Fünf Tipps für die Auswahl von System-Management-Tools

Das richtige System-Management-Tool zu finden, ist eine Herausforderung. Sie haben die Qual der Wahl zwischen proprietärer Software und Open Source.

IT-Profis müssen über den Kostenfaktor hinaus blicken und sich bei der Auswahl der richtigen System-Management-Tools...

für das Data Center zusätzlich mit fünf großen Bereichen befassen.

Heutzutage kann sich der Administrator nicht mehr länger auf traditionelle physikalische Server und alteingesessenes Provisioning verlassen, um Enterprise-Computing zu managen. Server-Virtualisierung und andere Technologien abstrahieren Workloads von den darunterliegenden Systemen. Für das Unternehmen entscheidende Applikationen liegen möglicherweise auf fast jedem Server an jedem Standort. Sie sind mit einem ebenfalls virtualisierten Netzwerk verbunden, das den Datenverkehr regelt. Deswegen brauchen Administratoren leistungsfähige Tools, um solche komplexen Systeme zu verwalten. Das Angebot verfügbarer System-Management-Tools und die Funktionslisten wachsen stetig. Somit ist die Frage, wie Sie das richtige Werkzeug finden?

1. Die notwendigen Funktionen

Bei der Suche nach den richtigen System-Management-Tools sollten Sie mit einer Wunschliste beginnen, die alle benötigen Funktionen beinhaltet. Somit grenzen Sie sehr schnell den Bereich der infrage kommenden Produkte ein. Sie eliminieren schlichtweg alles Unbrauchbare oder Tools mit überflüssigen Funktionen. So lässt sich einiges an Geld sparen. Notfalls können Sie später immer noch upgraden.

Einige der möglichen Funktionen sind:

  • Hardware-Erkennung, Bestandsaufnahme und Informationen hinsichtlich der Konfiguration. Administratoren sollten Details auf Hardware-Ebene im Blick haben. Dazu gehören Temperatur, Zustand der Lüfter und andere Metriken. Wir sprechen hier natürlich von den verschiedenen Servern, Storage, Netzwerk und Endgeräten, die sich im Data Center befinden.
  • Software-Management für Hypervisoren, Betriebssysteme und Applikationen, mit dem sich die im Einsatz befindliche Software inventarisieren lässt. Auch die Identifizierung der entsprechenden Versionen ist wichtig. Einige Tools verwenden diese Details, um Software-Updates zu automatisieren und benötigte Patches im Data Center einzuspielen. Nicht abgesegnete Software wird daran gehindert, die produktiven Systeme zu gefährden und zu stören. Damit ist eine ziemliche Last von den Schultern des Administrators genommen.
  • Melde-Systeme, die Administratoren im Fall von besorgniserregenden Situationen warnen. Reporting-Funktionen können diverse Probleme zusammenfassen und detaillierte Informationen liefern. Darauf basierend kann der Administrator entsprechend reagieren.
  • Lights-Out-Management verwendet ein dediziertes Verwaltungs-Netzwerk. Damit bleiben Systeme im Blickfeld und verwaltbar, selbst wenn diese ausgeschaltet sind.
  • Security-Funktionen können die Sicherheit im Data Center verbessern und durchsetzen. Diese brauchen natürlich entsprechende Policy-Features.
  • Service-Desk-Funktionen, die Ticketing- und Workflow-Möglichkeiten bereitstellen. Damit können die IT-Mitarbeiter gemeldete Probleme oder Anfragen für Anwender-Support zentralisieren, priorisieren und verfolgen.
  • Automatisierungs-Möglichkeiten, um beschäftigten Administratoren bei Routine-Management-Aufgaben zu helfen. Damit können Sie auch eine große Anzahl an Systemen verwalten und minimieren gleichzeitig das Risiko von Fehlern.

2. Support für heterogene oder homogene Systeme?

Behalten Sie im Hinterkopf, dass ein System-Management-Tool hinter die Kulissen der Systeme sehen können muss. Ansonsten lassen sich die notwendigen Daten nicht sammeln und die entsprechende Geräte kontrollieren. Bei homogenen Umgebungen mit ähnlichen Server-Architekturen ist das einfach. Die großen Server-Hersteller bieten sogar umfangreiche System-Management-Software an. Beispiele hierfür sind HP OpenView, IBM Tivoli Framework und Dell OpenManage. Diese sind speziell auf die Hardware des jeweiligen Herstellers zugeschnitten.

Heterogene Systeme stellen uns aber vor ernsthafte Herausforderungen. Ein einzelnes Tool ist möglicherweise gar nicht im Stande, denselben Umfang an Daten von den verschiedenen Modellen der System-Hardware zu sammeln. Bei heterogenen Tools opfert man häufig etwas Tiefe, um die Bandbreite der unterstützten Systeme auszuweiten. Das Installieren von Software-Modulen zum Sammeln von Daten, so genannte Agents, erweitern die Möglichkeiten unter Umständen etwas. Allerdings birgt dieser Schritt das Risiko, dass die Performance der Systeme oder des Netzwerks negativ beeinflusst wird. Weiterhin müssen Sie die Agents regelmäßig aktualisieren oder patchen.

