Resource Manager oder Service Manager: Zwei Methoden des Azure-Deployments

Azure-Anwendungen können neben der klassischen Deployment-Methode jetzt auch per Resource Manager bereitgestellt werden. Wo liegen die Vorteile?

Das Deployment von Azure-Anwendungen kann ein komplizierter Vorgang sein. Azure-Applikationen bestehen in der Regel...

aus mehreren Komponenten, die gemeinsam verteilt werden müssen. Zusätzlich müssen Sie das Deployment der verschiedenen Anwendungsteilbereiche koordinieren. Außerdem benötigen Sie einen standardisierten, wiederholbaren Prozess, wenn Sie mehrere IaaS- oder PaaS-Anwendungen (Infrastructure as a Service und Platform as a Service) verteilen müssen. Als wäre das nicht schon genug, arbeitet Microsoft auch noch an Änderungen des Deployment-Prozesses für Azure.

Im Januar 2015 hat Microsoft das Azure Preview Portal gestartet. Seitdem unterstützt Azure zwei Deployment-Methoden: Azure Classic Deployment (auch bekannt als Service Manager Deployments) und die neueren Resource Manager Deployments. Die architektonischen Unterschiede dieser beiden Deployment-Modelle bringen es mit sich, dass eine Ressource, die mit einem Deployment-Modell erstellt wurde, nicht zwingend mit Ressourcen interoperabel ist, die mit dem anderen Modell erstellt wurden.

Beispielsweise können Azure Virtual Machines, die mit dem klassischen Deployment-Modell erzeugt wurden, ausschließlich mit Azure Virtual Networks verbunden werden, die ebenfalls mit dem klassischen Deployment-Modell erzeugt wurden. Der Grund liegt ganz einfach in den Unterschieden der Azure Resource Provider, was Compute, Storage und Netzwerk betrifft.

Es gibt aber durchaus auch Überschneidungen, denn einige Ressourcen-Provider bieten zwei Versionen ihrer Ressourcen an: Eine Version für das klassische Modell und eine für den neuen Azure Resource Manager. In diesem Artikel gehen wir näher auf die Unterschiede zwischen dem klassischen Azure-Deployment und dem neueren Resource Manager Deployment ein und zeigen, welchen Vorteil beide Methoden jeweils bieten.

Klassische Deployments per Service Manager

Microsoft Azure verfügt derzeit über zwei verschiedene Management-Portale. Zum einen das bekannte Azure Portal und zum anderen das neue Azure Preview Portal. Wenngleich seit der Einführung bereits ein Jahr vergangen ist, ist die Azure Preview Portierung noch immer im Preview-Status. Das ursprüngliche Azure Portal unterstützt aber ausschließlich klassische Deployments. In Abbildung 1 sehen Sie die Oberfläche des Azure Management Portals.

Ressourcen des klassischen Deployment-Modells können auf zwei unterschiedliche Arten erstellt werden, entweder direkt über das Azure Portal oder aber über das neue Azure Preview Portal, wo dann das klassische Deployment gewählt werden kann. Im klassischen Deployment-Modell müssen alle Azure-Ressourcen individuell verwaltet werden – eine Gruppierung ist hier nicht möglich.

Mit der Einführung des Resource Managers wurden all diese Ressourcen nachträglich standardmäßigen Ressourcengruppen hinzugefügt. Erstellen Sie auf dem klassischen Wege eine Ressource, so wird diese Ressource automatisch innerhalb einer standardmäßigen Ressourcengruppe erstellt. Dass eine Ressource in einer Ressourcengruppe sein kann bedeutet verwirrenderweise aber noch lange nicht, dass diese Ressource in das Modell des Ressource Managers umgewandelt worden wäre. Virtuelle Maschinen, Speicher und virtuelle Netzwerke müssen nach ihrer Erstellung auf dem klassischen Wege auch über klassische Methoden verwaltet werden.

Abbildung 1: Klassische Deployments im Azure Portal.

Grundsätzlich sollten Sie nie erwarten, dass eine mit klassischem Deployment erzeugte Ressource mit dem neueren Resource Manager arbeiten könnte. Einen tieferen Einblick in die Architektur der unterschiedlichen Deployment-Methoden erhalten Sie im englischsprachigen Blog-Artikel Resources for ramping up on Azure Resource Manager. Zwischen den beiden Management-Portalen können Sie einfach wechseln, indem Sie rechts oben im Azure-Portals auf das Konto-Icon klicken und dann Switch to Preview Portal auswählen (vgl. Abbildung 1).

