Ratgeber: Die richtige Linux-Distribution für das Data Center finden

Für den Einsatz im Data Center erfüllen die Linux-Distributionen von Red Hat, SUSE und Oracle die Mindestanforderungen. Wir helfen bei der Wahl.

In einem typischen Data Center einer Firma können Sie nicht einfach irgendeine Linux-Distribution einsetzen. Die...

Linux-Distribution muss zuverlässig sein. Es gibt einige Mindestanforderungen, die diese Zuverlässigkeit garantieren. Die meisten IT-Unternehmen wissen, dass sich Linux schon lange seinen Platz als Betriebssystem in Data Centern verdient hat. Allerdings ist die Frage noch nicht geklärt, was die beste Linux-Distribution für Ihr Unternehmen ist.

Zunächst einmal müssen Administratoren die Hardware-Kompatibilität prüfen. Die eingesetzten Server müssen natürlich 100 Prozent mit der Linux-Distribution Ihrer Wahl funktionieren. Ähnlich verhält es sich auch mit der eingesetzten Software. Erkundigen Sie sich beim Software-Hersteller, ob die Linux-Distribution der Wahl auch unterstützt wird. Weiterhin brauchen Sie eine Garantie, dass der Distributor das ausgewählte Betriebssystem mehrere Jahre mit Sicherheits-Updates und anderen Aktualisierungen versorgt. Administratoren eines Data Centers wollen natürlich nicht alle 18 Monate sämtliche Server aktualisieren.

Sollten Probleme auftauchen, brauchen Sie auf jeden Fall auch professionelle Unterstützung. All diese Anforderungen im Blick, ist die Auswahl schon deutlich eingeschränkt. Als ernsthafte Kandidaten eignen sich Red Hat Enterprise Linux (RHEL), SUSE Linux Enterprise Server (SLES), Oracle Unbreakable Linux (OUL) und Ubuntu Long Term Support (LTS).

Natürlich müssen andere Linux-Distributionen nicht schlechter sein. Allerdings wurden diese wahrscheinlich nicht mit dem Hintergrund „Einsatz im Data Center“ entwickelt. Nehmen Sie zum Beispiel Debian. Hier handelt es sich um eine sehr stabile und ausgereifte Linux-Distribution, die sich für die meisten Aufgaben durchaus eignet. Allerdings nutzt es dem Administrator wenig, wenn er gerade eine SAP-Instanz auf Debian installiert hat und danach herausfindet, dass SAP Debian nicht offiziell unterstützt.

Debian und viele andere Distributionen eignen sich hervorragend in wissenschaftlichen Umgebungen. Dort hat man oft das Know-How im eigenen Hause. Die dort arbeitenden Ingenieure und Programmierer wissen sich in der Regeln selbst zu helfen und können ihre eigenen Systeme warten. Für das Data Center sind diese Distributionen allerdings weniger geeignet, weil Sie dort Support für den gesamten Stack brauchen.

Für das Data Center fällt die Wahl also auf SUSE, Red Hat, Oracle oder Ubuntu. Welche Distribution eignet sich nun  am besten für Sie?

Sprechen wir zunächst über Ubuntu LTS. Sie wollen diese Distribution vielleicht verwenden, um SAP darauf zu installieren. Allerdings befindet sich Ubuntu LTS nicht auf der Liste der offiziell unterstützten Linux-Distributionen. Weiterhin hat es Canonical, die Firma hinter Ubuntu, bisher nicht geschafft, weitreichende Unterstützung von Hardware-Herstellern zu bekommen.

Somit schränkt sich die Wahl weiter ein und es bleiben SLES, RHEL und OUL übrig. Diese drei Distributionen befinden sich auf der Liste der meisten Applikations-Hersteller.

Die meisten in OUL vorhandenen Pakete sind einfach aus den freien Paket-Quellen von Red Hat Enterprise Linux übernommen. Oracle beschäftigt auch Entwickler, die aktiv an ihrer eigenen Linux-Distribution arbeiten. Allerdings handelt es sich dabei meist um Optimierungen, damit Oracle-Produkte bestmöglich laufen. Wenn Sie Oracle-Produkte im Einsatz haben, ist OUL sicher eine Überlegung wert. Sie könnten somit zum Beispiel Oracle-Datenbanken auf einem Oracle Linux in einer Oracle-Virtualisierungs-Lösung laufen lassen. Das Ganze können Sie dann auch noch auf Oracle-Hardware (früher SUN) installieren. Wenn Sie Support für den kompletten Stack aus einer Hand haben möchten, ist das sicher eine gute Wahl. Kritiker äußern aber auch immer wieder Bedenken, dass sie dann einem einzigen Anbieter ausgeliefert sind. Das könnte zu einem so genannten Vendor Lock-In führen - sie binden sich in diesem Fall komplett an Oracle. Natürlich würde Oracle Linux trotzdem alle Anforderungen erfüllen, die für den Einsatz in einem Data Center Voraussetzung sind.

Entscheidung zwischen Red Hat und SUSE

Die beiden Schwergewichte bezüglich Linux und Data Center sind derzeit Red Hat und SUSE. Offizielle Installations-Zahlen gibt es nicht. In der Fachwelt ist man sich allerdings einig, dass Red Hat weiter verbreitet ist. Meine persönliche Erfahrung als Linux-Trainer und -Consultant für einige der größten Firmen in Europa sagt mir, dass das Verhältnis von Red Hat zu SUSE ungefähr 4:1 ist. Ist man somit mit dem Kauf von Red Hat auf der sicheren Seite? Es gibt viele gute Gründe, die für RHEL sprechen. Red Hat ist der größte Linux-Distributor weltweit und steht hinter vielen Open-Source-Projekten. Der Hersteller zeichnet sich durch Innovationen aus und besitzt die Middleware-Plattform JBoss. Sollten Sie Java-Applikationen mit JBoss betreiben, ist der logische Schritt Red Hat als darunterliegende Distribution. Auch in diesem Fall wäre fast der komplette Stack aus einer Hand, wenn Red Hat Hardware anbieten würde. Hier liegt der Unterschied zu Oracle.

Dennoch sollten Sie SUSE nicht außer Acht lassen. Die Distribution wächst weiter und es gibt einige Gründe, warum Firmen SUSE den Vorzug geben. Einer davon ist, dass die Firma relativ klein ist. Sollten Sie ein Problem haben, ist das unter Umständen ein Vorteil beim Support. Sie finden wahrscheinlich die zuständige Person leichter.

Für einige Unternehmen ist auch der Preis ein Kriterium. Im Durchschnitt ist SUSE günstiger. Dennoch muss sich die Distribution in Sachen Funktionalität hinter Red Hat nicht verstecken. Weiterhin gilt, dass SUSE in der Regel einfacher zu verwalten ist. Eine der größten Stärken der Distribution ist YaST. Diese Software ist ein integriertes Management-Tool. Manche Aufgaben sind bei Red Hat kompliziert zu lösen. Bei SUSE greift Ihnen YaST unter die Arme und erleichtert die Administration.

Artikel wurde zuletzt im Mai 2013 aktualisiert

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