So rettet Desktop-Virtualisierung ältere Windows-Applikationen in die BYOD-Ära

Trotz BYOD-Trend gibt es noch immer viele Anwendungen, die einen klassischen Desktop benötigen. Desktop-Virtualisierung kann hier die Brück schlagen.

Bring Your Own Device (BYOD) ändert die Art und Weise, wie Anwender auf Applikationen zugreifen und damit arbeiten....

Desktop-Virtualisierung kann dabei helfen, ältere Windows-Applikationen in diese neue Art des Arbeitens zu überführen.

Mehr und mehr Angestellte benutzen (eigene) mobile Endgeräte, um Ihre Arbeit zu verrichten. Das gilt vor allen Dingen für Mitarbeiter in den Bereichen Sales und Services. Das Notebook als Arbeits-Gerät verschwindet dabei nach und nach. Viele Firmen erlauben Ihren Angestellten zudem, ein privates Endgerät beruflich zu nutzen. Die IT-Abteilung hat sich dann darum zu kümmern, dass diese mobilen Geräte mit den entsprechenden Applikationen ausgestattet und vor allem auch sicher sind.

Sind Business-Applikationen speziell für den mobilen Web-Zugriff geschrieben, erleichtert das den Zugriff erheblich. Knifflig wird die Sache, wenn mobile Mitarbeiter ältere Windows-Applikationen brauchen. Die Angestellten mit einem Notebook auszustatten, auf dem sie zehn Prozent Ihrer Arbeit verrichten, scheint eine Verschwendung zu sein, wenn sie 90 Prozent ihrer Arbeit lieber mit einem anderen mobilen Gerät erledigen wollen. Mithilfe virtueller Desktops können Sie für diese letzten zehn Prozent eine Brücke schaffen, um auch ältere Applikationen auf den mobilen Endgeräten verwenden zu können.

VDI statt VPN kann Kosten sparen

Viele Business-Applikationen werden gänzlich neu entwickelt, um den neuen Ansprüchen der mobilen Welt gerecht zu werden. Hierbei handelt es sich meist um Anwendungen, die Geschäftsabläufe vereinfachen oder dabei helfen, Produkte an den Kunden bringen. Wir sprechen hier also von Sales-, Auslieferungs- und Service-Applikationen. Funktionieren diese in der anvisierten Weise, dann geht das richtige Produkt an den richtigen Kunden zum richtigen Preis und jeder erhält sein Geld. Das ist nicht nur ein Hirngespinst, sondern bei vielen Geschäftsumgebungen bereits die Realität. Diese überarbeiteten Applikationen sind im Idealfall auch für den Einsatz auf Tablets und Smartphones in Mobilfunknetzen optimiert.

Das Haar in der Suppe sind diejenigen Applikationen, die eher im Hintergrund Geschäftsabläufe am am Laufen halten. Hier geht es um Stunden-Zettel, Kündigungen, Spesen-Abrechnungen und so weiter. Es sind Applikationen, die sich nicht direkt um das Produkt oder Sales-Prozesse drehen. Diese älteren Systeme fahren nicht direkt Profit ein, sind aber für Geschäftsabläufe mindestens ebenso wichtig. Dennoch ersetzt man diese Systeme eher selten.

Hinzu kommt, dass diese Applikationen meist in der PC-Ära entwickelt wurden, in der praktisch jeder Mitarbeiter noch vor einem stationären Windows-Rechner saß. Mobile Mitarbeiter müssen in solchen Fällen also an den stationären Rechner im Büro zurück oder ein Notebook inklusive VPN-Verbindung (Virtual Private Network ) für eine sichere Verbindung zum Unternehmensnetzwerk nutzen und die entsprechenden Daten eingeben. Sollte es sich hierbei nur um eine Stunde pro Wochen handeln, die die Mitarbeiter im Büro verbringen und eine einzige Aufgabe erledigen, ist das Aushändigen eines PCs oder eines Notebooks reine Geldverschwendung. Hier brauchen Sie einen anderen Ansatz.

Vor- und Nachteile von Desktop-Virtualisierung für mobile Endgeräte

Um den Zugriff auf diese notwendigen Applikationen zu erleichtern, können Sie den Desktop in das Data Center verschieben. Mitarbeiter können dann auf diese Desktops über mobile Endgeräte ihrer Wahl zugreifen. Viele Clients bringen auch bereits einfach zu benutzende Funktionen mit sich, die Desktop-Applikationen auf mobilen Geräten anwenderfreundlicher machen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch immer wieder Probleme bei der Nutzung von Desktop-Anwendungen auf mobilen Endgeräten, da entsprechende Applikationen von Haus aus auf die Befehlseingabe per Tastatur und Maus eingerichtet sind..

Viele Anbieter stellen auch bereits einen sicheren Internet-Gateway-Server zur Verfügung, was VPN-Verbindungen meist überflüssig macht. Das Einrichten von VPN kann auf einigen mobilen Geräten alles andere als trivial sein. Somit ist es großartig, dass viele Anbieter diesen Missstand inzwischen obsolet gemacht haben. Für die IT-Abteilung ist es sogar noch besser, wenn Anwender nur eine kleine Anzahl an im Data Center gehosteten Applikationen benötigen, die sich zudem recht selten ändern. In diesem Fall wird nur ein einziges Desktop-Image benötigt, was wiederum nur einen Remote-Desktop-Session-Host-Server oder einen nicht-persistenten virtuellen Desktop nötig macht. Auf diese Weise entsteht ein minimaler Wartungsaufwand. Weil die Anwender in unserem Einsatzszenario die virtuellen Desktops nicht sehr häufig benutzen, sind zudem kaum Probleme bezüglich gleichzeitiger Zugriffe oder der Ressourcen-Anforderungen zu erwarten.

Stellen Sie lediglich sicher, dass der Desktop für die Anwender zu Stoßzeiten nicht langsam ist. Ein Beispiel wäre das Monatsende, wenn jeder seine Spesen-Abrechnungen einreichen möchte. Wir sprechen hier von einer Art virtuellem Desktop, der meist ungenutzt in der Ecke des Data Centers steht und seine Aufgabe dann erfüllt, wenn er gebraucht wird. Es könnte verlockend sein, die virtuellen Desktops zu erweitern und mit Tools für die nicht-mobilen Mitarbeiter auszustatten. Allerdings ist es in diesem Fall besser, einen neuen virtuellen Desktop speziell für diese Zwecke zu erstellen. Halten Sie den Desktop für mobile Mitarbeiter so spartanisch wie möglich. Genau wie eine mobile Applikationen soll dieser Desktop wenig tun, aber das so gut wie möglich.

Sie sollten sich aber immer vor Augen halten, dass ein mobiles Gerät keine tolle Art für den Zugriff auf Windows-Applikationen ist. Dabei kommt es nicht darauf an, wie gut der Client auf dem Mobilgerät das User-Interface imitiert. Diese alten Applikationen sind ganz einfach nicht für Touch-Eingabe optimiert und auch der Einsatz von Peripheriegeräten kann über virtuelle Desktops schwierig werden. Sie sollten immer daran denken, dass es sich hierbei um eine Strategie handelt, um wenige Prozent des Arbeitstages der mobilen Mitarbeiter einfacher zu gestalten. Der Fokus dieser virtuellen Desktops muss also auf einer kleinen Anzahl von Aufgaben liegen und sie sollten einfach zu managen sein und das bestmögliche Nutzererlebnis bereitstellen.

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2014 aktualisiert

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