PowerShell Core 6: Open Source und auch für Linux und Mac verfügbar

PowerShell Core 6.0 ist die Open-Source-Version der PowerShell und auch für Linux und MacOS verfügbar. Ein Überblick über Voraussetzungen und Funktionsweise.

Microsoft bietet parallel zur Standard-Version der PowerShell auch eine Core-Version an. Diese wird als Open-Source-Version zur Verfügung gestellt und unterscheidet sich in einigen zentralen Punkten von der proprietären Version.

Installieren lässt sich PowerShell Core 6.0 auch auf Windows-Rechnern ab Windows 7. Allerdings bietet die Core-Variante generell weniger Funktionen als die Vollversion der PowerShell. Es fehlen zum Beispiel Erweiterungen und die Möglichkeit, per WMI auf Geräte zuzugreifen.

Allerdings entwickelt Microsoft die Core-Version der PowerShell beständig weiter. So ist es beispielsweise geplant, dass auf Dauer alle Module, die für die herkömmliche PowerShell genutzt werden können, auch für PowerShell Core 6.0 nutzbar sind. Viele Aufgaben lassen sich aber auch problemlos mit der Core-Variante durchführen.

Die aktuelle PowerShell 5.1 wird die letzte Version sein, die vollständig für Windows entwickelt wurde. Neue Versionen will Microsoft plattformunabhängig zur Verfügung stellen. Auf Dauer wird PowerShell 6.0 also auch die Standardversion für neue Windows-Systeme, wahrscheinlich auch für Windows 10 und Windows Server 2016.

Diese Versionen von MacOS X und Linux werden unterstützt

Die Installation von PowerShell Core 6.0 ist neben Windows-Clients natürlich auch auf Servern ab Windows Server 2008 R2 und neuer möglich. Um PowerShell Core 6.0 auf Linux-Rechnern zu installieren ist Ubuntu (14.04 und 16.04), Debian 8, CentOS 7, Red Hat Enterprise Linux 7, OpenSUSE 42,1 oder Arch Linux notwendig. Für andere Distributionen bietet Microsoft auf GitHub ein eigenes Paket zur Installation an.

Auf MacOS-Rechnern ist mindestens MacOS X 10.12 notwendig. Zusätzlich kann PowerShell Core 6.0 aber auch in Docker-Containern betrieben werden sowie innerhalb der auf Sicherheit getrimmten Linux-Distribution Kali-Linux.

Bevor PowerShell Core 6.0 installiert werden kann, muss auf dem entsprechenden Rechner noch das .NET Core Framework installiert werden.

PowerShell Core 6.0 installieren und nutzen

Bei der Core-Variante handelt es sich um eine neu aufgesetzte Version, die vollkommen plattformunabhängig ist. Das ist gleichzeitig auch die wichtigste Neuerung: PowerShell Core 6.0 Basis von PowerShell Core ist .NET Core. Generell läuft PowerShell Core 6.0 problemlos auf MacOS X und Linux, allerdings sind in der aktuellen Version noch nicht alle Cmdlets verfügbar. Es ist aber damit zu rechnen, dass Microsoft die Basis von PowerShell Core 6.0 ständig erweitert.

 Ausführen von get-command in der PowerShell Core 6.0
Abbildung 1: Ausführen von get-command in der PowerShell Core 6.0.

Wie bei der Vorgängerversion PowerShell 5.1 lassen sich auch in der PowerShell Core 6.0 alle Befehle mit get-command anzeigen. Hier ist schnell zu sehen, welche Befehle nutzbar sind. Der Befehl funktioniert auf Windows-Rechnern genauso wie auf MacOS X und Linux.

Auf Linux-Rechnern kann die PowerShell Core zum Beispiel mit den folgenden Befehlen installiert werden:

sudo apt-get update

Sudo apt-get install -y powershell

Danach kann die PowerShell auch über den Befehl powershell in SSH-Sitzungen gestartet werden, zum Beispiel über Putty. Das erweitert die Möglichkeit von Linux-Rechnern, wenn im Netzwerk noch Windows Server zum Einsatz kommt. Umsteiger und Windows-Administratoren können auf diesem Weg zum Beispiel Linux-Server verwalten, und dabei auf bekannte Werkzeuge der PowerShell setzen.

Um die installierte Version anzuzeigen, wird in der PowerShell der Befehl $PSVersionTable verwendet. Auch der Befehl Get-Variable Is* zeigt Informationen zur installierten Version an.

Eine Liste aller Module, mit der die aktuelle Version der installierten PowerShell kompatibel ist, lässt sich mit Get-Module -ListAvailable anzeigen.

Überprüfen der installierten Version der PowerShell Core.
Abbildung 2: Überprüfen der installierten Version der PowerShell Core.

Neben der Verwaltung von Windows-Servern können mit der PowerShell aber auch Linux-Bereiche verwaltet und genutzt werden. So kann zum Beispiel auch Tail in der PowerShell genutzt werden, zum Beispiel mit:

Get-Content -Path my.log -Tail 10 -Wait

PowerShell Web Access und PowerShell ISE

Aktuell ist noch nicht klar, wie Microsoft mit Erweiterungen der PowerShell umgeht. Ob es auch weiterhin PowerShell Web Access geben wird, also den Zugriff auf die PowerShell per Webbrowser, ist momentan zum Beispiel noch ungewiss. Außerdem ist noch nicht sicher, wie der Zugriff über das Netzwerk erfolgen soll. In Zukunft wird die PowerShell hier aber eher auf SSH setzen, als auf WinRM wie bisher. Um zum Beispiel eine Remote-Sitzung aufzubauen, wird folgender Befehl verwendet:

Enter-PSSession -Hostname <IP oder FQDN> -Username <Benutzername> -SSHTransport

Zur PowerShell gehört auch die PowerShell Integrated Scripting Engine (ISE). In Zukunft ist aber zu erwarten, dass auch für die PowerShell Core 6.0 eine grafische Oberfläche zur Verfügung stehen wird, vermutlich auf Basis von Visual Basic Code.

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Artikel wurde zuletzt im September 2017 aktualisiert

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