Schritt für Schritt: Leitfaden zur Problembehebung bei einem Webserver-Ausfall

Webserver-Ausfälle kosten Geld. Nicht nur Redundanz, sondern auch ein guter Plan für die Fehlersuche minimieren Ausfallzeiten und sparen Kosten.

In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, was Sie bei einem Webserver-Ausfall tun können.

In den letzten zwei Jahrzehnten ist das Internet zu einer festen Größe unserer Zivilisation geworden. Im Grunde genommen könnte man das Internet bezüglich der menschlichen Bedürfnisse gleich hinter fließendem Wasser und Elektrizität eingliedern. Das Internet ist Teil unseres Lebens, erfreut uns mit Unterhaltung und gehört zu den wichtigsten Erfindungen des letzten halben Jahrhunderts. Der Großteil dieser Technologie wird auf den Schultern von Webservern getragen.

Für den normalen Anwender ist ein Webserver eine natürlich Sache, die einfach da ist. Dieses Stück Software ermöglicht von akademischen Recherchen über das Bestellen einer Pizza einfach alles und der Anwender muss dazu nicht einmal seine Wohnung verlassen. Um konkurrenzfähig zu bleiben, gibt es keine Firma mehr, die ohne einen Webserver auskommt. Dazu gehören natürlich auch das Wissen zur Konfiguration und die Wartung. Je mehr Firmen auf Webserver angewiesen sind, desto komplexer wird auch das Gebilde hinter den Kulissen. Organisationen brauchen deshalb eine gute Ausfalls-Strategie, wenn der Webserver oder der Server-Cluster plötzlich streikt.

Redundanz und der Webserver

Bevor wir uns der Problembehandlung widmen, möchten wir die Wichtigkeit von Redundanz in den Vordergrund stellen. In der Vergangenheit gab es diverse Ansätze, um Redundanz zu gewährleisten. Allerdings waren immer mindestens zwei physikalische Rechner im Einsatz, die natürlich Geld kosten. Heutzutage lässt sich durch den Einsatz von Virtualisierung Geld sparen und dennoch Ausfallsicherheit garantieren. Enterprise-Umgebungen brauchen natürlich immer noch mehr als eine Maschine, allerdings nicht mehr so viele wie früher. Es ist nicht so wichtig, welche Virtualisierungs-Plattform Sie auswählen. Alleine der Einsatz von virtuellen Instanzen adressiert die Ausfall-Problematik bezüglich Webserver und reduziert die Downtime.

Erster Schritt: Was ist eigentlich passiert?

Wie bei jedem produktivem Server muss der Administrator diagnostizieren und so schnell wie möglich herausfinden, was den Ausfall verursacht hat. Einige der hier zu stellenden Fragen sind:

  • Gab es bekannte Stromausfälle, Generator-Tests oder andere Eventualitäten, die die Hardware beeinflusst haben?
  • Ist der Webserver komplett unerreichbar oder haben einige IP-Adresse noch Zugriff darauf?
  • Lässt sich der Server generell noch administrieren oder ansprechen?
  • Sind in den Logs ungewöhnliche Einträge vorhanden?

Dies ist nur eine Auswahl an Fragen, die Sie klären sollten, bevor Sie das Problem genauer untersuchen.

Zweiter Schritt: Die einfachste Lösung ist oftmals die beste

Ich war schon oft in Problemlösungs-Szenarien involviert und oftmals hätte ich mir viel Zeit sparen können, wenn man einfach das Offensichtliche zuerst unter die Lupe nimmt. Oftmals ist die Lösung trivialer, als man eigentlich vermutet. Eine Überprüfung, ob der Stromstecker aus Versehen vom Server gezogen wurde, dauert nur wenige Sekunden. Wenn der Rechner offensichtlich mit Elektrizität versorgt wird, aber keine Netzwerk-Aktivität zu registrieren ist, überprüfen Sie einfach das Ethernet- oder Glasfaser-Kabel. Vielleicht ist jemand darüber gestolpert und es sitzt nicht mehr richtig. Die hier angesprochenen Probleme klingen viel zu offensichtlich, als dass man darauf hinweisen müsste. Erfahrene Systemadministratoren können aber ein Lied davon singen, dass diese Probleme öfter auftauchen, als man das glauben mag.

Dritter Schritt: Die einfache Suche bringt keine Lösung

Nachdem alle Kabel überprüft wurden und es hier kein sichtbares Problem gibt, versuchen Sie den Computer aus dem Netzwerk anzupingen. Zum Glück ist der Befehl ping auf allen Betriebssystemen zuhause und lässt sich plattformunabhängig benutzen. Sollte sich der Server aus dem LAN anpingen lassen, versuche Sie das gleiche Spiel von außerhalb des Netzwerkes. Somit können Sie differenzieren, ob das Problem am Server selbst, an den Routern oder den Switches liegt. Sollte sich der Webserver in einer virtuellen Maschine befinden, versuchen Sie das physikalische Gerät anzupingen. Somit können Sie das Problem weiter isolieren. Antwortet der Server nicht und die Netzwerkverbindungen sind alle ausreichend überprüft, müssen Sie tiefer in die Materie eintauchen.

Vierter Schritt: Der Webserver ist immer noch nicht ansprechbar

Sie haben die Kabel überprüft, versucht den Rechner anzupingen und können aber immer noch nicht auf den Server zugreifen. Das Positive hierbei ist, dass Sie das Problem isoliert haben. Es muss entweder die Hardware oder das Betriebssystem Schuld am Ausfall haben. Somit können Sie sich auf ein spezielles Feld konzentrieren und suchen nicht mehr die Nadel im Heuhaufen.

Beginnen Sie nun Stück für Stück die Konfiguration zu überprüfen und fangen am besten beim Netzwerk an. Ist DHCP aktiviert? Ist der Webserver mit dem richtigen DNS-Server verknüpft? Ist das der Fall, sehen Sie nach, ob der Webserver-Dient gestartet ist. Letzteres ist abhängig von der eingesetzten Plattform. In einer Windows-Umgebung würden Sie überprüfen, ob die Webserver-Funktion aktiv ist. Unter Linux kann eine Überprüfung ein bisschen variieren. Versuchen Sie einen Dienst mit Namen httpd zu finden und sehen Sie nach, ob dieser läuft.

Fünfter Schritt: Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen

Sollten alle bisher unternommenen Anstrengungen fehlschlagen, durchforsten Sie die Log-Dateien. Untersuchen Sie die Einträge, die um die Ausfallzeit des Webservers geschrieben wurden. Eine Aufgabenteilung bietet sich hier oft an, weil erfahrene Troubleshooter anderen Bereichen noch auf den Zahn fühlen können. Selbst wenn Sie die Netzwerkverbindung ausgeschlossen haben, könnte eine Prüfung mit Wireshark hilfreich sein. Somit sehen sie, wo sich die Pakete verlieren oder ob diese das Ziel ganz einfach nicht erreichen. Solche Maßnahmen tragen oft zum Finden eines Problems bei.

Die Gründe eines Webserver-Ausfalls können ganz unterschiedliche Ursprünge haben. Überspannungen, falsche Konfiguration, Fehler beim Einstellen der Firewall und auch schädliche Pakete aus dem Internet können dem Administrator Kopfzerbrechen bereiten. All diese Gründe sollten Firmen-Entscheider in Betracht ziehen und für ausreichende Redundanz-Lösungen sorgen. Weiterhin schadet ein maßgeschneiderter Leitfaden für die Problemsuche in individuellen Netzwerken nicht.

Artikel wurde zuletzt im April 2013 aktualisiert

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