SimpliVity und Nutanix: Hyper-konvergente Infrastruktur für VDI-Umgebungen

Nutanix und SimpliVity bieten hyper-konvergente Infrastruktur für VDI-Szenarien. Ein Überblick über Ähnlichkeiten und Unterschiede.

Sowohl Nutanix als auch SimpliVity bieten hyper-konvergente Infrastrukturlösungen (HCI), die sich beide ideal für...

VDI-Umgebungen (Virtual Desktop Infrastructure) eignen, weil sie aus einfach zu skalierenden Appliances bestehen. Nutanix ist dabei schon länger auf dem Markt und garantiert Kunden mehr Möglichkeiten bei Preis und Performance, SimpliVitiy dagegen unterstützt mehr virtuelle Desktops per Node.

Virtuelle Desktops sind der ideale Scale-out-Workload, weil sie viele eher kleine virtuelle Maschinen in Anspruch nehmen, die zusammen aber enorme Ressourcenanforderungen haben. Hyper-konvergente Infrastruktur ist Software-definiert und integriert Netzwerk-, Storage-, Compute- und Virtualisierungs-Ressourcen in einem Gesamtpaket. Damit können Administratoren ihre VDI-Umgebung ganz einfach durch das Hinzufügen einer weiteren Appliance skalieren.

Hyper-konvergente Produkte und VDI ergänzen sich aber noch in einem weiteren Punkt sehr gut: Durch die Nutzung von Solid-State-Speicher zur Beschleunigung der Disk-Performance. VDI hat enorm hohe Anforderungen an den Storage und eignet sich ideal für die Art des Storage-Tierings, wie sie hyper-konvergente Lösungen vornehmen. Tiered Storage legt häufig genutzte Dateien auf performanterem Speicher ab, meistens Flash-basiert, um die Effizienz zu erhöhen.

Die HCI-Produkte von SimpliVity und Nutanix besitzen also gewisse Ähnlichkeiten, bei Architektur und Möglichkeiten der Plattformen gibt es aber durchaus einige Unterschiede.

Storage-Grundlagen von Nutanix und SimpliVity

Beim Thema VDI gibt es einige Herausforderungen für den Storage, hauptsächlich bei der reinen Kapazität, um all die virtuellen Desktops speichern zu können, und bei der I/O-Performance, um Probleme wie Boot Storms zu verhindern. Wenn ein Unternehmen Klone virtueller Desktops der Eltern-VM verwenden möchte, dann wird auch die entsprechende Kapazität benötigt, um jedes einzeln geklonte OS mit Applikationen zu speichern, was sich schnell zu Terabytes an Speicherbedarf auswachsen kann.

Einer der großen Vorteile von Nutanix und SimpliVity ist die lineare Skalierbarkeit der Produkte, wodurch das Hinzufügen von hyper-konvergenten Appliances die Storage-Performance erhöht, weil so auch mehr Ressourcen zum Ausführen der Desktops zur Verfügung stehen. Beide Hersteller verwenden x86-Server als Compute-Node, und alle Server-Nodes verfügen über Festplatten und Solid-State-Speicher sowie ausreichend CPU- und RAM-Kapazitäten.

Mehrere Nodes werden so zu einem Cluster zusammengefasst, der Storage- und Compute-Ressourcen bietet und ausreichend Nodes für die VDI-Workloads bieten sollte. Wenn ein einzelner Node 150 virtuelle Desktops hosten kann, kann können bei linearer Skalierung vier Nodes 600 Desktops betreiben.

Beide HCI-Produkte bieten Funktionen wie Deduplizierung und Komprimierung, um Storage-Probleme zu umgehen,  Nutanix zusätzlich auch Erasure Coding. Mit diesen zusätzlichen Storage-Funktionen ist die effiziente Storage-Nutzung vollständiger VM-Klone möglich, ohne dass weitere Anpassungen nötig wären. Ein Deployment von 600 virtuellen Desktops kann leicht 10.000 Storage-IOPS erfordern, was weit über die Möglichkeiten normaler Festplatten hinausgeht – hier ist Flash-Speicher der einzig praktikable Weg, um eine derartige Performance zu liefern.

Nutanix kontra SimpliVity – eine Frage der VM-Dichte

Trotz der großen Ähnlichkeit beim Storage, bei der möglichen Dichte virtueller Maschinen unterscheiden sich beide Hersteller grundlegend. Nutanix unterstützt VDI-Umgebungen mit Compute-Nodes, die vier Hypervisor-Nodes in ein 2U-großes Gehäuse packen. Damit können IT-Abteilungen um die 600 virtuelle Desktops mit nur einer 2U-Appliance betreiben, womit sich Nutanix vor allem in Situationen eignet, in denen der Platz im Data Center begrenzt ist.

In Referenzarchitekturen und Kundenbeispielen zeigt Nutanix VDI-Umgebungen mit Tausenden virtueller Desktops auf Hunderten Nutanix-Nodes. Nutanix gibt mit seiner VDI Assurance auch eine Art Performance-Garantie ab und verspricht damit, kostenlos Server- und Storage-Hardware zur Verfügung zu stellen, falls die tatsächliche Leistung nicht den Servicevereinbarungen entspricht.

Der Vorteil von SimpliVity liegt demgegenüber im effizienten Umgang mit Daten. Die OmniStack-Plattform nutzt PCIe-Karten in jedem Node, mit denen sich die Flash-Performance durch die Point-to-Point-Architektur erheblich verbessern lässt. Daten-Deduplizierung und -Komprimierung ist standardmäßig in die Plattform integriert und lassen sich auch nicht deaktivieren, was Performance und Kapazität verbessern hilft.

Allerdings lässt sich SimpliVity nicht zu der hohen Anzahl an Hypervisor-Nodes skalieren, die Nutanix verspricht. Dafür bietet SimpliVity die Auswahl zwischen Lenovo- oder Cisco-Servern sowie einen eigenentwickelten 2U-Server. Laut Benchmark-Ergebnissen von Login VSI sind hiermit bis zu 250 virtuelle Desktops auf einem einzigen Node möglich, was fast doppelt so vielen Nutzern entspricht wie in allen anderen veröffentlichten VDI-Benchmarks.

Damit könnte ein SimpliVity-Cluster mit vier Knoten bis zu 1.000 virtuelle Desktops hosten, Unternehmen können insgesamt bis zu acht dieser Cluster installieren und so 8.000 virtuelle Desktops ausliefern. Diese hohe Dichte an virtuellen Maschinen ist für SimpliVity allerdings noch so neu, dass es hierzu leider noch keine Referenzarchitektur gibt.

Hyper-konvergente Infrastruktur scheint wie gemacht für VDI-Umgebungen, da durch die lineare Skalierung von Storage- und Compute-Ressourcen auch in größeren Umgebungen keine Performance-Probleme zu erwarten sind. Der Konkurrenzkampf zwischen SimpliVity und Nutanix dürfte dabei weiter zunehmen, da immer mehr Unternehmen auf den HCI-Zug aufspringen. Nutanix kann dabei sicherlich den Vorteil der längeren Marktpräsenz für sich geltend machen, SimpliVity dagegen konnte kürzlich erst mit der enorm erhöhten VM-Dichte überraschen.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2016 aktualisiert

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