Fünf Tipps für eine erfolgreiche P2V-Konvertierung (physisch zu virtuell)

Mit unseren P2V-Migrations-Tipps (physisch zu virtuell) vermeiden Sie häufig auftretende Probleme bei der Betriebssystem-Konvertierungen.

Die P2V-Konvertierungs-Tools (physisch zu virtuell) sind heutzutage sehr ausgereift. Allerdings sind die technischen...

Prozesse in jedem P2V-Migrations-Produkt ein klein wenig unterschiedlich.

Migrations-Tools für virtuelle Server erstellen ein Abbild des Betriebssystems samt Applikationen und die entsprechenden Einstellungen und konvertieren dieses in eine virtuelle Festplatte. Das kann bei Microsoft Hyper-V und Citrix XenServer ein Virtual Hard Disk File oder bei VMware ein Virtual Machine Disk Format (VMDK) sein. Das P2V-Konvertierungs-Tool speist dann automatisch die relevanten virtuellen Hardware-Treiber ein, damit die virtuelle Maschine (VM) reibungslos funktioniert.

Die meisten P2V-Konvertierungen sind recht unkompliziert. Dann und wann gibt es allerdings auch Probleme. Die nachfolgenden fünf Tipps helfen Ihnen, den P2V-Migrations-Prozess so stressfrei wie möglich zu gestalten.

1. Vermeiden Sie OEM-installierte Systeme

Wen OEMs (Original Equipment Manufacturers) Betriebssysteme auf Rechnern installieren, verbinden sie bestimmte Hardware oft mit den Lizenzen. Das kann anhand der Prozessor-ID oder anderen Mechanismen geschehen. Die P2V-Konvertierung löst diese Verknüpfung zwischen Hardware und Betriebssystem allerdings auf. Das gilt im Speziellen dann, wenn Sie die virtuelle Maschine auf eine andere Hardware migrieren. Eine neue VM ist nicht mit den gleichen Hardware-Etiketten wie die physische Maschine ausgestattet. Konvertieren Sie also OEM-installierte Systeme, endet das oftmals in einem Misserfolg. Sollten Sie ein OEM-installiertes System im Einsatz haben, fragen Sie am besten beim Hersteller nach, ob es eine alternative Lizenz für virtualisierte Umgebungen gibt.

2. Erst monitoren, dann migrieren

Bevor Sie eine P2V-Migration in Erwägung ziehen, monitoren Sie am besten die hauptsächlichen Performance-Indikatoren Ihrer Infrastruktur. In der Regel rate ich dazu, das Monitoring über den Zeitrahmen eines Business-Zyklus durchzuführen. Somit bekommen Sie einen Überblick, wie ein spezielles System im gesamten Zeitraum der Aktivität genutzt wird. Hier kommt es natürlich auf Ihr Business an. Ein kompletter Zyklus kann ein Tag, eine Woche, ein Monat oder sogar noch länger sein.

Für die Vorbereitung einer P2V-Konvertierung können Sie PerfMon und zahlreiche andere Performance-Monitoring-Tools zu Rate ziehen. Das Modul „VMware vCenter's Guided Consolidation“ überwacht zum Beispiel einen Server und gibt als Bericht die durchschnittlichen Verarbeitungs- und Arbeitsspeicher-Zahlen über einen gewissen Zeitraum aus. Guided Consolidation klärt auch über Abweichungen oder über die Fluktuationen verglichen mit dem Durchschnitt auf. Dabei stellt das Tool einen einfach zu erfassenden Graphen zur Verfügung. Mithilfe dieser beiden Metriken können Sie dann herausfinden, wie viel Prozessor-Leistung und Arbeitsspeicher Sie der jeweiligen virtuellen Maschinen vor einer Erstellung zuweisen sollten.

3. Werfen Sie auch einen Blick auf P2V-Produkte von Drittanbietern

Die P2V-Migrations-Funktionalitäten in vCenter oder Microsoft System Center Virtual Machine Manager erledigen die Aufgaben gut, wenn es um die Konvertierung physischer Maschinen zu virtuellen geht. Viele Drittanbieter haben allerdings ebenfalls P2V-Konvertierungs-Tools im Portfolio. Viele davon sind schneller und stellen mehr Funktionen zur Verfügung.

Ein wichtiger Fakt für ein P2V-Konvertierungs-Tool ist, wie lange die Umwandlung in Anspruch nimmt. Die Produkte einiger Hypervisor-Hersteller benötigen dafür möglicherweise einige Stunden. Drittanbieter-Tools erledigen die Aufgabe hingegen in wenigen Minuten. Wandeln Sie nur einige Server um, ist die Geschwindigkeit kein Problem. Wollen Sie allerdings einige hundert Server konvertieren, lohnt sich vielleicht die Investition in das P2V-Migrations-Tool eines Drittanbieters.

4. Lassen Sie SysPrep und NewSID stecken

Bei der Replikation von Systemen sind es viele Administratoren gewohnt, SysPrep bei allem einzusetzen. SysPrep verwendet einen Klon-Mechanismus, um ein Betriebssystem auf mehrere Computer zu installieren. Es weist den jeweiligen Rechnern auch ein einzigartiges Security-Indentifizierungs-Merkmal (SID / Security Identifier) zu. Verwenden System-Administratoren SysPrep nicht, ändern Sie den SID oftmals mit Tools wie zum Beispiel GhostWalker und NewSID. Diese Maßnahme stammt aus dem Desktop-Bereich, wenn man viele Desktop-Systeme mithilfe eines so genannten Golden Image installiert.

P2V-Konvertierung ist anders als bei der Desktop-Bereitstellung kein Eins-zu-Viele-Prozess, sondern eine Eins-zu-Eins-Umwandlung. Die daraus entstehende virtuelle Maschine ist im Endeffekt eine exakte Kopie des physischen Systems. Aus diesem Grund sind SysPrep und SID-Änderungs-Tools nicht notwendig.

5. Starten Sie das P und das V nicht gleichzeitig

Durch Tipp Vier im Hinterkopf können Sie sich ein weiteres Problem bei einer P2V-Konvertiertung vielleicht schon vorstellen. Es würde auftreten, wenn Sie die physische und die virtuelle Version des Betriebssystems gleichzeitig laufen lassen oder starten. In diesem Fall hätten Sie zwei Systeme mit genau den gleichen Domänen-Charakteristika in der Umgebung, die auch dementsprechend über das Netzwerk kommunizieren.

Diese Situation sollten Sie auf jeden Fall vermeiden. Auch der für das Active Directory zuständige Administrator wäre mit diesem Umstand auf gar keinen Fall glücklich. Viele P2V-Konvertierungs-Tools fahren die physische Instanz herunter, sobald die virtuelle Maschine aktiv wird. Starten Sie allerdings niemals die physische und virtuelle Instanz gleichzeitig manuell. Tun Sie das dennoch, haben Sie zwei identische Instanzen eines Computers in Betrieb und wissen nicht wirklich, welche die richtige ist.

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Artikel wurde zuletzt im August 2014 aktualisiert

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