Hyper-converged-Vergleich zwischen Nutanix, SimpliVity und VMware

Nutanix, SimpliVity und VMware – drei Anbieter, drei verschiedene Hyper-converged-Systeme. Aber wo genau liegen die Unterschiede?

Die größten drei Anbieter hyper-konvergenter Hardware SimpliVity, Nutanix und VMware mit EVO:RAIL bieten ähnlich...

skalierbare Infrastrukturlösungen, die sich doch in zentralen Punkten unterscheiden. Hyper-konvergente Hardware vereint von Compute über Storage bis hin zur Hypervisor-basierten Virtualisierung alle Komponenten, die für skalierbare Applikationen benötigt werden. Damit wird die traditionelle direkte Abhängigkeit zwischen physischem System und einer Instanz des Betriebssystems aufgehoben. Hyper-konvergente Lösungen werden von einem einzigen Anbieter zusammengestellt und vertrieben und erfordern so weniger Fachwissen und Zeit bei der Bereitstellungen und Installation.

Egal ob virtuell oder physisch, Rechenzentren benötigen verschiedene Ressourcen, um zu funktionieren. Compute (Prozessorkapazität und Arbeitsspeicher), Storage und Netzwerkbandbreite geben so vor, welche Workloads vernünftig bearbeitet werden können und wie gut sich das System skalieren lässt. Wer sich für hyper-konvergente Lösungen von SimpliVity, Nutanix oder VMware interessiert, der wird daher zunächst einen Vergleich der drei Anbieter in Bezug auf Prozessoranzahl und Rechenleistung sowie auf die maximale Anzahl skalierbarer Nodes anstellen wollen. Der folgende Vergleich bezieht sich auf das jeweils stärkste System im Angebot der drei Hersteller.

Virtualisierungs- und CPU-Optionen im Vergleich

Mit SimpliVitiy, Nutanix und VMware bieten alle drei Hersteller die Möglichkeit, VMware vSphere als Virtualisierungs-Plattform zu verwenden. Nutanix bietet demgegenüber auch die Möglichkeit, Microsoft Hyper-V und den eigenen Acropolis-Hypervisor zu verwenden.

Alle diese hyper-konvergenten Angebote basieren auf Intel-Chips und decken eine große Bandbreite aktueller Chipsätze ab. VMware und Nutanix verwenden Intel E5-Prozessoren. Abhängig vom verwendeten Modell kann es sich dabei um Ivy-Bridge- oder Haswell-Prozessoren handeln. SimpliVity dagegen verwendet CPUs der Xeon-Reihe: den Xeon E5-2600 v2 (Ivy Bridge) und den Xeon E5-2600 v3 (Haswell).

SimpliVity OmniCube

SimpliVitys OmniCube-Produktlinie enthält fünf unterschiedliche Appliances, die einen Compute-Node pro Appliance bieten. Die Appliances von Nutanix und VMware dagegen bieten bis zu vier Nodes pro Appliance.

Am oberen Ende der Skala befindet sich der OmniCube CN-5400, der 28 Prozessorkerne des Dual-Core Haswell-Chips, 1.400 GB Arbeitsspeicher, bis zu vier 400-GB-SSDs und 20 Festplatten mit je ein Terabyte Festplattenspeicher bietet. An Netzwerkkapazität sind bis zu vier 10 GbE- und zwei GbE-Anschlüsse vorhanden.

Nutanix Xtreme-Plattform

Die Nutanix Xtreme-Plattform wird in verschiedenen Konfigurationen von einem bis vier Nodes angeboten. Anders als SimpliVity hat Nutanix acht Konfigurationen mit ein, zwei oder vier Nodes pro Appliance im Angebot. Die Xtreme-Plattform wurde entworfen, um die Ressourcen unterschiedlichen Umgebungen anzupassen, nicht um einfach nur die Kapazität einer Komponente zu erhöhen.

