Linux-Virtualisierung mit Xen: Neue Relevanz durch Cloud Computing

Einst von KVM verdrängt, gewinnt Xen als Virtualisierungs-Tool wieder vermehrt an Bedeutung. Einer der Gründe hierfür ist Cloud Computing.

Vor sieben Jahren hat Xen mit einem gänzlich neuen Ansatz zur Hardware-Virtualisierung den Markt für Virtualisierungslösungen...

revolutioniert. Trotzdem wurde danach allerdings KVM (Kernel-based Virtual Machine Hypervisor) zum De-facto-Standard für Virtualisierung, während Xen fast vom Erdboden verschwunden ist. In modernen Data Centern verhilft die Cloud Xen jetzt zu neuer Relevanz.

Als Citrix XenSource aufkaufte, die Gründerfirme von Xen, und XenServer entwickelte, verschwand der Xen-Hypervisor zunächst aus der Open-Source-Welt und seine Zukunft war alles andere als klar. KVM stieß daraufhin schnell in die von Xen hinterlassene Lücke vor und etablierte sich als neue Alternative, die sich zudem besser in den Linux-Kernel integrieren ließ.

Zunächst hat es so ausgesehen, als könnte Linux als Virtualisierungsplattform mit VMware konkurrieren. Dieser Hype war allerdings schnell vorbei und damit war klar, dass VMware in Sachen Server-Virtualisierung klar eine Vormachtstellung eingenommen hatte, was wiederum generell das Interesse an Open-Source-Tools zur Virtualisierung schwinden ließ. Dann kündigte zudem auch Red Hat noch an, Virtualisierung via Xen komplett den Laufpass zu geben, wodurch Xen zunächst vor dem Aus schien.

Auch wenn die Zukunft für Xen damit eher düster aussah, einige Unternehmen hatten bereits auf Xen-Technologie basierende Virtualisierungsplattformen geschaffen und waren mit der Performance sehr zufrieden. Wer Xen auf Red Hat benutzte musste seine Plattformen damit auf KVM migrieren oder weiterhin Red Hat Enterprise Linux in Version 5 verwenden. Die beiden anderen wichtigen Linux-Anbieter, SUSE und Oracle, boten dagegen weiterhin Xen-Plattformen in ihren Enterprise-Linux-Distributionen an.

Im April 2013 hat schließlich die Linux Foundation die Verantwortung für das Xen-Virtualisierungs-Projekt übernommen. Dieser Schritt stärkte die Glaubwürdigkeit als Open-Source-Software und setzte neue Energie frei, um neue Versionen von Xen zu entwickeln. Parallel dazu kommt Xen auch der Aufstieg von Cloud Computing zugute, da Xen auf Plattformen wie zum Beispiel OpenStack und Amazon Web Services eine wichtige Rolle spielt.

Bei neueren Versionen von Xen hat man sehr viel Arbeit investiert, um die Integration mit Linux zu verbessern, und auch am Zusammenspiel mit den Qemu-Virtualisierungs-Tools wurde gearbeitet. Damit ist auch ganz allgemein die Integration in Hinblick auf Linux besser geworden. Darüber hinaus kann Xen nun automatisch Open vSwitch als Netzwerk-Bridge verwenden. Damit ist die Grundlage für eine Verwendung von Xen in Umgebungen geschaffen, in denen Software-defined Networking (SDN) zum Einsatz kommt.

Eine weitere interessante Entwicklung stellen die Citrix-Pläne dar, XenServer als freie Software zur Verfügung zu stellen. Die dafür verwendete Lizenz soll die GNU General Public License Version 2 (GPLv2) sein. Dieser Schritt könnte die weitere Verbreitung der Xen-Plattform enorm vergrößern helfen. Allerdings könnte man diese Ankündigung auch sehr zynisch sehen, denn oft stellen Firmen ein Produkt nur deshalb als Open-Source zur Verfügung, weil man wegen des ausbleibenden Erfolgs keine Ressourcen mehr dafür investieren möchte. Im Endeffekt dürfte es aber egal sein, was Citrix zu diesem Schritt bewegt hat. Die Veröffentlichung von XenServer als Open Source wird helfen, Xen als allgemeine Virtualisierungsplattform neu zu etablieren.

Wenn Sie sich fragen, ob Xen in der näheren Zukunft die führende Virtualisierungsplattform Ihrer Linux-Distribution sein wird, muss das allerdings eher verneint werden. Dem Linux-Marktführer Red Hat gehört immerhin praktisch das Konkurrenz-Produkt KVM. Daher dürfte zumindest Red Hat Xen nicht wieder einführen. Aus anderen Linux-Distributionen ist Xen allerdings nie wirklich komplett verschwunden. Wichtiger ist auch, dass die Technologie für Cloud-Plattformen inzwischen einen guten Ruf genießt. Die großflächige Einführung von Cloud-Services in den vergangenen Jahren wird sicherstellen, dass uns Xen noch viele Jahre erhalten bleibt.

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2014 aktualisiert

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