SLES, Manager und OpenStack: Kommende Produkt-Updates für die SUSE-Plattform

SLES 12 SP1, SUSE Manager 3 und SUSE OpenStack Cloud 6: Die SUSE-Plattform wird in den kommenden Monaten einige zentrale Produkt-Updates erhalten.

Auf seiner Hausmesse SUSEcon 2015 in Amsterdam gab Linux-Distributor SUSE Partnern und Kunden nicht nur Einblick...

in sein aktuelles Produktportfolio, sondern zeigte vor allem auch, in welche Richtung sich die SUSE-Plattform in den kommenden Monaten entwickeln wird.

SUSE Linux Enterprise Server (SLES) bildet die Basis von SUSEs Produktportfolio, hierauf baut zum Beispiel die eigene OpenStack-Distribution SUSE OpenStack Cloud auf, aber auch Erweiterungen wie SUSE Linux Enterprise High Availability oder die SLES-Varianten für SAP Applications, IBM Power, System z oder HPC. Die Verwaltung von SUSE Linux Enterprise Server und den verschiedenen SLES-Erweiterungen erfolgt über SUSE Manager.

Während eines der vorherrschenden Themen der SUSEcon 2015 die neue Version 2 von SUSE Enterprise Storage war, gab SUSE durch verschiedene Vorträge und Presse-Briefings auch einen Vorgeschmack auf die kommenden Produkt-Updates SLES 12 SP1, SUSE OpenStack Cloud 6 und SUSE Manager 3.

SLES 12 SP1: Consolidation Release mit Docker-Support

Im Zentrum der SUSE-Plattform steht SUSE Linux Enterprise Server 12, der seit Oktober 2014 erhältlich ist. Laut SUSE wird SLES 12 jährlich ein neues Service-Pack erhalten, demnach ist noch für Ende 2015 SLES 12 SP1 geplant, für Ende 2016 SLES 12 SP2 und Ende 2017 soll schließlich SLES 12 SP3 erscheinen.

Stefan Behlert, Senior Project und Release Manager für SLES 12, gab in einem Vortrag auf der SUSEcon 2015 einen Überblick über die zentralen Neuerungen in SLES 12 SP1, bei dem es sich in erster Linie um ein auf Stabilität fokussiertes Consolidation Release handelt. Das für Ende nächstes Jahr anvisierte SP2 soll als Feature Release entsprechend vor allem neue Funktionen enthalten.

Eine der größten Neuerungen in SLES 12 SP1 ist trotz Consolidation Release die volle Unterstützung der Container-Virtualisierung mit Docker, die in SLES 12 lediglich als Technical Preview zur Verfügung stand. Docker wird aber, anders als während der Preview-Phase, nicht mehr Teil von SLES sein, sondern als nachrüstbares Modul (Containers Module) erhältlich sein.

Auch SLES 12 SP1 wird zudem eine JeOS-Variante (Just enough Operating System) bieten, die speziell für Cloud-Applikationen gedacht ist und mit einem Platzbedarf von um die 300 MB auch als Container-OS eingesetzt werden kann.

Neben Docker wird zudem die Unterstützung für die SSO-Lösung (Single Sign-On) Shibboleth sowie das bisher eigenständige Produkt SMT (Subscription Management Tool) zur Lizenzverwaltung in SLES 12 SP1 integriert. Letzteres erfolgt laut Stefan Behlert auf vielfachen Kundenwunsch und soll die einfachere Installation eines SMT-Servers ermöglichen.

Zusätzlich zu diversen Treiber-Updates und Bugfixes wurden schließlich diverse Applikationen auf eine neue Version aktualisiert, beispielsweise Java 8, Tomcat 8, Xen 4.5, Firefox 31.8 ESR oder auch Apache 2.4.16.

SUSE verspricht dabei unkomplizierte Updates zwischen den einzelnen SLES-12-Versionen, so soll später auch die direkte Migration von Consolidation-Release (SP1) zu Consolidation Release (SP3) ermöglicht werden. Während SLES 12 SP1 auf der gleichen Kernel-Version 3.12 wie SLES 12 GA basiert, plant SUSE für SLES 12 SP2 ein Upgrade der Kernelversion, die konkrete Version steht derzeit noch nicht endgültig fest.

SUSE Manager 3 setzt auf Salt statt Spacewalk

SUSE Manager dient vor allem dem Lizenz-, Patch- und Lifecycle-Management von SLES-Umgebungen, eine zunehmend wichtige Rolle spielt SUSEs Verwaltungs-Tool laut Joachim Werner, Senior Product Manager bei SUSE, aber auch für die Themen Compliance und Konfigurations-Management.

Bis zur aktuellen Version 2.1 setzt SUSE Manager auf das Open-Source-Projekt Spacewalk zum Management von Linux-Systemen. Die neue Version SUSE Manager 3 ist für das Frühjahr 2016 geplant und wird statt Spacewalk auf dem Automatisierungs- und Konfigurations-Tool Salt aufbauen.

