Fotolia

Pro und Kontra einer unabhängigen OpenStack-Zertifizierung

OpenStack ist eine neue Technologie, entsprechend fehlt es noch an IT-Experten mit Fachwissen. Die OpenStack Foundation will dies mit einer neuen Zertifizierung ändern.

Immer mehr Unternehmen setzen auf OpenStack, dadurch steigt auch die Nachfrage nach IT-Spezialisten mit den nötigen Fachkenntnisse und Zertifizierungen rund um das Open-Source-Framework. Trotz aller Herausforderungen im Umgang mit OpenStack nahm die Zahl der Bereitstellungen in Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern weiter zu, so zumindest 451 Research. Um Unternehmen das Finden passender IT-Mitarbeiter leichter zu machen, wurde jüngst von der OpenStack Foundation ein offizielles Zertifizierungsprogramm ins Leben gerufen.

Die zweite Version des Certified OpenStack Administrator wurde vor kurzem gestartet und stellt derzeit die einzige unabhängige OpenStack-Zertifizierung dar. Seit der Einführung der Zertifizierung im letzten Jahr haben bereits mehr als 1.000 Administratoren an der Prüfung teilgenommen. Laut OpenStack Foundation wird die Zertifizierungsprüfung weltweit virtuell entweder auf Ubuntu oder auf SUSE durchgeführt.

Die Notwendigkeit für eine anbieterunabhängige OpenStack-Zertifizierung

Für Al Sadowski, Research Vice President bei 451 Research, ist das Fehlen fachkundiger Administratoren für produktive OpenStack-Umgebungen seit langem einer der Gründe für die zögerliche Herangehensweise vieler Unternehmen. Zudem würden zwar viele OpenStack-Anbieter eigene Zertifizierungen anbieten, mit diesen aber vor allem auf eigene OpenStack-Distributionen abzielen.

Anbieterabhängige Zertifizierungen werden zwar auch weiterhin wichtig bleiben, vor allem natürlich für Unternehmen, die produktspezifisches Fachwissen benötigen. Aber nicht alle in diesen Zertifizierungen vermittelten Kenntnisse können auf die Produkte anderer Hersteller übertragen werden. Genau aus diesem Grund wurde von der OpenStack Foundation selbst das Certified OpenStack Administrator Programm gestartet. „In dieser Angelegenheit gab es einen hohen Bedarf an Konsistenz“, so Sadowski.

Die Zertifizierungsbemühungen seitens der OpenStack Foundation träfen auf einen großen Zuspruch, erklärt Sadowski, alleine auf dem letzten OpenStack Summit seien etwa 4.000 Trainings durchgeführt worden.

Wer die Zertifizierungsprüfung bestanden hat, könne unterschiedlichste Job-Rollen rund um die Cloud ausfüllen, etwa Cloud-Architekt, Cloud-Administrator oder auch IaaS-Service-Engineer, genauso aber auch Positionen im Bereich Kapazitätsplanung oder IT-Sicherheit, fügt Ganapathi Domal an, Team Lead Continuous Delivery and Infrastructure Engineering bei Barclaycard US: „Mit einer OpenStack-Zertifizierung kann man viele verschiedene Rollen ausfüllen und mit unterschiedlichsten OpenStack-Services umgehen.“

Wenn es um OpenStack-spezifische Kenntnisse geht, sollten zertifizierte Administratoren zum Beispiel sowohl mit der Kommandozeile als auch mit dem Horizo-Dashboard umgehen können, um die häufigsten Aufgaben durchführen und übliche Probleme lösen zu können. Mit einer OpenStack-Zertifizierung sollten zudem die wichtigsten OpenStack-Module wie Keystone für Identity-Services, Nova für Compute- und Neutron für Netzwerkressourcen oder auch Heat für die Orchestrierung bekannt sein.

 Überblick über die wichtigsten OpenStack-Komponenten.
Abbildung 1: Überblick über die wichtigsten OpenStack-Komponenten.

Erfahrung wiegt mehr als Zertifizierung

Trotz der Vorteile einer offiziellen OpenStack-Zertifizierung durch die OpenStack Foundation gilt für viele IT-Spezialisten noch immer die Devise, dass technische Fachkenntnisse eine wesentlich wichtigere Qualifikation darstellt als ein Zertifikat. „Eine Zertifizierung ist ja wunderbar“, so Pedro Aceves, Development Lead on Solutions Delivery bei Barclaycard US, „aber viel wichtiger ist die technische Agilität.“

Zertifizierungen sind ganz generell von eher geringem Wert, weil sie nur Kompetenzen in sehr allgemeinen Szenarien nachweisen, etwa bei der alltäglichen Administration, bei der ersten Einrichtung oder mit technischen Komponenten und Fachbegriffen. „Wonach ich bei Kandidaten wirklich suche“, erklärt Aceves, „ist die Agilität, den gesamten Software-Stack zu verwalten.“ Anders ausgedrückt sollten potenzielle Mitarbeiter wissen, wie man die Vorteile von OpenStack zur Geltung bringt und wie sich damit das gesamte Unternehmen agiler auf dem Markt bewegen kann.

„Wie stellen wir sicher, dass IT-Abteilung, Entwicklung und jedem sonst, der sich auf OpenStack verlässt, die notwendigen Mittel zur Verfügung stehen?“, fragt sich Aceves. „Wenn mir eine Zertifizierung garantieren kann, dass deren Inhaber seinen Fachbereich in dieser Weise administrieren kann, dann wäre sie immens wertvoll. Tatsächlich ist dies meiner Erfahrung nach nicht immer der Fall.“

Folgen Sie SearchDataCenter.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook!

Artikel wurde zuletzt im Oktober 2017 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Private-Cloud-Infrastruktur

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

Close