Replikation und erweiterbare Switches unter Hyper-V 3.0 mit PowerShell steuern

Die Virtualisierungssoftware Windows Server 2012 Hyper V bietet mit erweiterbaren Switches neue Lösungen zum Management einer Virtual Machine.

Hyper-V ist Microsofts Antwort auf den wachsenden Virtualisierungsmarkt. Im Laufe der Jahre wurden - langsam aber...

sicher - eine Reihe von Verbesserungen an dieser Hypervisor-Plattform vorgenommen. Mit Windows Server 2012 setzt sich diese Entwicklung jetzt fort. Lassen Sie uns deshalb einige der Highlights rund um Hyper-V 3.0 in der neuesten Version von Microsofts Flaggschiff-Betriebssystem für Server betrachten – insbesondere, wie sich  grundlegende Verwaltungsaufgaben mit PowerShell erledigen lassen.

Erweiterbarer Switch für Hyper-V

Der erweiterbare Switch für Hyper-V ist eine unerwartete, aber nichtsdestotrotz fantastische Neuerung in Windows Server 2012. Er ermöglicht Händlern und Partnern das Schreiben von Erweiterungen, die sich nahtlos in die Netzwerk-Architektur von Hyper-V einfügen. Auf diese Weise wird die virtuelle Netzwerk-Hardware von einem reinen "Panel virtueller Ports" zu einer intelligenten, gut administrierbaren und erweiterbaren Komponente.

Die Erweiterungen, die Sie im Switch implementieren können, ermöglichen eine Reihe von Szenarien, die in virtuellen Netzwerken der früheren Versionen von Hyper-V nur schwer oder gar nicht zu realisieren waren. Kurz zusammengefasst, haben Microsoft-Partner zur Produktionsfreigabe von Windows Server 2012 bzw. kurz danach die folgenden Erweiterungen angekündigt:

  • Cisco präsentierte Nexus 1000V für Hyper-V, das alle Verwaltungs- und Konfigurationsmöglichkeiten der Switches eines Unternehmens übernimmt und diese außerdem funktional mit dem virtuellen Switch verbindet.
  • 5Nine stellte eine Erweiterung vor, die als virtuelle Firewall dienen soll.
  • Inmon führte sein Produkt sFlow zum Mitschneiden und Analysieren von Datenverkehr vor.

Der erweiterbare Switch bietet eine Reihe von Vorteilen. Zum einen können Sie in Ihren virtuellen Netzwerken unter Hyper-V neue Funktionalität realisieren, ohne dass Sie alles auseinandernehmen müssen. Die gewünschten Erweiterungen lassen sich einfach hinzufügen,  Leistung und Integration bleiben dabei erhalten. Des Weiteren binden sich diese Erweiterungen so tief und fest ein, dass sie sozusagen alle Fähigkeiten von Windows Server 2012 wie etwa Live-Migration erben – direkt, ohne spezielle Unterstützung eines Entwicklers. Die Erweiterungen nutzen zudem die aktuellen Entwicklungsframeworks und müssen Zertifizierungen durchlaufen. Sie können also sicher sein, dass diese performant funktionieren und keine Stabilitätsprobleme auslösen.

Für das Verwalten des erweiterbaren Switches stehen PowerShell-Cmdlets zur Verfügung. Zur Aktivierung einer bestimmten Erweiterung in einer erweiterbaren Switch-Instanz kann man zum Beispiel mit dem Cmdlet Enable-VMSwitchExtension arbeiten:

Enable-VMSwitchExtension “Name der Erweiterung” 

NameDesVerwendetenSwitches

Mit dem Cmdlet Get-VMSwitchExtension können sich außerdem eine Aufstellung der verfügbaren Extensions für den erweiterbaren Switch anzeigen lassen. Das sieht in etwa so aus (bei gleichzeitigem Pipen der Ausgabe des Cmdlet zur Listenformatierungsfunktion fl):

