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Senlin ermöglicht Cluster-Orchestrierung von OpenStack-Services

Senlin ist Open Source und dient der OpenStack-Orchestrierung. Damit können OpenStack-Services um Load Balancing und Autoskalierung erweitert werden.

Als Senlin auf den Markt kam, geschah dies nicht mit einer großen Produktankündigung. Tatsächlich gab es nicht einmal eine Pressemitteilung. Senlin ist ein Cluster-Service für OpenStack, der erst durch die Erwähnung in VMwares OpenStack-Blog größere Aufmerksamkeit auf sich zog. Dieser Blog-Beitrag erklärte, wie sich Senlin mit VMware Integrated OpenStack (VIO) nutzen lässt.

Das ist auf zwei Ebenen bemerkenswert: Erstens erhöht dies die Produktivität von Entwicklern, was für den Erfolg einer Cloud unerlässlich ist, gerade auch in Private-Cloud-Umgebungen. Zweitens zeigt es, dass sich VMware zumindest in diesem Punkt wie das Mitglied einer Open-Source-Community verhält, anstatt Verkaufschancen für ein eigenes Produkt zu suchen.

Senlin und VMware Integrated OpenStack

Wie also funktioniert Senlin mit VMware Integrated OpenStack? OpenStack ist für Anwendungen ausgelegt, die sich auf unverlässlicher Infrastruktur selbst verwalten. Dieser Anwendungstyp ist darauf ausgerichtet, sich beispielsweise selbstständig zu skalieren und je nach Bedarf virtuelle Maschinen oder Container hinzuzufügen oder zu deprovisionieren.

Diese Applikationen starten auch automatisch neu, wenn es zu einem Ausfall kommt. Egal ob es sich um einen Anwendungsfehler, einen Netzwerkfehler oder einen Host-Ausfall handelt, diese Anwendungen müssen selbstständig in der Lage sein, diese Ausfälle ohne Ausfallzeit der Applikation zu überstehen.

IT-Infrastruktur für Enterprise-Umgebungen löst diese Probleme, ohne die Applikation zu beeinträchtigen. Eine Cloud-Umgebung dagegen überlässt diese Probleme der Anwendungsentwicklung. Im Normalfall integrieren also Entwickler diese Funktionalität in Cloud-Anwendungen. Hier setzt Senlin an und bietet Entwicklern einen konsistenten Weg, Probleme mit Serviceausfällen und Skalierbarkeit in mehreren unterschiedlichen Anwendungen zu implementieren. Senlin vereinfacht aber auch überhaupt erst den Schritt in die Cloud, weil Entwickler so lediglich Richtlinien für Senlin schreiben müssen, anstatt eigene Routinen für Skalierung und Ausfallsicherheit zu entwickeln.

Senlin ist dabei nicht einfach nur ein Tool zum Load Balancing oder zur Autoskalierung. Es ist vielmehr ein Cluster-Manager mit Plug-in-Modell, durch das Senlin unterschiedlichste Cluster-Typen verwalten kann. Auf Basis dieser Plug-ins lassen sich mit Senlin Richtlinien für die jeweiligen Cluster definieren. Ein Plug-in zur Autoskalierung würde beispielsweise das Image für eine Instanz, Workload-Kennzahlen sowie die maximale und minimale Anzahl an Nodes benötigen. Damit lässt sich ein autoskalierender Cluster betreiben, der ganz nach Bedarf innerhalb der vordefinierten Kriterien Instanzen erstellt und auch wieder deprovisioniert.

Ein Cluster mit Load Balancing dagegen würde beispielsweise ein Container-Image, eine Health Check URL und eine feste Anzahl an Containern benötigen. Damit ließe sich sicherstellen, dass jederzeit eine bestimmte Anzahl funktionsfähiger und erreichbarer Container ausgeführt wird. Je nach Zustand der Container können so defekte abgeschaltet und neue gestartet werden. Diese unterschiedlichen Cluster-Arten werden in Senlin über Plug-ins eingerichtet und verwaltet.

Wer mit dem bestehenden Angebot an Plug-ins nicht zufrieden ist, kann aber kurzerhand auch eigene Plug-ins entwickeln. Selbst mit diesem zusätzlichen Mehraufwand bietet Senlin aber Produktivitätsvorteile, weil ja auch in diesem Fall immerhin das Framework für die Plug-ins vorhanden ist.

Senlin erhöht Entwicklerproduktivität

Die meisten Prinzipien moderner Applikationen drehen sich um das Maximieren der Entwicklerproduktivität. Ein Beispiel hierfür wären die umfangreichen Services von AWS, die einen großen Beitrag zur wachsenden Verbreitung der Cloud-Nutzung geleistet haben.

Auch Private-Cloud-Umgebungen brauchen diese Art der Fokussierung auf Entwickler. Vor allem, wenn diese Erfahrung mit Enterprise-Anwendungen haben und jetzt für Cloud-Plattformen wie OpenStack entwickeln müssen. Zwischen der Entwicklung traditioneller Unternehmensanwendungen und Cloud-Native-Applikationen gibt es eben einen enormen Unterschied. Diese Lücke zu schließen ist elementar wichtig, wenn eine Private Cloud erfolgreich sein soll.

Senlin kann hierbei als Grundlage dafür dienen, die umfangreichen Services der Public Cloud auch in der Private Cloud mit unterschiedlichsten Applikationen umzusetzen. Letztendlich ist es die Hauptaufgabe der IT-Infrastruktur, Endanwendern Daten und Anwendungen zur Verfügung zu stellen. Hier liegt der Ursprung des Erfolges, den Amazon mit AWS feiern kann.

Senlin kann die gleiche hohe Produktivität für andere Clouds bieten, vor allem für Private Clouds auf OpenStack-Basis. VMwares Ansatz zur Vermarktung von Senlin sowie die Einrichtung der neuen Position des Chief Open Source Office weist dabei auf eine stärkere Fokussierung VMwares auf Open-Source-Technologien hin.

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Artikel wurde zuletzt im April 2017 aktualisiert

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