Ist ein Upgrade auf vSphere 5.1 sinnvoll? Das kommt auf Ihre aktuelle Version an!

Ob sich ein Upgrade auf VMware vSphere 5.1 lohnt, lässt sich nicht Pauschalisieren. Nicht jeder Administrator braucht die neuen Funktionen.

VMware vSphere 5.1 bietet gegenüber 5.0 viele neue und aktualisierte Funktionen. Allerdings dürfte nicht jeder...

IT-Anwender gleichermaßen davon profitieren.

System-Administratoren und Geschäftsinhaber müssen bei der Investition in neue Software viele Faktoren beachten – etwa technische Fortschritte, Markt-Positionierung, Nutzerfreundlichkeit und Stabilität des Anbieters. Wie also schneidet bei Virtualisierung die VMware-Suite vSphere 5.1 ab?

Technische Neuerungen in vSphere 5.1

Technisch gesehen ist das neue Release eher Evolution als Revolution. Für aktuelle Nutzer von vSphere 5.0 gibt es an vSphere kaum etwas (wenn überhaupt), das ein Upgrade rechtfertigen würde. Viele der neuen Features von vSphere 5.1, etwa vMotion ohne geteiltes Storage, sollen vor allem Neuinstallationen erleichtern. Andere Aktualisierungen, darunter die durch die Nicira-Akquisition übernommenen Komponenten für Software-defined Networking, sind von wenig Wert für Organizationen, die bereits in Netzwerke und Rechenzentren für frühere Generationen von VMware vSphere investiert haben.

Wenn Sie allerdings mit vSphere 4 arbeiten (oder sogar noch Nutzer von ESX 3.5 sind), können die zusätzlichen Features von vSphere 5.1 die Investition in ein Upgrade rechtfertigen. Der Web-Client auf Grundlage von Adobe Flex liegt jetzt in seiner zweiten Iteration vor und bietet ein angenehmes und leistungsfähiges Management-Interface. Single Sign-on kann das Leben ebenfalls leichter machen. Auch die neue Replikationsfunktion von vSphere, das Format für virtuelle Maschinen (VMs) und umfangreichere VM-Fähigkeiten könnten für unterschiedliche Nutzer reizvoll sein.

Die Stärke von VMware liegt in der Verzahnung getrennter Technologien zur Virtualisierung. Insofern sind auch seine Management-Werkzeuge von Bedeutung – gegenüber der Konkurrenz hat VMware nur hier klare Vorteile. Das Unternehmen akquiriert und entwickelt Technologien zur Automatisierung des Rechenzentrums und integriert sie in seine Management-Software, um so eine wirklich einheitliche und übersichtliche („single pane of glass“) Verwaltung von Rechenzentren zu ermöglichen.

Zudem kann ein Upgrade auf vSphere 5.1 auch für kleine Unternehmen bedeutende Vorteile bringen. Das Kit vSphere Essentials Plus enthält jetzt auch VMware High Availability, Distributed Power Management und eine Storage-Appliance. Damit kommt Computing der Enterprise-Klasse auch in kleinere Unternehmen.

Für 2013 wird allgemein die Veröffentlichung von VMware 6.0 erwartet. Administratoren können also entscheiden, ob sie auf dieses größere Upgrade warten oder den inkrementellen Schritt zu 5.1 machen wollen. Natürlich könnten manche auch beschließen, auf die neuesten der neuen Technologien in 6.0 vorerst zu verzichten, bis Early Adopters alle Fehler darin gefunden haben.

Änderungen des Preis-Struktur von 5.0 zu 5.1

Wenn Sie mit vSphere 4 arbeiten (oder sogar noch Nutzer von ESX 3.5 sind), können die zusätzlichen Features von vSphere 5.1 die Investition in ein Upgrade rechtfertigen

Mit der Einführung seiner vRAM-Gebühr bei vSphere 5.0 hat VMware beinahe eine Kunden-Aufstand ausgelöst und den Schritt dann schnell wieder rückgängig gemacht. Nachdem Hersteller und System-Administratoren zuvor ein Jahrzehnt lang gedrängt worden waren, massiv in weniger Server mit viel physischem RAM zu investieren, wäre die Abrechnung nach jedem Gigabyte RAM eine Bestrafung für die bestehenden Kunden gewesen.

Mit vSphere 5.1 entfällt die Notwendigkeit, RAM zu zählen und die eigenen Systeme so umzubauen, dass die nächste merkwürdige Lizenz-Politik möglichst wenig Belastungen bringt: Die Lizenzierung erfolgt jetzt wieder schlicht nach der Zahl der Sockel.

Mit der neuen Preis-Struktur werden die Kosten bei fast allen Szenarien außer einigen sehr speziellen sinken. Allerdings könnte der vRAM-Versuch bleibenden Schaden beim Vertrauen der Kunden angerichtet und in manchen Fällen zu offener Feindseligkeit geführt haben. Um das zu sehen, müssen Sie nur in ein VMware-Nutzerforum schauen. Jede Organisation muss selbst entscheiden, ob VMware seine Lektion gelernt hat, oder ob das Unternehmen bei der nächsten Gelegenheit wieder versuchen wird, seine Gewinne auf Kosten der Kunden zu maximieren.

Der Massen-Markt für Hypervisoren und Virtualisierung

Beim aktuellen Reifegrad von Virtualisierung sind die meisten neuen Features und Technologien nur noch für Nischen-Anwendungen wirklich interessant. All die alltäglichen Probleme sind längst gelöst. Wie lange also werden Software-Anbieter mit den jeweils modernsten Funktionen noch hohe Margen verdienen können, bevor auch die zur Massenware werden?

Auf dem Gesamtmarkt hat es Hyper-V von Microsoft endlich geschafft, bei Virtualisierung zu VMware aufzuschließen. Citrix könnte man als technisch noch führend bezeichnen. Auch Open-Source-Deployments sind in ersten großen Rechenzentren zu finden. Damit konkurrieren neue vSphere-Versionen also auch gegen eine große Basis an bestehenden Installationen mit verschiedenen älteren Versionen.

Kein Unternehmen hat Interesse daran, dass das Fundament seines Geschäfts durch „ausreichend gute“ billige oder kostenlose Konkurrenz-Angebote untergraben wird. VMware ist hier keine Ausnahme. Viele der beworbenen Features von vSphere 5.1 sind schlicht irrelevant: Sie sind in jedem Hypervisor andererAnbieter ebenso zu finden.

Nicht zu erwarten ist, dass VMware in näherer Zukunft technisch hinter die Konkurrenz zurückfallen wird. Von den Änderungen bei den Preisen und Preisstufen profitieren bestehende Kunden und neue dürften angelockt werden. VMware hat mit seinen Management-Werkzeugen weiterhin einigen Vorsprung hinsichtlich leichter Bedienbarkeit. Abhängig von Ihrer Infrastruktur kann sich ein Upgrade auf 5.1 also durchaus lohnen, sogar mehr als kostenlose Angebote.

Artikel wurde zuletzt im Januar 2013 aktualisiert

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