Es gibt Nutanix-Appliances mit bis zu 36 Intel Haswell Dual-Core-Prozessoren, 768 GB Arbeitsspeicher, zwei 1,6 TB SSDs und fünf HDD-Festplatten mit bis zu 6 TB Speicherkapazität. Bei der Netzwerkanbindung bietet Nutanix bis zu vier 10 GbE-Anschlüsse. Die verschiedenen Appliances der Nutanix Xtreme-Plattform bieten unterschiedliche Maximalkonfigurationen, so dass es keine einzelne Super-Appliance mit in allen Bereichen voll ausgestatteten Komponenten gibt.

VMware EVO:RAIL

VMware ist mit vSphere der Platzhirsch, wenn es um die Server-Virtualisierung geht, die hyper-konvergente Hardware unterscheidet sich vom Design her aber grundlegend von Nutanix und SimpliVity. VMware selbst verkauft seine EVO:RAIL-Appliance nicht direkt, sondern über enge Hardwarepartner wie Dell, Supermicro, NetApp oder EMC, die EVO:RAIL nach den VMware-Vorgaben fertigen. Mit HP ist VMware allerdings vor kurzem ein wichtiger Partner abhandengekommen.

VMware EVO:RAIL lässt sich auf bis zu acht Appliances pro Cluster mit 32 ESXi-Hosts skalieren. Pro Node kommen dabei 12  Intel E5-Prozessoren (Ivy Bridge oder Haswell), 192 GB Arbeitsspeicher, 400 GB SSD- sowie 3,6 TB HDD-Speicher zum Einsatz. An Netzwerkkapazitäten stehen zwei 10 GbE-Anschlüsse sowie ein Ethernet-Management-Anschluss zur Verfügung.

Nutanix, SimpliVity und VMware im Vergleich

Obwohl alle drei Hersteller eine große Funktionsvielfalt bieten, gibt es wichtige Unterschiede zu bedenken. Während VMware beispielsweise zweifellos der Marktführer beim Thema Virtualisierung ist, ist VMware erst spät in den Markt für hyper-konvergente Hardware gestartet, nämlich erst 2014. Nutanix und SimpliVity dagegen haben beide schon 2009 damit begonnen, hyper-konvergente Appliances anzubieten und haben sich genau darauf spezialisiert.

Ohne HP hat VMware derzeit acht Hardwarepartner für EVO:RAIL, während Nutanix ausschließlich mit Dell zusammenarbeitet. Nutanix begründet dies damit, sich auf diese Weise voll und ganz auf eine einfache Bedienung und auf die leichte Integration konzentrieren zu können. IT-Abteilung kaufen die Nutanix-Appliance daher direkt bei Dell, damit bindet sich Nutanix an Dell-Kunden, denen ein einfacher Weg zur hyper-konvergenten Infrastruktur gegeben werden soll.

Nutanix und SimpliVity bieten einige Enterprise-Funktionen, die VMware mit EVO:RAIL derzeit nicht bieten kann. Funktionen wie Deduplizierung und Kompression/Dekompression können in großen Umgebungen einen enormen Vorteil bei Storage-Anforderungen und Applikations-Performance bedeuten. Die EVO:RAIL-Appliance von EMC bietet verschiedene Funktionen zum Storage-Management, andere EVO:RAIL-Hersteller wiederum nicht, zumindest nicht in dem Ausmaß. Wer also in seiner Umgebung von fortgeschrittenem Storage-Management profitiert, der sollte vielleicht eher einen Blick auf die etablierte Hersteller Nutanix und SimpliVity werfen.

Rein auf Ebene der Hardware sind die Produkte von SimpliVity, Nutanix und VMware gleichermaßen skalierbar und dürften damit den Ansprüchen der meisten Unternehmen mehr als genügen. Wenn es nur um die Hardwareausstattung geht, finden Kunden also kaum nennenswerte Unterschiede. Was hyper-konvergente Infrastruktur ausmacht ist die Software, neben Überlegungen zu bereits bestehender Hardware sollte also vor allem hier ein zweiter Blick erfolgen.

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Artikel wurde zuletzt im September 2015 aktualisiert

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