Get-VMSwitchExtension NameDesVerwendetenSwitches | fl

Hyper-V Replica

Die Funktion Replica in Hyper-V ermöglicht Ihnen das Kopieren einer virtuellen Maschine von einem Speicherort zu einem anderen – alles mittels Hyper-V und einer Netzwerk-Verbindung. Das Besondere daran ist, dass Sie hierfür kein geteiltes Storage bereitstellen müssen. Bislang war zum Realisieren eines Failovers zwischen virtuellen Maschinen ein Failover-Cluster vonnöten, was wieder Zugriff auf geteiltes Storage in Form von SANs, NAS-Geräten oder zumindest einer Quorum-Disk erforderte. Diese Voraussetzung gibt es jetzt nicht mehr, was im Wesentlichen bedeutet, dass jegliches Bewegen einer virtuellen Maschine von einem Host zum anderen über reine Netzwerk-Kommunikation geschieht. Die Nutzung der virtuellen Maschine muss dabei nicht unterbrochen werden, und ein Anwender wird auch während der Replikation seiner Maschine auf einen anderen Host keinen Unterschied in der Auslastung bemerken.

Diese Funktion ist für eine Reihe von Szenarien besonders nützlich:

  • Failover für geographisch verteilte Maschinen. Für Kunden eines Dienstes, der ihre virtuelle Maschinen zwecks Failover in die Cloud überträgt, könnte der Provider Windows Server 2012 in einem hochvernetzten Rechenzentrum oder sogar mehreren Rechenzentren bereitstellen. Kunden mit lokalen Workloads könnten dann Replika-Informationen direkt in die Cloud schicken. Dies ermöglicht ein Szenario für Disaster Recovery, das keine weitere Software als Windows selbst erfordert; derartiges war bis dato auf dem Markt nicht verfügbar.
  • Lokal-zu-Lokal Unterstützung. Je nach Wachsen oder Abnehmen der Nachfrage, oder auch aufgrund betrieblicher Erfordernisse, können Unternehmen virtuelle Maschinen zwischen Hosts in Hauptverwaltung, großen Präsenzen und kleineren Zweigstellen hin- und herbewegen. Workloads können – je nach Bedarf – aus Performance-Gründen, für Wartungsfenster oder Disaster Recovery in Zweigstellen und wieder zurück verlagert werden.Auch Replikation unter Hyper-V lässt sich mit PowerShell und Cmdlets verwalten und konfigurieren. Sie beginnen damit auf dem Host, auf dem Sie die Replikation aktivieren wollen, und verwenden dazu das Cmdlet Set-VMReplicationServer:

Set-VMReplicationServer –ReplicationEnabled 1 –ComputerName computerzumaktivieren

Tun Sie dies auf zwei Hosts. Anschließend können Sie eine virtuelle Maschine zur Replikation zwischen diesen beiden einrichten. Sofern sich die Hosts innerhalb derselben Domain befinden, können Sie dies mit der einfachen Anweisung Set-VMReplication erledigen:

Set-VMReplication –VMName zielvm –ReplicaServerName 

replicaserverziel –ReplicaServerPort 80

Zum Auslösen der eigentlichen Replikation dient das Cmdlet Start-VMInitialReplication:

Start-VMInitialReplication –VMName zielvm

Es ist unübersehbar, dass sich Hyper-V mit Windows Server 2012 weiterentwickelt und zu einem Produkt heranreift, das auch für Rechenzentren geeignet ist. Mit der standardmäßig enthaltenen PowerShell lassen sich sogar die neuen Funktionen dieser Version effizient steuern. Administratoren von Rechenzentren können ihr Tagesgeschäft jetzt also auf einem ganz neuen Niveau mit Skripts erledigen und automatisieren.

ÜBER DEN AUTOR
Jonathan Hassell ist Autor, Berater und Referent und lebt in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina Zu den von ihm verfassten Büchern gehören RADIUS, Hardening Windows und Windows Vista: Beyond the Manual.

Artikel wurde zuletzt im Juli 2012 aktualisiert

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