Sergej Khackimullin - Fotolia

So umgeht man die Stolperfallen bei der VMware-Lizenzierung

Die Lizenzvereinbarungen für Softwareprodukte werden immer komplexer. Diese Tipps helfen dabei, böse Überraschungen bei der VMware-Lizenzierung zu vermeiden.

Kein Softwarehersteller wird die Lizenzierung seiner Produkte je wirklich einfach gestalten. Über Lizenzen verdienen Hersteller schließlich ihr Geld, und im gleichen Maße wie sich Hardware, Konfigurationen und die Nutzung von IT-Ressourcen verändern, müssen auch Softwareunternehmen ihre Lizenzstrategie anpassen, um weiterhin profitabel arbeiten zu können.

Das zu wissen ist eine Sache, im Rennen um die günstigsten Lizenzbedingungen vorn zu liegen allerdings wieder eine andere. Diese Tipps zur VMware-Lizenzierung können dabei helfen, die eigenen Lizenzausgaben besser in den Griff zu bekommen.

Lizenzmodelle ausbalancieren

Bei der VMware-Lizenzierung gibt es typischerweise zwei unterschiedliche Lizenzmodelle: Entweder wird die Lizenzierung pro CPU-Sockel oder pro Gast/Node vorgenommen. Meistens wird dann bei Infrastruktursoftware die Lizenzierung pro CPU-Sockel und bei Desktops oder mobilen Geräten die Lizenzierung pro Gast genutzt. Auch wenn es nicht ausnahmslos der Fall sein muss, so lässt sich die VMware-Lizenzierung doch in den meisten Fällen in diese beiden Kategorien einteilen.

In den letzten Monaten haben Hardware- und vor allem Chip-Hersteller immer stärker auf diese Lizenzbedingungen reagiert und immer mehr CPU-Kerne pro CPU-Sockel möglich gemacht. Als einer der ersten großen Softwarehersteller hat Microsoft mit Windows Server 2016 auf diesen Trend reagiert und die Lizenzierung pro CPU-Kern statt pro CPU-Sockel eingeführt, was die Lizenzkosten für virtuelle Maschinen unter Umständen deutlich erhöhen kann.

Tatsächlich können die Kosten dadurch so stark steigen, dass sie die Hardwareauswahl für CPUs beeinflussen, was sich dann wiederum auf die Lizenzkosten auswirkt. Die Lizenzierung einer virtuellen Umgebung erfordert die sorgfältige Ausbalancierung zwischen virtueller Umgebung, Betriebssystem und Anwendungen. Jede Veränderung an den Lizenzbedingungen nur einer dieser drei Komponenten kann die Lizenzierung der anderen beiden beeinflussen. Zu allem Überfluss muss man dabei die Softwarelizenzierung auch mit der Hardwareauswahl abstimmen. Veränderung wird meist positiv gesehen, Änderungen an Lizenzbedingungen aufgrund dieser Verflechtungen dagegen eher selten.

Frühzeitig auf Lizenzänderungen vorbereiten

Wie andere Unternehmen bündelt auch VMware bestimmte Produkte und macht sie als Gesamtpaket über eine einheitliche Lizenz verfügbar, was einfacher und meist auch günstiger ist, als die Produkte separat zu erwerben und zu lizenzieren. Diese Produktpakete können vor allem für Unternehmen sinnvoll sein, die für bestimmte Zwecke oder Endgeräte spezifisch definierte Produkte benötigen.

Das Problem dabei: In der IT sind die meisten Dinge von Wachstum geprägt, und Produkt-Bundles können enorm teuer werden, wenn man sie erweitern muss. Tatsächlich gibt es bei manchen Produkt-Suiten von VMware sogar Größenbeschränkungen, was die Sache noch teurer machen kann, wenn man Kernelemente des Pakets komplett austauschen muss. Damit sollen die Vorteile von Produkt-Bundles keineswegs kleingeredet werden, man sollte sich als IT-Verantwortlicher aber über deren Beschränkungen im Klaren sein.

Vorsicht vor hohen Support-Kosten

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der VMware-Lizenzierung besteht im Wissen darum, ob man auch wirklich alle Produkte nutzt, die in einer Suite enthalten sind. Mit Produkt-Bundles mag es zwar anfangs leicht sein, bei den Kosten für den Erwerb zu sparen, dafür können sich aber die jährlichen Wartungskosten schnell zu großen Summen auflaufen. Vor allem dann, wenn man bestimmte Produkte aus der Suite gar nicht nutzt.

Selbst wenn man nur ein oder zwei Komponenten der Produkt-Suite nutzt, zahlt man trotzdem jährliche Support-Kosten für das gesamte Paket. Abgesehen von den Support-Kosten sollte man aber auch an die möglichen Upgrade-Kosten denken. Einfach ausgedrückt: Wer eine Produkt-Suite kauft, muss auch die gesamte Suite upgraden, selbst wenn er nur ein oder zwei Produkte darin aktualisieren will. Auch diese Tatsache kann zu unvorhergesehenen Kosten führen. Daher empfiehlt es sich, nicht blind wegen der vermeintlich geringeren Anschaffungskosten eine Produkt-Suite zu kaufen, sondern schon im Vorfeld den tatsächlichen Bedarf abzuschätzen und gegebenenfalls lieber Einzelprodukte zu lizenzieren.

Versteckte Kosten freier Software

Wenn große Softwareunternehmen wie VMware neue Produkte einführen, erhalten Bestandskunden oft kostenfreie Produktversionen, die sie in der eigenen Umgebung ausprobieren können. Auch wenn dies zunächst natürlich ein großer finanzieller Vorteil sein kann, sollte man trotzdem nicht vergessen, dass diese kostenlosen Lizenzen meist vorhandenen Lizenzportalen hinzugefügt werden.

Dabei kann es dann passieren, dass später hohe Kosten für die Erneuerung der Support-Subscription fällig werden. Trotz der anfänglich eingesparten Anschaffungskosten können später also durchaus hohe Kosten anfallen, die natürlich umso ärgerlich sind, wenn das anfangs kostenlose Produkt gar nicht (mehr) genutzt wird.

Zusätzlich kann es später auch schwer werden, entsprechende Produkte aus dem eigenen Lizenzportal wieder zu entfernen. Anders als Produkt-Bundles müssen diese freien Produkte nicht aktualisiert werden, meist werden sie es aber, weil sie in eine Rahmenvereinbarung mehrerer Produkte integriert sind.

Lizenzvereinbarungen schriftlich festhalten

Die Tage, an denen von Lizenzvereinbarungen vor allem der Kunde profitierte, sind inzwischen längst vorbei. Heutige Vereinbarungen zur Produktlizenzierung haben fast schon den Umfang von kleinen Büchern erreicht und setzen quasi juristische Vorkenntnisse voraus, um sie verstehen zu können.

Daher sollte man auch mit Vorsicht an Lizenzverträge herangehen und sich die Zeit nehmen, die Lizenzbedingungen wirklich zu verstehen. Ein Handschlag mag eine Freundschaft begründen, aber die Lizenzierung setzt klar ausgedrückte rechtliche Vereinbarungen voraus, die in jedem Fall schriftlich festgehalten werden müssen.

Folgen Sie SearchDataCenter.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook!

Artikel wurde zuletzt im September 2017 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über VMware

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

Close