Mit OpenStack Liberty und Mitaka von IaaS zu PaaS und SaaS

Liberty und Mitaka als aktuelle und kommende OpenStack-Version zeigen: OpenStack wird erwachsen und verlagert den Fokus von IaaS zu PaaS und SaaS.

OpenStack hat nach wie vor eine enorm hohe Release-Geschwindigkeit von zwei Versionen pro Jahr, wodurch alle sechs...

Monate eine neue Version zur Verfügung steht. Im Oktober 2015 wurde die derzeit aktuelle OpenStack-Version Liberty veröffentlicht, immerhin bereits die zwölfte Hauptversion in nur sechs Jahren. Im April 2016 wird schließlich mit OpenStack Mitaka der dreizehnte OpenStack-Release erfolgen.

Unternehmen stehen damit vor der enormen Herausforderung, ihre IT-Umgebung alle sechs Monate auf eine neue OpenStack-Version aktualisieren zu müssen – sofern sie von den jeweils neuen Funktionen profitieren wollen. Die meisten OpenStack-Anwender, wie übrigens auch viele Anbieter kommerziell unterstützter OpenStack-Versionen, sind allerdings dazu übergegangen, ein OpenStack-Release zu überspringen und somit nur ein Update pro Jahr zu berücksichtigen.

Der schnelle Release-Zyklus von OpenStack begründet sich dabei vor allem durch die enorme Geschwindigkeit, mit der aus der OpenStack-Community neue Funktionen und Module entwickelt werden. Für Peter Chadwick, als Senior Product Manager bei SUSE für SUSE OpenStack Cloud zuständig, stellt OpenStack Liberty in dieser Hinsicht aber eine Art Zäsur dar.

OpenStack Liberty adressiert Management und Stabilität

Bis zum Liberty-Release sei es der Community vor allem um neue Funktionen und um die Weiterentwicklung neuer Module gegangen, mit denen OpenStack für immer neue Anwendungsfälle gerüstet werden sollte. Aufgrund der anhaltenden Kritik an OpenStack wegen der hohen Komplexität bei Bereitstellung, Management und Upgrades sei im Vorfeld der Liberty-Veröffentlichung in den einzelnen Projektgruppen die Übereinkunft getroffen worden, OpenStack mit Liberty vor allem besser für den Einsatz in Produktivumgebungen vorzubereiten.

In der Folge weist OpenStack Liberty vor allem Verbesserungen bei Skalierbarkeit, Management, Stabilität und Interoperabilität auf – allesamt Funktionen, auf die sich Unternehmen für den sicheren Betrieb von OpenStack verlassen können müssen. Für Peter Chadwick trifft die Kritik an OpenStack dann auch nicht die Kernfunktionen wie Nova, Cinder, Swift oder Neutron, sondern das komplexe Management, das zum Beispiel mit OpenStack Heat adressiert wurde.

In die gleiche Richtung argumentiert auch Alan Clark, Chairman der OpenStack Foundation, der ebenfalls die fehlende Reife der Nebenprojekte als Basis der OpenStack-Kritik ausmacht. Die Kernprojekte zur IaaS-Bereitstellung (Infrastructure as a Servicedagegen seien längst bereit für Produktivumgebungen, wie die vielen mittlerweile in die Tat umgesetzten Machbarkeitsstudien der letzten Jahre gezeigt hätten.

OpenStack-Community verlagert den Fokus von IaaS zu PaaS und SaaS

Nachdem OpenStack also in den letzten Jahren, vor allem auch durch OpenStack Liberty, zu einem einsatzbereiten Cloud-Framework für IaaS-Clouds herangereift sei, so Matthias Pfützner, Senior Solution Architect Cloud bei Red Hat, fokussiere sich die OpenStack-Community auch mit dem Mitaka-Release immer mehr auf höher liegende PaaS- und SaaS-Dienste (Platform as a Service und Software as a Service) wie etwa das Database-as-a-Service-Modul OpenStack Trove zeige.

Die gleiche Entwicklung von OpenStack beobachtet auch Peter Chadwick von SUSE, laut dem sich viele SUSE-Kunden zwar noch mit grundlegenden Modulen wie Nova und Glance beschäftigen, gleichzeitig aber auch die Nachfrage nach höher liegenden Services wie dem Shared-Folder-as-a-Service-Modul Manila steigt. Ein weiteres Beispiel für diesen Trend, so wiederum Alan Clark von der OpenStack Foundation, sei das zunehmende Interesse am OpenStack-Modul Sahara, mit dem sich auf OpenStack ein Hadoop- oder Spark-Cluster bereitstellen lässt.

Sowohl OpenStack Trove als auch Manila und Sahara sind zum Teil bereits seit längerem erhältlich und stehen damit nicht im direkten Zusammenhang mit OpenStack Liberty oder Mitaka. Aber der veränderte Fokus der OpenStack-Community weg von Kernprojekten hin zu SaaS- und PaaS-Modulen lässt sich mit jeder neuen OpenStack-Version immer stärker beobachten und wird sich auch mit OpenStack Mitaka fortsetzen.

Alle diese Beispiele rund um Liberty und Mitaka zeigen: OpenStack wird erwachsen und entwickelt sich weg von einer reinen Self-Service-IaaS-Cloud hin zu wesentlich komplexeren Anwendungsfällen. Im gleichen Maße stellt sich aber zunehmend die Frage, wie lange die OpenStack-Community am halbjährlichen Release-Zyklus festhalten will, vor allem wenn viele Unternehmen und Anwender in Produktivumgebungen sowieso nur ein Versionsupgrade pro Jahr mitmachen.

Enterprise-Umgebungen brauchen Stabilität und keinen halbjährlichen Versionswechsel. Das bieten derzeit nur OpenStack-Distributionen mit kommerziellem Support, die dann eben meist nur jährlich aktualisiert werden.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2016 aktualisiert

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