Support-Ende von Windows Server 2003: Workloads statt Server modernisieren

Beim Support-Ende von Windows Server 2003 sollte nicht die Server-Migration im Mittelpunkt stehen. Effektiver ist die Modernisierung der Workloads.

Im Juli 2015 endet der Support („End of Life“) für das noch immer sehr häufig eingesetzte Betriebssystem Windows...

Server 2003. In diesem ersten von zwei Artikeln zeigen wir, warum man das Support-Ende auch als Chance begreifen kann und Workloads statt der Server im Fokus stehen sollten. Im zweiten Artikel gehen wir dann der Frage nach, wie viele Systeme tatsächlich vom Support-Ende betroffen sind und geben einen Überblick über hilfreiche Ressourcen zur Migration.

In gerade einmal neun Monaten wird es für Windows Server 2003 keine Updates  und vor allem keine Sicherheits-Patches mehr geben. Dann trifft nach Windows XP im April diesen Jahres mit Windows Server 2003 das nächste noch immer äußerst populäre Betriebssystem von Microsoft auf sein Support-Ende. Mit dieser Deadline vor Augen stehen derzeit viele Unternehmen vor der Frage, wann, wie und auf welches Betriebssystem sie migrieren sollen.

Dabei muss man für die Migration halbwegs komplexer Infrastrukturen gut und gerne um die 300 Tage einplanen, so Michael Hohl, Head of Datacenter Solutions des IT-Dienstleisters transtec. Wer die Migration also erst jetzt in Angriff nimmt, könne die Deadline damit wahrscheinlich nicht mehr halten. Die direkte Migration eines Servers an sich auf eine neuere Version ist bei so einer Migration allerdings das geringste Problem, viel entscheidender ist für Michael Hohl die umgebende Infrastruktur, allen voran die 64-Bit-Architektur heutiger Server sowie angeschlossene Netzwerk- und Storage-Systeme.

Gerade ältere Legacy-Anwendungen dürften also mit der Software-Architektur und Hardware-Infrastruktur heutiger Server-Umgebungen so ihre Probleme haben. Im Falle von Inkompatibilitäten hilft dann nur das teure Neuprogrammieren (lassen) für neuere Server-Versionen bzw. andere Plattformen wie Linux oder die Suche nach alternativen Applikationen mit gleichem Funktionsumfang. Damit erklärt sich auch die lange Zeitspanne, die für eine Migration eingeplant werden muss.

Support-Ende als Chance: Workload-Modernisierung statt Server-Migration

Für Jens Hansen, Senior Manager Cloud Platform, Marketing & Operations bei Microsoft Deutschland, ist die 1:1-Migration alter Windows Server 2003 auf neuere Versionen aber sowieso in den meisten Fällen der falsche Weg. Durch die technischen Fortschritte der letzten Jahre müsse man sich viel grundlegendere Gedanken über die vorhandenen Arbeitsabläufe im Data Center machen. Aus diesem Blickwinkel lässt sich das Support-Ende von Windows Server 2003 bei allen Migrationsproblemen sogar als Chance sehen: Anstatt die Server-Migration in den Mittelpunkt zu stellen, sollte lieber die Modernisierung der darauf laufenden Workloads in Angriff genommen werden.

Nach Angaben von Microsoft sind derzeit global 15 bis 20 Prozent aller noch vorhandenen Windows Server 2003-Installationen als Datei- oder Druckserver im Einsatz. Der Umgang mit Dateien und Dateizugriffen, so Jens Hansen weiter, hat sich inzwischen aber rapide geändert. Vor allem auch durch die zunehmende Bedeutung mobiler Endgeräte in Unternehmen und durch die Nutzung von Cloud-Speicher. Wer würde also heute noch einen Windows Server 2012/2012 R2 als klassischen Dateiserver aufsetzen, wo es doch alleine von Microsoft je nach Anwendungsfall Alternativen wie SharePoint, Office 365 oder auch Windows Server Storage Spaces, SMB 3.0 oder Azure StorSimple gebe?

Mit weiteren 15 Prozent sind in ähnlichem Umfang auch viele noch verwendete Installationen von Windows Server 2003 als Exchange-Server konfiguriert. Auch hier bietet sich die Chance, statt einer Migration des Servers die Exchange-Workloads in Form cloudbasierter Lösungen unabhängig von der Infrastruktur zu modernisieren und damit IT-Abteilungen gleichzeitig zu großen Teilen bei Bereitstellung und Management zu entlasten.

Zudem stammt Windows Server 2003 aus einer Zeit, in der die Virtualisierung von Servern bei Weitem noch nicht so selbstverständlich war wie heute. Dementsprechend sind laut Microsoft dann auch um die 50 Prozent aller noch vorhandenen Windows-Server-2003-Bereitstellungen noch nicht virtualisiert. Bei manchen Kunden kann Jens Hansen daher auf Systemen mit Windows Server 2003 auch CPU-Auslastungen von fünf bis sechs Prozent beobachten. Alles andere als eine optimale Ressourcenauslastung, wie sie durch Server-Virtualisierung und Workload-Akkumulation in modernen Data Centern möglich ist. Wo also doch eine 1:1-Migration alter Server auf neuere Betriebssysteme in Frage kommt, dürften Unternehmen in vielen Fällen von erheblicher Server-Konsolidierung profitieren.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2014 aktualisiert

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