Hypervisoren bieten integrierte Funktionen für Disaster Recovery

Virtualisierung erleichtert das Management von Disaster Recover deutlich. Hypervisoren bringen dazu integrierte Funktionen mit.

Den kontinuierlichen Betrieb eines Rechenzentrums zu gewährleisten ist eine schwierige Aufgabe. Zumindest aber...

wird das Management von Disaster Recovery (DR) durch Virtualisierung deutlich erleichtert. Denn wenn Server, Anwendungen und Daten in von Hardware unabhängigen virtuellen Maschinen (VMs) untergebracht sind, wird es einfacher, sie auch vor Katastrophen zu schützen. So lassen sich die Blöcke jeder VM-Festplattendatei auf Änderungen überwachen und an einem DR-Standort replizieren, von dem aus die VMs dann auf jedem verfügbaren Server laufen können.

Viele Jahre lang konnten sich nur große Unternehmen Disaster Recovery leisten. Dafür brauchte es SANs mit Hardware-basierter Replikation und schnellen Wide Area Networks (WANs) oder anwendungsspezifischen Lösungen für Hochverfügbarkeit. Solche Systeme konnten Hunderttausende von US-Dollar kosten.

Heute aber bieten viele Editionen der wichtigsten Plattformen für Virtualisierung eingebaute Funktionen für hohe Verfügbarkeit und Disaster Recovery. Dazu zählen:

  • Backup/Wiederherstellung. Dieses Feature ermöglicht es, Backups von virtuellen Maschinen auf Image-Ebene anzulegen. Meist ist es auch möglich, VM-Festplatten auf geänderte Blöcke zu überwachen, was den Zeitaufwand für spätere Backups deutlich reduziert. So enthält VMware vSphere ab der Edition Essentials Plus vSphere Data Protection, das die Funktion für Block-Tracking von VMware mitbringt.
  • Replikation. Hypervisoren für Virtualisierung können auf VM-Images und geänderte Blöcke zugreifen, und diese geänderten Blöcke lassen sich für DR-Schutz im großen Umfang ohne weiteres in ein sekundäres Rechenzentrum replizieren. Bei VMware vSphere ist diese Funktion in den Editionen Standard, Enterprise und Enterprise Plus enthalten. Microsoft Hyper-V 2012 bietet das Werkzeug Replica, das eine asynchrone Replikation einzelner VMs auf einen anderen Hyper-V-Host an einem anderen Standort übernehmen kann.
  • Snapshots. Hypervisoren können auch „Momentaufnahmen“ des Zustandes einer VM anfertigen und bei Bedarf zu diesem Snapshot zurückkehren. In DR-Anwendungen lassen sich diese Snapshots nutzen, um bei Konfigurationsänderungen an VMs, Betriebssystemen oder Anwendungen eine schnelle Wiederherstellung über Backups oder Replikation zu ermöglichen. Microsoft Hyper-V und Citrix Systems XenServer sind gute Beispiele für Plattformen, die für jede einzelne VM Optionen für Snapshots und Rückkehr zu einem früheren Zustand bieten.
  • Hochverfügbarkeit. Wenn es zu einem Host-Ausfall kommt, können Virtualisierungshosts im selben Cluster die VMs bei geteiltem Storage ohne weiteres übernehmen. Solche HA-Lösungen brauchen für die Wiederherstellung eines VM nicht länger als der Neustart des Betriebssystems einer VM dauert. Beispiele für im Hypervisor enthaltene HA-Funktionen sind vSphere High Availability und Hyper-V Failover Clustering.
  • Clustering. Virtualisierungshosts können Teil von virtuellen Clustern sein, die dabei helfen, die Ressourcen-Nutzung zwischen mehreren Hosts zu verteilen. Meist werden Cluster eingesetzt, um nachlassende Performance und langsamer werdende Anwendungen zu verhindern. Bei vSphere High Availability von VMware zum Beispiel werden VMs auf einem ausgefallenen Host automatisch neu gestartet.
  • Fehler-Toleranz. Dieses Feature von vSphere wird meist bei kleineren Katastrophen in Rechenzentren genutzt. Dabei wird der virtuelle Arbeitsspeicher einer laufenden VM auf einen anderen Host im Rechenzentrum repliziert. Dadurch gibt es keinen Ausfall der replizierten VM, falls ihr Virtualisierungshost versagt.
  • Virtualisierungsbewusste Software für DR-Management. Derartige Software hilft bei der Planung, welche VMs repliziert werden und in welcher Reihenfolge eine Wiederherstellung erfolgt. Ebenfalls lässt sich die Software für Tests von Failover und dem anschließenden Failback zum ursprünglichen Standort nutzen.

Optionen für Disaster Recovery von Drittanbietern

Zusätzlich zu den eingebauten Funktionen gibt es Technologien von Drittanbietern, die ebenfalls beim Management von Disaster Recovery helfen. Häufig wird dabei folgendes geboten:

  • Virtualisierungsbackups mit Replikation. Die meisten Werkzeuge für Backups in virtuellen Umgebungen bieten inzwischen Zugriff auf Cloud-basiertes Storage für eine preisgünstige (und einfache) Wiederherstellung von VMs. Ein Beispiel dafür ist Veeam Backup and Replication.
  • Virtuelles SAN-Storage einschließlich Replikation. Andere Lösungen für Storage bei Virtualisierung sehen vor, dass Sie Ihre VMs in virtuellen Appliances speichern, die dann repliziert werden. Beispiele dafür sind Ctera Networks und TwinStrata.
  • Disaster Recovery as a Service (DRaaS). Viele Anbieter öffentlicher Clouds haben auch externe DR-Dienste für virtuelle Maschinen im Programm. Dazu implementiert der Kunde meist eine Anwendung, die Änderungen an VMs beim Provider repliziert. Die Anwendung kann entweder bei Ihrem Hypervisor mit enthalten sein oder einzeln lizenziert werden. Kunden bezahlen für die Speicherung oft pro Gigabyte und profitieren dabei von der DR-Expertise eines Dritten. Viele DRaaS-Provider bieten ein Portal, mit dem sich eine Infrastruktur für DR in der Cloud optimal nutzen lässt, etwa für Wiederherstellungen auf Datei-Ebene oder virtuelle Labor-Umgebungen. Beispiele dafür sind nScaled, Veristor oder Hosting.com.

Derartige eingebaute oder von Dritten angebotene Optionen können das Management von Disaster Recovery erleichtern, insbesondere hinsichtlich Replikation, und machen es preisgünstiger als je zuvor. Zwar ist eine 100-prozentige Virtualisierung für viele Unternehmen nicht realistisch. Doch ein planvoller Umgang mit den virtuellen Assets, die Sie haben, kann Disaster Recovery auch bei Ihnen weniger kompliziert und teuer machen.

Artikel wurde zuletzt im Juni 2013 aktualisiert

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