Ein Tool mit allen Funktionen auf dem Wunschzettel muss außerdem das gesamte Spektrum der sich momentan im Data Center befindlichen Hardware abdecken. Das Ganze natürlich mit einem Blick in die Zukunft, falls der Einsatz neuer Geräte geplant ist. Haben Sie zum Beispiel ein Tool für die Bestandsaufnahme im Einsatz, ist es nutzlos, wenn es nur bestimmte Systeme katalogisieren kann und andere nicht.

3. Open Source gegen proprietäre Tools

Neben den System-Management-Tools der großen Hardware-Hersteller gibt es auch viele Drittanbieter auf dem Markt: Kaseya, Zyrion, ManageEngine, Hyperic und Microsoft. Außerdem sind verschiedene Open Source-Programme einen Blick wert: Nagios, OpenNMS, Puppet, Spacewalk, Zenoss Core, Zabbix und so weiter. Angesehene Open Source-Tools sind in der Regel mit den proprietären Konkurrenten auf Augenhöhe und hier können Sie richtig Geld sparen.

Open Source-Entwicklungen sind normalerweise bei Linux-Umgebungen zu finden. Dort ist der Quellcode frei verfügbar und die Programme werden unter etablierten Open Source-Lizenzen zur Verfügung gestellt. Die Weiterentwicklung und Änderungen am Produkt sind frei verfügbar und werden von einer Anwender- und Entwickler-Community vorangetrieben. Allerdings kann sich die Entwicklung manchmal ziehen und Support für die Tools ist möglicherweise schwer zu bekommen, falls überhaupt einer existiert. Einige größere Open Source-Entwickler bieten sowohl Open Source- als auch Enterprise-Versionen ihrer Produkte an. Die Extra-Kosten garantieren Ihnen dann professionellen Support.

4. Integration mit anderen Tools oder Management-Suites

Große Unternehmen setzen umfassende Management-Suites ein, die alle denkbaren Management-Aufgaben erledigen. Kleinere Unternehmen verwenden hingegen häufig eine Sammlung an individuellen Werkzeugen, die alle irgendwo im Spektrum System-Management angesiedelt sind.

Leider gibt es keine Garantie, dass generierte Daten von einem Tool auch komplett zu einem anderen kompatibel sind. Das Resultat ist, dass die einzelnen Tools ihre Einblicke nicht effizient unter Zuhilfenahme einer einzelnen Schnittstelle gemeinsam nutzen können. Die Administratoren müssen sich somit mit den einzelnen Tools befassen und diese lernen. Das Risiko von Management-Fehlern ist somit höher. Weiterhin steigt die Gefahr, dass der IT-Administrator manche Informationen gar nicht erst mitbekommt.

Bei der Suche nach einem Tool sollten Sie herausfinden, mit welchen anderen System-Management-Tools in Ihrer Umgebung es interagieren kann. Für das Testen gibt es keinen Ersatz. Zum Beispiel könnte ein Tool bereits detaillierte Informationen hinsichtlich der System-Hardware, der eingesetzten Software und der Konfiguration in einer SQL-Datenbank vorhalten. Kann das neue Tool nicht mit der SQL-Datenbank umgehen, dann ist es weit weniger wertvoll. Irgendjemand müsste diesem Neuzugang dann die Daten manuell füttern.

5. Aufstellbreite (Installations-Footprint) und Lernkurve

Jedes System-Management-Tool benötigt Rechenleistung (Computing-Ressourcen): Einen Server, Storage und die Verfügbarkeit einer Datenbank. Einfache Lösungen stellen möglicherweise sehr geringe Mindestanforderungen. Umfassende Management-Suites haben allerdings meist sehr hohe Computing-Ansprüche. Diese wachsen natürlich auch noch mit der Anzahl der verwalteten Systeme. Stellen Sie sicher, dass Sie die notwendigen Ressourcen für den Moment und auch in Zukunft vorhalten können. Das Tool muss in der näheren Zukunft neue Management-Module unterbringen, mehr Management-Aufgaben erledigen und mit einer größeren Anzahl an Systemen zurechtkommen.

Die Administratoren benötigen außerdem Schulungen für die eingesetzten System-Management-Tools. Für Erfahrung gibt es sicher keinen Ersatz. Das gilt im Besonderen für große, komplexe und sehr flexibel konfigurierbare Management-Suites. Behalten Sie die Kosten für Schulungen im Hinterkopf, inklusive der laufenden Kosten dafür. IT-Personal wechselt die Bereiche und Firmen bekommen dann und wann auch neue Mitarbeiter.

Die richtige Wahl eines System-Management-Tools ist für jedes Unternehmen eine Herausforderung. Am Einfachsten wird es, wenn Sie die Notwendigkeiten und die betriebswirtschaftlichen Möglichkeiten in Betracht ziehen. Vergleichen Sie dann Open Source-Programme und proprietäre Tools, die in der engeren Wahl sind. Das gilt natürlich auch im Hinblick auf Kompatibilität mit bereits existierenden Produkten.

Artikel wurde zuletzt im November 2013 aktualisiert

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