Resource Manager Deployments

Resource Manager Deployments sind Teil des neuen Verwaltungsmodells, das mit dem Azure Preview Portal eingeführt wurde. Die Infrastruktur für Ihre Anwendungen besteht typischerweise aus mehreren Komponenten. Beispielsweise dürften die meisten Anwendungen Speicherplatz, virtuelle Maschinen und ein virtuelles Netzwerk nutzen, vielleicht haben Sie aber auch einfach eine Webanwendung und einen Datenbankserver laufen.

Da diese Ressourcen zusammenhängen, wäre es wünschenswert, sie als Gruppe verteilen und verwalten zu können. Daher können alle Ressourcen der entsprechenden Applikationen zusammen in einem geradlinigen Prozess bereitgestellt, aktualisiert oder auch komplett gelöscht werden. Der Resource Manager unterstützt Sie nach dem Deployment auch mit Security-, Audit- und Tagging-Funktionen bei der Verwaltung Ihrer Ressourcen. In Abbildung 2 können Sie das Azure Preview Portal mit Optionen sowohl für klassisches als auch für Resource Manager Deployments sehen.

Abbildung 2: Resource Manager Deployments im Azure Preview Portal.

Wenn Sie eine Ressource wie beispielsweise eine virtuelle Maschine anhand des Virtual Machine Links erstellen und eine weitere virtuelle Maschine aus der Azure Image Gallery, so wird das Azure Preview Portal Sie danach fragen, in welche Ressourcengruppe diese Ressource aufgenommen werden soll. In Abbildung 3 sehen Sie ein Beispiel dafür, wie das Azure Preview Portal Ihnen die Verwaltung von Ressourcen innerhalb einer Ressourcengruppe erleichtert.

Abbildung 3: Verwalten von Azure Ressourcengruppen-Deployments.

Die Ressourcengruppen des Resource Managers ermöglichen Ihnen die Kombination verwandter Ressourcen. Sie haben aber auch darüber hinaus noch Vorteile: Mit dem Resource Manager können Sie eine Vorlage erstellen, die Deployment und Konfiguration Ihrer Anwendung definiert. Diese Vorlage wird im JSON-Format angelegt, womit Sie über eine deklarative Möglichkeit der Definition Ihres Deployments verfügen. Mit klassischen Deployments können Vorlagen dieser Art nicht genutzt werden.

Vorlagen ermöglichen es Ihnen, Ihre Anwendung in standardisierter Weise wiederholt zu verteilen. Vorlagen können aber nicht nur für die Definition von Anwendungen, sondern auch für die Konfiguration der Infrastruktur verwendet werden und sogar für die Definition der Veröffentlichung Ihres Anwendungscode innerhalb dieser Infrastruktur.

Der Azure Resource Manager analysiert zudem Abhängigkeiten, um so sicherzustellen, dass Ressourcen in einer Vorlage in der korrekten Reihenfolge erzeugt werden. Sie können in Ihrer Vorlage auch Parameter angeben, um benutzerdefinierte Vorgänge zu ermöglichen. Zum Beispiel können Sie Parameterwerte übergeben, die Ihr Azure-Deployment als Testumgebung auslegen, und später mit anderen Parametern dieselbe Vorlage für die Erzeugung einer Produktivumgebung nutzen.

Vorlagen für Azure Resource Manager können Sie mit Visual Studio und installiertem Azure SDK 2.6 (aufwärts) erzeugen. Im englischsprachigen Azure-Artikel zum Erstellen von Azure-Ressourcen-Manager-Vorlagen erfahren Sie mehr über das Anlegen von Vorlagen für Azure Resource Manager.

Die Zukunft gehört dem Azure Resource Manager

Die meisten neuen Deployments, so empfiehlt es Microsoft, sollten den Resource Manager nutzen, da er Vereinfachungen in der Verwaltung mehrerer verwandter Elemente mit sich bringt. Darüber hinaus empfiehlt der Konzern sogar, bestehende klassische Deployments zu konvertieren und auch dafür dann den Resource Manager zu nutzen, wo immer das möglich ist. Der Resource Manager ist also Microsofts klarer Weg in die Zukunft. Und dennoch gibt es beim klassischen Deployment Features, die Sie im Resource Manager zumindest derzeit noch vergeblich suchen werden.

Eine tiefergehende Darlegung der Unterschiede zwischen den beiden Deployment-Modellen findet sich auch in diesem englischsprachigen Artikel zu den unterschiedlichen Ressourcen-Providern für Compute, Netzwerk und Storage.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2016 aktualisiert

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