Ressourcen- und Prozess-Analyse mit dem Task-Manager in Windows 7/8

Manchmal reichen auch die eingebauten Tools: Der Task-Manager in Windows 7/8 bietet umfassende Möglichkeiten zur Analyse und Lösung von Problemen.

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Desktop-Management

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Bei der Suche nach einem Werkzeug zur Fehlerbehebung für Arbeitsplatzrechner gibt es sicher keinen Mangel an Freeware,...

einschließlich der mächtigen Microsoft Sysinternals-Tools. Damit erhalten Administratoren leistungsfähige Tools wie Process Monitor oder Process Explorer, mit denen sich auch schwerwiegende Problemen lösen lassen. Die Tools müssen zudem nicht installiert werden und stehen kostenlos auf der Windows Sysinternals-Seite zur Verfügung.

Zwar haben diese Tools enormen Wert – ich habe sie  auch viele Male verwendet, um einem Problem auf die Spur zu kommen – allerdings  erfordern sie auch etwas Geschick und Erfahrung beim Interpretieren von Daten. Vor allem wenn es darum geht, Informationen von Prozessen auszulesen, sind Anfänger schnell überfordert. Darüber hinaus gibt es in vielen Unternehmen strenge Richtlinien wenn es darum geht, Freeware auf Firmen-PCs zu verwenden, auch wenn diese für die Lösung von Problemen verwendet wurden.

Es gibt aber auch in Windows selbst Werkzeuge, um Probleme zu lösen, zum Beispiel den Task-Manager. Diesen hat Microsoft mit Windows 7 verbessert und in Windows 8/8.1 noch einmal effizienter gemacht. Auch in Windows Server 2008 R2/2012/2012 R2 steht der Task-Manager zur Verfügung. Die Oberfläche ist jeweils ähnlich zur Oberfläche des entsprechenden Client-Betriebssystems gestaltet.

Der Task-Manager: Runderneuert in Windows 7 und Windows 8

Den Task-Manager gibt es bereits seit Windows NT, er war bis Windows Vista aber wenig brauchbar, da viele Administratoren und Benutzer nicht mit den Funktionen vertraut waren. Der Task-Manager enthält einige Registerkarten, die auch bereits in Windows XP und Vista genutzt wurden, bietet zudem aber auch neue. Wir zeigen nachfolgend die Funktionen und Möglichkeiten dieser Registerkarten, auch im Vergleich zwischen Windows 7 und Windows 8.1.

Anwendungen: Diese Registerkarte listet laufende Anwendungen auf und bietet einige Einstellungsmöglichkeiten, zum Beispiel das Beenden von Anwendungen mit dem Task-Manager. Hier ist auch der Status der Anwendungen zu sehen.  Administratoren sollten aber beachten, dass eine App, die nicht reagiert, nicht zwangsläufig abgestürzt sein muss. Es kann in diesem Fall auch sein, dass die Anwendung aktuell nur überlastet ist, aber in wenigen Sekunden wieder normal reagiert.  Wenn eine Anwendung aber nicht mehr reagiert, kann diese hier auch beendet werden. In Windows 8.1 entspricht diese Registerkarte der Ansicht Weniger Details. Auch hier sind die Anwendungen zu sehen. Administratoren können diese auch an dieser Stelle beenden, am besten über das Kontextmenü.

Prozesse: Hier ist eine Liste aller Prozesse zu sehen, die im Sicherheitskontext des Benutzers gestartet sind. Hier sind auch die Performance- Kategorien, wie CPU-Auslastung und Speicherauslastung, zu sehen. Durch einen Klick auf eine Spalte können Administratoren die Ansicht auch sortieren lassen. Klicken Administratoren auf CPU, werden die Prozesse von hohen zu niedriger CPU-Nutzung oder umgekehrt sortiert. Da diese Liste in Echtzeit dargestellt wird, kann sich die Anzeige jederzeit ändern. Auch die Sortierung nach den Namen der Prozesse ist möglich. Es gibt auch einfachere Wege eine Analyse durchzuführen, zum Beispiel mit Hilfe des Ressourcenmonitors, dazu später mehr. Außerdem können Administratoren auf der Registerkarte Prozesse noch weitere Spalten hinzufügen und auch nach diesen sortieren lassen.

Auf diese Weise lassen sich mehr Details, wie Seitenfehler, Auslagerungsseiten und mehr, anzeigen. Klicken Administratoren auf das Menü Ansicht steht diese Option zur Verfügung. Hierüber können sich Administratoren zum Beispiel auch die Prozess-ID anzeigen lassen. Diese wird für viele Optimierungsmaßnahmen benötigt. Es besteht auch die Möglichkeit, Prozesse mit der rechten Maustaste anzuklicken. Hierüber können Administratoren dann Prozesse  beenden, die komplette  Prozessstruktur beenden (Vorsicht! Das kann weitreichende Folgen auf die aktuelle Stabilität des Rechners haben!) und die Priorität der Prozesse ändern.

