OpenStack und Co.: Versteckte Kosten von Open-Source-Cloudplattformen

Viele Unternehmen halten Open-Source-Cloudlösungen für kostengünstiger als proprietäre Modelle. Dabei werden einige Kostenfaktoren gerne übersehen.

Im Enterprise-Sektor sind Open-Source-Cloudplattformen wie OpenStack und CloudStack längst genauso in aller Munde...

wie deren scheinbarer Mehrwert für Unternehmen. Immerhin scheint das Konzept bestechend: Der Programm-Code ist kostenlos und Unternehmen haben – durch eigene Modifikationen oder Kooperation mit den Open-Source-Trägerorganisationen ­­– mehr oder weniger intensive Kontrolle über die Software.

Die wahren Kosten von Open-Source-Computing werden jedoch oft unterschätzt. Support, zusätzliche Tools, Schulungsbedarf und weitere Ausgabenposten für den Einsatz von Open-Source-Software sind nicht immer auf den ersten Blick offensichtlich. Auch wenn die Software offen und kostenlos ist, gilt es noch immer eine Vielzahl möglicher zusätzlicher Kosten zu berücksichtigen. In einigen Fällen kann es somit vorkommen, dass Open-Source-Software sogar mehr Kosten verursacht als eine proprietäre Cloudlösung.

OpenStack gegen die großen Drei der Cloud

Im Wesentlichen läuft beim Kampf um die Cloud momentan alles auf eine Konfrontation zwischen OpenStack als quelloffene IaaS-Plattform (Infrastructure as a Service) und den vorherrschenden Public-Cloud-Providern Amazon, Google und Microsoft hinaus. Viele IT-Anbieter, darunter zum Beispiel HP, Red Hat, Cisco und IBM, bieten eigene OpenStack-Distributionen an. Unternehmen können aber auch direkt den Quellcode herunterladen und selbst eigene Umgebungen bereitstellen.

OpenStack-Anbieter bieten die Software kostenlos an und verdienen anschließend an ihren Service- und Support-Dienstleistungen. Ein fast noch wichtigeres Geschäftsfeld sind dabei die kostenpflichtigen ergänzenden Softwareprodukte.

Wenn die Kostenstruktur eines Open-Source-Projekts evaluiert werden soll, dann sollten – unabhängig von der Open-Source-Cloud der Wahl – die folgenden vier Punkte einer genaueren Untersuchung unterzogen werden:

  1. Auswahl der passenden Code-Distribution für die spezifischen Anforderungen;
  2. das Cloud-Verwaltungssystem;
  3. Cloud-Sicherheit und -Governance;
  4. Akzeptanztests.

Hohe Kosten entstehen meist durch Tätigkeiten, nicht durch Technologien. Im Fall von OpenStack bedarf es zur Bereitstellung des Stacks einer Menge hochgradig anspruchsvoller technischer Vorarbeiten. Beispielsweise sind OpenStack-Betreiber zuständig für Aufgaben wie das Konfigurationsmanagement, Patch-Einspielungen, Upgrade-Handling, Monitoring, Kapazitätsprognose und -verwaltung, Abrechnung und Erstattungen sowie Integration vorhandener Infrastruktur und Tools. Wenngleich Distributionsanbieter heute Installation und Konfiguration nahezu schlüsselfertig anzubieten versuchen, bleibt doch noch immer sehr viel mehr Arbeit übrig, als bei der Nutzung einer Public Cloud.

Public oder Private Cloud

Neben der Wahl zwischen dem quelloffenen OpenStack-Code und OpenStack-Distributionen großer Anbieter umfasst die Auswahl einer Open-Source-Cloud zudem noch die Entscheidung zwischen Private und Public Cloud. Zwar gibt es einige Open-Source-Public-Clouds, bei der Mehrheit der Open-Source-Clouds handelt es sich aber um Private Clouds. 

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Bei Private Clouds sind deren Nutzer für Kauf und Wartung der Hardware zuständig. Schon aus diesem Grund sind Private Clouds teurer als Public Clouds, ganz unabhängig davon, ob sie proprietär oder quelloffen sind. Hinzu kommt, dass viele Nutzer einer Private Cloud für deren korrekte Installation und Konfiguration oft Heerscharen an Beratern beauftragen müssen.

Beim Kostenvergleich sollten Unternehmen die Gesamtkosten eines Cloudbetriebs über mehrere Jahre hinweg betrachten. Open-Source-Clouds sind normalerweise in der Anfangsphase kostenintensiver, können aber auf lange Sicht Kostenvorteile im Betrieb ausspielen. Betrachtet man hingegen einen Fünf-Jahres-Zeitraum, so sind proprietäre Public-Cloudlösungen noch immer deutlich günstiger.

Die meisten Unternehmen berücksichtigen diese Kosten einer Open-Source-Lösung nicht, und stoßen daher die Rentabilitätsaspekte oftmals über Bord. Anwender dagegen sind schnell mit dem Urteil bei der Hand, dass Open-Source-Software kostenlos sei, und verkennen dabei oft die Kosten von Installation, Deployment und Support.

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Artikel wurde zuletzt im August 2015 aktualisiert

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