RHEV: Windows-Performance optimieren mit paravirtualisierten Treibern

Paravirtualisierte Treibern in virtuellen Umgebungen von Red Hat Enterprise Virtualization (RHEV) sind den emulierten Treibern vorzuziehen.

Unter Red Hat Enterprise Virtualization (RHEV) ist die Verwendung von paravirtualisierten Treibern zur Optimierung einer virtualisierten Windows-Umgebung sinnvoller als der Einsatz emulierter Treiber. Leider stehen die von einer virtuellen Windows-Maschine benötigten paravirtualisierten Treiber in RHEV nicht standardmäßig zur Verfügung. Ohne Ihr Zutun erkennt das Installationsprogramm von Windows die virtuelle Festplatte nicht, die RHEV der VM anbietet. Dies macht eine Intervention des Nutzers vor und während der Installation erforderlich.

Aufgrund der von virtuellen Betriebssystemen in virtualisierten Rechenzentren verwendeten emulierten Treiber, müssen die Betriebssysteme für die Installation nicht eigens angepasst werden. In RHEV nutzen die virtuellen Betriebssysteme paravirtualisierte Treiber, mit denen sich Windows besser optimieren lässt als mit den emulierten Versionen. Die Treiber spielen für die Performance der Hardware eine große Rolle, beispielsweise bei Festplatten und Netzwerk-Karten. Allerdings ist etwas zusätzlicher Aufwand im Hinblick auf die Installation erforderlich. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über paravirtualisierte Treiber für virtuelle Installationen von Windows in RHEV.

Installieren der paravirtualisierten Treiber

Das RPM-Paket virtio-win enthält paravirtualisierte Treiber für Windows. Sie finden es im Red-Hat-Network unter dem Zubehörangebot für Red Hat Enterprise Linux (RHEL). Also müssten Sie bereits von RHEV aus darauf zugreifen können.

Nach Installation des Pakets sehen Sie zwei Dateien im Verzeichnis /usr/share/virtio-win auf dem RHEV-M Server. Bei der ersten handelt es sich um virtio-win-*.iso, ein ISO einer CD-ROM. Dieses enthält alle Treiber, die Sie nach Einrichtung von Windows benötigen. Die zweite Datei, virtio-drivers-*.vfd, ist ein Floppy-Disk-Image, das Sie für die Installation benötigen. Kopieren Sie beide Dateien in die ISO-Bibliothek, bevor Sie die erste virtuelle Maschine (VM) mit Windows installieren.

Verwenden Sie den Befehl rhevm-iso-uploader, um die Image-Dateien in die ISO-Bibliothek hochzuladen. Das folgende Beispiel erläutert das Hochladen von Dateien in eine ISO-Domäne mit dem Namen isos unter Verwendung des Administrator-Namens admin. Sie müssen das virtio-win RPM-Paket unbedingt installieren, bevor Sie diesen Befehl verwenden:

rhevm-iso-uploaded -u admin@example.com --iso-domain=isos upload /usr/share/virtio-win/virtio-win.iso /usr/share/virtio-win/virtio-win.vfd /usr/share/rhev-guest-tools-iso/rhev-tools-setup.iso

Erstellen von VMs und Optimieren der Windows-Performance

Stehen die Treiber zur Verfügung, können Sie die Windows-VM in RHEV-M erstellen. Legen Sie zuerst die gewünschten Hardware-Eigenschaften für die VM fest. Klicken Sie anschließend mit der rechten Maustaste auf die VM und wählen Sie die Option Run Once. Geben Sie im nächsten Schritt die gewünschten Eigenschaften ein. Diese müssen vor dem Start der Installation hinzugefügt werden und stellen sicher, dass die paravirtualisierten Treiber verwendet werden können:

  • Floppy einbinden: virtio-win.vfd
  • CD einbinden: windows-7.iso
  • Boot-Sequenz: CD-ROM (zuerst)
  • Protokoll anzeigen: Spice

Nachdem Sie eine Sprache für die Installation festgelegt haben, wählen Sie die benutzerdefinierte (erweiterte) Installation aus, um für Windows den Speicherort der Treiber angeben zu können. Klicken Sie in der Oberfläche auf Load Driver und anschließend auf OK, um eine Liste mit Treibern von der zuvor eingebundenen Floppy abzurufen. Bei Auswahl des Treibers Red Hat VirtIO SCSI Controller (A:\amd64\Win7\viostor.inf) gewährt Windows Zugriff auf die virtuelle Festplatte, und Sie können mit der Installation der Windows VM fortfahren.

Installieren Sie nach Abschluss der Installation die RHEV-Tools auf der VM. Verbinden Sie hierzu die Windows CD-Treiber mit der rhev-tools-setup.iso-Datei. Öffnen Sie in Windows den CD-Treiber und starten Sie das Installationsprogramm der RHEV-Tools. Führen Sie alle Schritte im Programm aus, um die entsprechenden Grafiktreiber zu installieren und die geeignete Auflösung für eine optimale Windows-Performance festzulegen.

Die paravirtualisierten VirtIO-Treiber erfordern im Vergleich zu emulierten Treibern zwar einen höheren Aufwand für Konfiguration und Anpassung. Andererseits ist Windows ohne diese Treiber nicht in der Lage, die von RHEV angebotene Festplatte zu erkennen. Durch diesen zusätzlichen Aufwand stellen Sie also eine optimale Windows-Performance in RHEV sicher.

Artikel wurde zuletzt im Januar 2013 aktualisiert

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