Hier sollten Anwender und Administratoren nur in Ausnahmefällen eingreifen, da durch Änderungen die Leistung und Stabilität des Rechners deutlich beeinflusst werden kann. In Windows 8.1 gibt es in diesem Bereich zwei weitere wichtige Registerkarten. Auf der Registerkarte Prozesse wird die Übersicht noch deutlicher und übersichtlicher als in Windows 7 dargestellt, auf der Registerkarte Details sehen Administratoren in etwa die gleichen Informationen, wie auf der Registerkarte Prozesse in Windows 7.

Prozesse lassen sich im Task-Manager von Windows 8/8.1 noch besser verwalten als in Windows 7. Dafür gibt es jetzt zwei Registerkarten, in Windows 7 gab es nur die Registerkarte „Prozesse“.

Leistung: In Windows XP und Windows Server 2003 zeigt dieser Registerkarte eine Echtzeit- Darstellung von CPU-Last und der Auslagerungsdatei. In Windows 7 hat Microsoft die Informationen deutlich aufgebohrt und zeigt zusätzlich die Auslastung der Prozessorkerne und des normalen Arbeitsspeichers an. In Windows 8 sind hier noch mehr Informationen zu finden. Auch hier können Anwender über das Kontextmenü wieder Einstellungen ändern und Informationen filtern lassen.  Auf dieser Registerkarte ist in Windows 8/8.1 jetzt auch die Auslastung des Netzwerks zu finden. In Windows 7 wurde dazu noch eine eigene Registerkarte verwendet.

In Windows 8 zeigt die Registerkarte „Leistung“ sehr viele Informationen an, auch zur CPU-Last, Auslastung des Arbeitsspeichers, aber auch der Datenträger.

Netzwerk: Diese Registerkarte zeigt die Netzwerkauslastung in Windows 7. In Windows 8/8.1 gibt es diese Registerkarte nicht mehr. Die Informationen sind jetzt auf der Registerkarte Leistung zu finden.

Identifizierung von Prozessen und Diensten

Es gibt eine Reihe von Herausforderungen beim Aufspüren von Problemen mit Anwendungen oder Prozessen. Eine ist es herauszufinden, um was für einen Prozess es sich überhaupt handelt. Hier hat Windows 8/8.1 einen Vorteil im Vergleich zu den Vorgängern. Über das Kontextmenü eines Prozesses lässt sich eine Online-Suche starten und so schneller herausfinden, um welche Anwendungen es sich handelt. Findet ein Administrator einen verdächtigen Prozess,  lässt sich so schnell herausfinden, um was es sich handelt. Allerdings ist dazu auch ein Internetzugang erforderlich, die Suche erfolgt mit dem Standardbrowser.  Auf der Registerkarte Prozesse zeigt Windows 8/8.1 außerdem automatisch alle Prozesse an, auch die von anderen Anwendern und die Systemprozesse. Außerdem zeigt das neue Betriebssystem möglichst den Namen der Anwendung an, nicht nur den Namen des Prozesses.

Ein weiteres Problem ist die berüchtigte svchost.exe. Diese Datei startet Prozesse, die keine eigene Startdatei haben.  In der nächsten Abbildung gibt es eine Reihe von svchost.exe-Prozessen. Wenn einer der svchost-Prozesse eine große Menge von CPU oder RAM verwendet, können Administratoren über das Kontextmenü des Prozesses zumindest den Systemdienst herausfinden, der die Last verursacht. In XP wurde zusätzlich das Befehlszeilenprogramm Tasklist/ svc verwendet, um die Prozess-ID des entsprechenden svchost-Eintrags herauszufinden.

Mit der Datei svchost.exe starten viele Systemdienste und andere Prozesse auf dem Rechner.

Die Datei svchost.exe gibt es seit Windows 2000; sie liegt im System32-Ordner und wird beim Systemstart von Windows automatisch als allgemeiner Prozess gestartet. Der Prozess durchsucht beim Systemstart die Registry nach Diensten, die beim Systemstart geladen werden müssen. Dienste, die nicht eigenständig lauffähig sind, sondern über DLL-Dateien (Dynamic Link Library ) geladen werden, werden mit Hilfe der svchost.exe geladen.

