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Fünf IT-Aufgaben, die kein DaaS-Anbieter übernimmt

Die Desktop-Virtualisierung über Desktop as a Service lagert viele Aufgaben an den DaaS-Anbieter aus. Für IT-Abteilungen bleibt aber mehr als genug zu tun.

Einer der Hauptgründe, warum Unternehmen DaaS-Produkte (Desktop as a Service) einsetzen, ist der Versuch, einige der Probleme und Aufgaben bei der Implementierung und Backend-Verwaltung von VDI-Umgebungen (Virtual Desktop Infrastructure) an einen DaaS-Anbieter zu delegieren.

Mit DaaS-Lösungen lassen sich mit nur wenigen Mausklicks Desktops bereitstellen, Nutzerkonten konfigurieren und ganze VDI-Systeme aufrechterhalten, während die Verwaltung von all dem über ein zentrales Web-Portal erfolgt. Der DaaS-Anbieter kümmert sich im Hintergrund um fast alle anfallenden Backend-Aufgaben, trotzdem gibt es aber auch mit DaaS-Produkten bestimmte Aufgaben, um die sich nach wie vor die interne IT-Abteilung kümmern muss.

Welche Aufgaben dabei konkret ausgelagert werden können, hängt maßgeblich vom jeweiligen DaaS-Anbieter ab. Faktoren wie die erlaubten Zugriffsrechte, die Konfigurationsoptionen und das Management-Portal selbst können sich auf die Fülle an Aufgaben auswirken, die nach wie vor die eigene IT-Abteilung durchführen müssen.

Vorbereitung der Verzeichnisdienste

Wenn Unternehmen DaaS-Desktops in Verzeichnisdienste wie etwa Active Directory integrieren wollen, dann müssen IT-Abteilungen diese Dienste vorbereiten, indem spezielle Konten oder Domänen für diese Desktops eingerichtet werden. IT-Mitarbeiter müssen aber auch darauf vorbereitet sein, Informationen aus den Verzeichnisdiensten in der DaaS-Umgebung nutzen zu können.

Die konkreten Schritte hierfür hängen von der Art der DaaS-Umgebung ab und wie diese und der entsprechende Verzeichnisdienst implementiert werden sollen. Wenn ein Unternehmen beispielsweise Active Directory nutzt, dann müssen IT-Abteilungen hierfür Gruppenrichtlinien-Objekte konfigurieren, Subnetze erstellen, IP-Adressräume spezifizieren und DHCP-Server einrichten. DaaS-Anbieter sollten Unternehmen dann bestmöglich bei der Einbindung ihrer Desktops unterstützen.

Netzwerkkonfiguration für DaaS

Abhängig vom gewünschten DaaS-Deployment und der vorhandenen Infrastruktur müssen IT-Abteilungen unterschiedlichste Aufgaben im Netzwerkbereich durchführen, beispielsweise das Aufsetzen von Ports oder die Verwaltung von VPN-Verbindungen. Wenn sich die DaaS-Umgebung mit dem Unternehmensnetzwerk verbindet, dann kann aufgrund der unterschiedlichen Traffic-Muster auch die Anpassung der Netzwerkstruktur nötig werden.

IT-Abteilungen müssen auch dafür Sorge tragen, dass die Netzwerkinfrastruktur und die Netzwerkverbindungen ausreichend dimensioniert sind, um genügend Ressourcen für den Datenverkehr zwischen DaaS-Umgebung und Unternehmens-IT bereitzustellen. Wie auch bei den Verzeichnisdiensten sollte die IT-Abteilung auch in diesem Fall mit dem DaaS-Anbieter zusammenarbeiten, um die entsprechenden Anforderungen umsetzen zu können. Manche dieser Aufgaben können meist auch über das DaaS-Portal erledigt werden.

Bereitstellung der DaaS-Desktops

Einer der wichtigsten Schritte bei einem DaaS-Deployment ist natürlich die Bereitstellung der virtuellen Desktops. Prozess und Flexibilität der Bereitstellung hängt dabei natürlich vollkommen vom DaaS-Anbieter und dem zur Verfügung gestellten Service-Portal ab. Die meisten Anbieter verwenden nutzerfreundliche Web-Portale, mit denen sich die meisten Aufgaben sehr leicht erledigen lassen, meist sogar über optionale Einrichtungsassistenten.

