer Fair Value Conversion (FVC) in EVO-SDDC-Lizenzen zu konvertieren. Erste EVO-SDDC-Produkte sollen im ersten Halbjahr 2016 erscheinen.

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Artikel wurde zuletzt im November 2015 aktualisiert

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