Image Name

PID

Services

System Idle Process 0 N/A
System 4 N/A
smss.exe 328 N/A
csrss.exe 496 N/A
lsass.exe 628 EFS, KeyIso, Netlogon, ProtectedStorage, SamSs
lsm.exe 636 N/A
winlogon.exe 752 N/A
svchost.exe 912 RpcEptMapper, RpcSs
svchost.exe 1008 AudioSrv, Dhcp, eventlog, lmhosts, wscsvc
svchost.exe 492 AeLookupSvc, BITS, Browser, CertPropSvc, EapHost, gpsvc, hkmsvc, IKEEXT, phlpsvc, LanmanServer, ProfSvc, RasMan, Schedule, SENS, ShellHWDetection, Themes, Winmgmt, wuauserv

Jeder svchost.exe-Prozess hat eine eigene PID.

Auch wenn Windows läuft, kommt die svchost.exe immer dann ins Spiel, wenn Dienste über DLL-Dateien geladen werden müssen. Das Betriebssystem startet svchost-Sessions, sobald solche benötigt werden und beendet sich auch wieder, sobald sie nicht mehr gebraucht werden. Da unter Windows die unterschiedlichsten Dienste parallel laufen, können auch mehrere Instanzen der svchost.exe gleichzeitig in der Prozessliste auftauchen. Fahren Administratoren mit der Maus über einen Process, zeigt Process Explorer aus den Sysinternals-Tools an, welche aktuellen Dienste oder Anwendungen von dieser Instanz der svchost.exe abhängen. Alternativ können Administratoren die mit svchost.exe verbundenen Dienste aber auch im Task-Manager anzeigen lassen:

  1. Öffnen Sie den Task-Manager.
  2. Holen Sie die Registerkarte Details in den Vordergrund.
  3. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine Instanz von svchost.exe und klicken Sie dann auf Zu Dienst(en) wechseln. Die dem betreffenden Prozess zugeordneten Dienste werden auf der Registerkarte Dienste hervorgehoben.

In Vista und Windows 7 hat Microsoft die Registerkarte Dienste  aufgenommen, welche die Dienste, inklusive deren PID, auflistet. Diese Registerkarte ist auch noch Bestandteil des Task-Managers in Windows 8. Hier ist auch der Status des entsprechenden Systemdienstes zu sehen. Über den Link Dienste öffnen ganz unten im Fenster können Administratoren noch die Systemverwaltung für die Dienste direkt öffnen (services.msc).

Performance-Analyse über den Ressourcenmonitor

Eine weitere Neuerung des Task-Managers in Windows 7 ist der Ressourcenmonitor. Diese Option steht auf der Registerkarte Leistung zur Verfügung. Das Gleiche gilt für Windows 8/8.1. Der Ressourcenmonitor ist, einfach ausgedrückt, ein Plugin für den Performance-Monitor, welches in den Task-Manager integriert wurde.  Aus diesem Grund lässt sich das Tool auch mit der Option perfmon /res starten, ohne die Option /res startet der normale Systemmonitor, seit Windows 7 auch Leistungsüberwachung genannt.

Die nächste Abbildung  zeigt die Version des Ressourcenmonitors in Windows 8. Diese entspricht weitgehend den Möglichkeiten von Windows 7. Hier können einzelne Prozesse überprüft und besser auf die Leistung fokussiert werden. Auch hier stehen Steuerungsfunktionen zur Verfügung, um Prozesse zu beenden und deren Priorität zu ändern.

Im Ressourcenmonitor lassen sich Leistungsdaten des Rechners noch effizienter anzeigen und steuern als an anderen Stellen des Task-Managers.

Auf der Registerkarte Datenträger zeigt Windows die Festplatten-I/O und Warteschlangenlänge, zwei wichtige Kennzahlen bei der Festplattenleistung von Rechnern. Hier muss beachtet werden, dass Prozesse zur Isolierung ihrer Festplattenaktivität ausgewählt werden können. Dies macht es einfach, spezifische Prozesse mit hoher Festplattenauslastung ohne die komplizierte Leistungsüberwachung zu finden.

Die Registerkarte Arbeitsspeicher ist für das Verständnis der Speichernutzung ein großer Schritt vorwärts. Auf dieser Registerkarte wird der physische Speicher mit einem Farbbalkendiagramm angezeigt  Ein Blick auf die Zusammenfassung zeigt, wieviel Arbeitsspeicher aktuell in Verwendung ist und wieviel Speicher noch zur Verfügung steht.

Der Task-Manager in Windows 7 und vor allem in Windows 8/8.1 ist ein leistungsstarkes, verbessertes Werkzeug für die Fehlersuche auf Clients und Servern.  Für jeden Administratoren ist es sehr empfehlenswert, sich mit den Funktionen des Task-Managers vertraut zu machen, um herauszufinden, wo Probleme verursacht werden, wenn ein Rechner nicht stabil oder leistungsstark funktioniert.

Artikel wurde zuletzt im November 2014 aktualisiert

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