SUSE habe sich für den Architekturwechsel die gängigsten Tools wie Puppet, Chef oder Ansible angesehen, die Entscheidung für Salt sei schließlich aufgrund des größeren Funktionsumfangs gefallen, so Joachim Werner. Die Übernahme von Ansible durch Red Hat habe diese Entscheidung schließlich im Nachhinein noch bestätigt.

Den großen Vorteil von Salt gegenüber Ansible sieht Joachim Werner in der Message-Bus-Architektur, die eine interessante Alternative zum Management über Secure Shell (SSH) darstellt. Genau wie mit Ansible könne man mit Salt also Remote-Execution-Umgebungen aufbauen, um beliebig viele Maschinen einfache Befehle oder Skripte ausführen zu lassen. Gleichzeitig lässt sich aber auch über einen Daemon der Message Bus nutzen, mit dem sich über einen Back-Channel Daten und Events vom Client zurückmelden lassen.

Genau hier liegt für Joachim Werne von SUSE das große Potenzial von Salt, da sich System-Management so hin zu einer Event Driven Architecture weiterentwickeln lasse, bei der Events ähnlich wie bei Pacemaker-HA-Clustern Aktionen auslösen können. Letztendlich verspricht SUSE so eine weitaus stärkere Automatisierung in Echtzeit.

Im Vergleich zu Puppet und Chef verweist Joachim Werner vor allem auf Performance-Probleme, die die beiden Tools bei einer zu großen Skalierung mit sich brächten. Hier müssten schließlich zunächst Kataloge vorbereitet und dann ausgeliefert werden, während bei Salt die Clients nur Befehle abwarten müssten, die dann lokal ausgeführt werden. Wo dies aus Sicherheitsgründen nicht möglich ist, kann aber auch mit SUSE Manager 3 auf SSH zurückgegriffen werden.

Großen Wert legt Joachim Werner auf die zugesicherte Kompatibilität mit älteren Versionen von SUSE Manager. Upgrade- und Kompatibilitätsprobleme wie sie Red-Hat-Kunden mit dem Update von Red Hat Satellite 5 auf Version 6 hatten, will man bei SUSE demnach unter allen Umständen vermeiden. So soll SUSE Manager 3 nach eigenen Angaben problemlos mit bestehenden Systemen zusammenarbeiten, zudem soll man SUSE Manager 3 auch komplett ohne Salt nutzen können – vorhandene APIs sollen also erhalten bleiben.

Allerdings besteht bei SUSE durchaus die Erwartungshaltung, bestehende Kunden von den Vorteilen des neuen SUSE Manager überzeugen zu können. SUSE Manager 2 wird daher nach aktueller Planung nur ein Jahr ab Release von SUSE Manager 3 weiter unterstützt werden, in diesem Zeitraum sollte dann die Migration erfolgen.

Nach der allgemeinen Verfügbarkeit von SUSE Manager 3 im Frühjahr 2016 soll es auch weitere Funktions-Updates geben, hierfür bietet sich zum Beispiel eine stärkere Cloud-Integration an, da für Salt auch Cloud-Module für Docker, Public Clouds oder VMware-Umgebung verfügbar sind.

SUSE OpenStack Cloud 6 setzt auf Liberty-Release

Neben SLES 12 und SUSE Manager steht auch für SUSEs OpenStack-Distribution ein größeres Versions-Update an. SUSE OpenStack Cloud 6 basiert auf OpenStack Liberty sowie SLES 12 SP1 und wird zum Beispiel die Docker-Unterstützung für Compute-Nodes mit sich bringen.

Während Control-Nodes bereits mit SUSE OpenStack Cloud 5 hochverfügbar konfiguriert werden konnten, hält mit Version 6 die Hochverfügbarkeit nun auch bei Compute-Nodes Einzug, um beim Ausfall eines physischen Server-Knotens nicht die gesamte Cloud-Umgebung zu verlieren.

Laut Peter Chadwick, Senior Product Manager bei SUSE, müsse man sich dies als eine Art Pooling-Technologie vorstellen, bei der die Compute-Ressourcen in den gleichen Cluster wie die Control-Nodes eingebunden werden, wodurch man letztlich die Hochverfügbarkeit der Compute-Nodes erreicht, ohne den gesamten HA-Stack duplizieren zu müssen.

Während SUSE OpenStack Cloud 5 die Hypervisoren Xen, KVM, Hyper-V und ESXi unterstützt, kommt mit OpenStack Cloud 6 die Unterstützung für die Mainframe-Plattform IBM System z hinzu und bietet IT-Abteilungen mit bestehenden Mainframe-Investments eine vergleichsweise einfache Möglichkeit zur OpenStack-Bereitstellung. Auch OpenStack Manila, ein bisher lediglich als Preview verfügbares Shared-Folder-as-a-Service-Modul, wird mit Version 6 vollständig unterstützt.

Wie manch andere OpenStack-Anbieter geht auch SUSE mit OpenStack Cloud 6 zu jährlichen Veröffentlichungszyklen über und überspringt so jeweils eines der halbjährlichen OpenStack-Releases. Nach dem derzeitigen Beta-Test soll SUSE OpenStack Cloud 6 Anfang 2016 erscheinen.

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Artikel wurde zuletzt im November 2015 aktualisiert

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