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PowerCLI 6.5: Die wichtigsten Neuerungen für vSphere, vROps, vSAN und Horizon

Zusammen mit vSphere 6.5 wird auch die PowerCLI 6.5 erscheinen. Die VMworld Europe bot Gelegenheit für einen Blick auf die Neuerungen.

VMware hat auf der VMworld Europe 2016 in Barcelona zusammen mit vSphere 6.5 die neue Version 6.5 der PowerCLI angekündigt. Dieser Artikel gibt einen kurzen Vorschmack auf brandneue Features und zeigt interessante Möglichkeiten mit der aktuellen PowerCLI 6.3.

VMware PowerCLI ist eine Sammlung von Modulen für Microsofts PowerShell, mit denen Administratoren VMware-Produkte wie vSphere, vSAN, vCloud Air, vCloud Director oder den vSphere Update Manager per Kommandozeile automatisieren und verwalten können. Außerdem bietet PowerCLI eine Reihe von Optionen zur Authentifizierung bei der Remote-Administration von ESX-Hosts.

VMware hat sich als eines der ersten Unternehmen die Vorteile der PowerShell zu Eigen gemacht und ist seit der PowerShell-Version 1.0 dabei. PowerCLI 1.0 erschien bereits im Sommer 2008, seinerzeit noch unter dem Namen VI Toolkit 1.0, und umfasste damals rund 120 Cmdlets. Heute zählt PowerCLI zu den populärsten und am weitesten verbreiteten Erweiterungen der PowerShell und bringt es in der aktuellen Version 6.3 auf mehr als 530 Cmdlets, was sich über den folgenden Befehl leicht verifizieren lässt:

Get-VICommand | MeasureObject

Mit der PowerCLI hatte VMware offenbar schon früh einen Nerv getroffen, denn die PowerCLI war unter vSphere-Admins schon im Einsatz, noch bevor das Hyper-V-Modul für PowerShell zum Lieferumfang von Windows gehörte. VMwares Entscheidung, schon so früh auf die PowerShell als Werkzeug vor allem für Automatisierungsaufgaben zu setzen, war strategisch weitsichtig und im Jahr 2008 durchaus mutig. Einerseits war ja die PowerShell selbst damals lange nicht so populär wie heute und andererseits gab es bereits hunderte von Automatisierungsskripten für die Perl-basierte RemoteCLI.

Von PowerCLI 6.0 zu 6.5

Das aktuelle 6er Release der PowerCLI ist zeitgleich mit vSphere 6.0 im März 2015 erschienen. Aktuell ist heute die Version 6.3.0 R1 Patch 1, erschienen im April 2016. Über die Jahre hat VMware die Struktur der PowerCLI schrittweise strikt an die Designvorgaben der PowerShell angepasst. Die Konsequenz davon ist, dass alle wichtigen Funktionen als Module realisiert sein sollen, bei denen die zugehörigen Pfade auch ordnungsgemäß in der PowerShell registriert sind ($env:PSModulePath). Dieser Prozess soll mit PowerCLI 6.5 endgültig abgeschlossen sein.

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Beim Release R3 sind die Cmdlets für Image Builder und AutoDeploy noch in PowerShell-Snap-ins gekapselt. Solche tiefgreifenden architektonischen Änderungen haben allerdings zur Folge, dass bestehende Skripte solche Snap-ins nicht mehr finden. Nutzer müssen also auch ihre vorhandenen PowerCLI-Skripte so anpassen, dass diese nach PowerShell-Modulen suchen.

Core-vSphere-Module aktualisiert

In PowerCLI 6.5 haben die Entwickler um Alan Renouf unter anderem auch die vSphere-Core-Module aktualisiert. So ist es ab der Version 6.5 beispielsweise für die Cmdlets New-VM und Set-VM möglich, die Anzahl der Cores pro VM zu spezifizieren. Außerdem soll Open-VMConsoleWindow ab PowerCLI 6.5 jetzt die aktuelle Version 9 des VMware Remote Client (VMRC) nutzen.

vSAN-Neuerungen in PowerCLI 6.3 und 6.5

Ferner haben die Entwickler die Storage-Module deutlich erweitert. Der größte Teil der vSAN-Unterstützung hat ja erst mit Version 6.3 in die PowerCLI Einzug gehalten, wobei die Code-Basis der meisten PowerCLI-vSAN-Befehle aus einem Fling stammen, das drei VMware-Mitarbeiter im Februar 2015 in den VMware Labs veröffentlicht hatten. Der Einfluss der Community auf die PowerCLI-Entwicklung ist also entsprechend groß.

Dazu mussten seinerzeit auch zahlreiche Core-Module des vSphere-Moduls aktualisiert werden. Neben den Cmdlets zur Verwaltung von vSAN-Ressourcen (*-VSANDisk, *-VSANDiskGroup) hatten in Version 6.3 zum Beispiel auch die Cmdlets Set-Cluster und New-Cluster zwei neue Parameter erhalten. Mit -VSANEnabled wird beispielsweise festgelegt, ob das Cluster-Objekt überhaupt vSAN unterstützt,  mit –VSANDiskClaimMode legt der Admin für das betreffende Cluster-Objekt fest, ob die im Cluster vorhandenen Festplatten manuell oder automatisch zum vSAN-Cluster hinzugefügt werden.

vSAN 6.5 bringt nun gleich einen ganzen Schwung neuer vSAN-Cmdlets, die die PowerCLI zum Beispiel mit der Fähigkeit ausrüsten, vSAN-Cluster-Konfigurationen abzurufen oder zu setzen. Ferner wird die PowerCLI 6.5 über die Möglichkeit verfügen, vSAN Fault Domains einzurichten, die HCL-Datenbank zu aktualisieren (eine neue Funktion in VSAN 6.2) oder verschiedene vSAN-Tests durchzuführen.