Bei vielen DaaS-Produkten fängt man mit der Einrichtung eines Desktop-Pools an, eine Gruppe virtueller Desktops für ähnliche Aufgaben oder Nutzer. Beim Erstellen dieser Pools müssen IT-Abteilungen Konfigurationseinstellungen spezifizieren, etwa unterstützte Verbindungsprotokolle, die Länge der Sitzungs-Timeouts, die maximale Anzahl gleichzeitig laufender Desktops und die Frage nach persistenten oder nicht-persistenten Desktops. Zusätzlich muss die Domäne festgelegt werden, der die Desktops beitreten sollen und welches Rechenzentrum des DaaS-Anbieters für das Hosten der Desktops verwendet werden soll.

Die Unternehmens-IT muss hierbei auch das Golden Image bereitstellen, das als Vorlage für die individuellen Desktops im Pool verwendet werden soll. Dabei wird man sich entweder aus einem Angebot vorgefertigter Images bedienen oder aber eigene Golden Images hochladen. Auch die Einstellungen der zugrundeliegenden virtuellen Maschinen sollten angepasst werden, etwa die Anzahl der CPUs, die Memory-Größe, Anzahl der Netzwerkkarten und die Speicherkapazität.

Verwaltung der Nutzerkonten

Auch in DaaS-Umgebungen müssend die Nutzerkonten der Mitarbeiter von der IT-Abteilung verwaltet werden. Manche Teile dieses Prozesses, etwa die Zuweisung von Nutzerkonten an virtuelle Desktops, werden dabei bereits während der Bereitstellung durchgeführt. Dieser Prozess kann auch die Zuweisung von Rollen und Zugriffsrechten an die Nutzerkonten beinhalten, inklusive anderer DaaS-Administratoren. Bei diesem Schritt können auch Authentifikationsmechanismen wie die Multifaktor-Authentifizierung oder Single Sign-On implementiert werden.

Falls dies nicht der Fall ist, so sollte das Administrations-Portal zumindest den Zugriff auf Funktionen zur Verwaltung der Nutzerkonten bieten. Diese Daten sollten sich anschließend auch in die Verzeichnisdienste integrieren lassen.

Verwaltung der DaaS-Desktops

Das Admin-Portal dient gleichzeitig als zentrale Oberfläche für das Skalieren der Ressourcen und für die Wartung der Desktops. IT-Abteilungen können hierüber ganze Pools oder auch nur einzelne Desktops verwalten – also editieren, löschen, neu anlegen oder auch deprovisionieren.

Viele DaaS-Produkte bieten hierüber auch Monitoring-Möglichkeiten an. Zumindest sollten IT-Abteilungen aber in der Lage sein, über das Portal Informationen zur aktuellen Ressourcenauslastung zu erhalten, oft auch mit der Möglichkeit, tiefer auf spezifische Details eingehen zu können. So kann man beispielsweise meist eine Liste aller aktuell laufenden Desktops anzeigen lassen und mit einem Klick darauf mehr Details erhalten. Manche DaaS-Anbieter lassen IT-Abteilungen auch Alarmbenachrichtigungen erstellen, Echtzeit- oder historische Verlaufsdaten anzeigen und weiterführende Analysen durchführen.

Weitere IT-Aufgaben in DaaS-Umgebungen

IT-Abteilungen müssen dabei noch weitere Aufgaben bei der Implementierung und Verwaltung einer DaaS-Umgebung wahrnehmen, etwa Probleme beim Wechsel zum DaaS-Bereitstellungsmodell lösen, wozu die Datenmigration und Anwendertrainings gehören. Trotz dieser zusätzlichen Aufgaben kann die DaaS-Bereitstellung Administratoren durchaus dabei helfen, die Desktop-Bereitstellung wesentlich zu vereinfachen. Für die meisten Unternehmen dürfte Desktop as a Service also eine wesentlich effizientere Möglichkeit zur Desktop-Virtualisierung darstellen als VDI.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2017 aktualisiert

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