Abbildung 1: Das Ermitteln der vSAN-Cluster-Konfiguration per PowerCLI.

Auch für VVOLs wird es in PowerCLI 6.5 eine Reihe neue Cmdlets geben. So ist es mit der PowerCLI 6.5 beispielsweise möglich, Replication Groups zu empfangen, beziehungsweise zu synchronisieren, genauso wie eine replication failover preparation zu empfangen beziehungsweise zu starten und den replication failover selbst zu starten.

NFS-4.1-Datastores per PowerCLI verwalten

Bereits seit der Version 6.0 haben die PowerCLI-Entwickler analog zum entsprechenden Support in vSphere 6 auch Cmdlets zum Verwalten von NFS-4.1-Datastores ergänzt. NFS 4.1 unterscheidet sich von NFS 3.0 grundsätzlich durch die Verwendbarkeit einer sicheren Kerberos-5-Authentifiziering. Soll beispielsweise Kerberos 5 zusammen mit einem NFS-4.1-Datastore verwendet werden, kann mit dem betreffenden Cmdlet Set-Datastore die Option Kerberos als Parameter übergeben werden:

New-Datastore –Name <Anzeigename> -NFS -NFSHost <Name/IP des NGS-Servers> -Path < Export> -Kerberos

Ferner gibt es seit PowerCLI 6 eine Reihe von Cmdlets zur Verwaltung der zugehörigen Nutzer-Anmeldedaten für den jeweiligen ESXi-Host, darunter zum Beispiel die folgenden:

New-NFSUser –VMHost <ESXi-Host> –Username <Name> -Password <Passwort>

Set-NFSUser –VMHost <ESXi-Host> –NFSUser <NFSUser-Objekt>  -Password <Neues Passwort>

Get-NFSUser –VMHost <ESXi-Host>

PowerCLI 6.5 bringt neues Horizon-View-Modul

Schließlich wird die PowerCLI 6.5 ein komplett neu geschriebenes Horizon-View-Modul mitbringen. Das Modul muss nun nicht mehr ausschließlich auf dem View Connection Server laufen und wird vom PowerCLI-Installer automatisch mit installiert. Es bietet Zugriff auf die komplette Horizon View Public API und bringt eine Reihe erweiterter Funktionen mit, die in Kürze auch im offiziellen PowerCLI Community Repo auf GitHub verfügbar sein sollen.

vROps-Scripting per PowerCLI

Seit der Version 6 enthält PowerCLI mit dem Modul VMware.VimAutomation.vROps auch ein Modul zum Skripten des vRealize Operations Manager. Das Modul enthält eine ganze Reihe von Cmdlets zu diesem Zweck, wobei das Öffnen oder Beenden einer Sitzung zu vROps über die Cmdlets Connect-OMServer beziehungsweise Disconnect-OMServer erfolgt. Ist eine Session initiiert, lassen sich zahlreiche Monitoring-Informationen anzapfen, etwa Alarme, Alarmdefinitionen, Empfehlungen oder statistische Daten für die einzelnen Metriken.

Allerdings gibt es nur ein Cmdlet, das die Funktion des Operations Managers beeinflusst: Set-OMAlert ermöglicht mit seinen Parametern Take Ownership, Release Ownership, Suspend und Cancel ein Integrieren des Operations Managers in bestehende ITSM-Infrastrukturen (IT-Servicemanagement) per PowerCLI.

PowerCLI unter Linux und Docker

Viele interessante Workshops und Vorträge zur PowerCLI gab es auch auf der VMworld Europe Ende Oktober 2016 in Barcelona. Nach einmaliger Registrierung können die meisten Sessions als Video-Aufzeichnung abgerufen werden, darunter auch etliche zur PowerCLI.

Eine der interessantesten Sessions war die Demonstration des PowerCLI Core Moduls von Kyle Ruddy, Senior Technical Marketing Engineer bei VMware, das sich auf die Freigabe der PowerShell von Microsoft als Open-Source-Software bezieht. So ist es möglich, die gleichen PowerCLI-Cmdlets in gleicher Weise von einen Windows-, Linux- oder MacOS-Host abzusetzen. Das benötigte PowerCLI Core-Modul nutzt Microsoft PowerShell Core und .Net Core, um die Verwendbarkeit der PowerCLI unter Linux, Mac oder Docker zu ermöglichen. Das benötigte PowerCLI-Core-Modul ist seit dem 17. Oktober passend zu VMworld Europe als Fling in den VMware-Labs zum Download verfügbar.

Die kommende PowerCLI-Version verspricht überaus interessant zu werden, unter anderem auch, weil die Einhaltung der architektonischen Designvorgaben von Microsoft massive Umbauten am Fundament erforderten. Das wiederum wird für Anwender und Admins bedeuten, das eine oder andere Skript anpassen zu müssen.

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Artikel wurde zuletzt im November 2016 aktualisiert

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