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Drei Faktoren zur Auswahl der optimalen Cloud für Multi-Cloud-Deployments

Bei der Auswahl der richtigen Cloud für Multi-Cloud-Apps spielen nicht nur die Kosten eine Rolle. Diese drei Faktoren sollten berücksichtigt werden.

IaaS-Anbieter (Infrastructure as a Service) unterscheiden sich vor allem durch gehostete Webservices, die grundlegende Compute-Anforderungen vorkonfiguriert abfedern sollen.

Unternehmen, die auf eine Multi-Cloud-Strategie setzen, müssen diese unterschiedlichen Konfigurationen sehr genau im Blick behalten, um ihre Applikationen stets auf der für sie optimalen Cloud-Plattform zu betreiben.

Dabei gibt es drei Faktoren, über die Administratoren die ideale Cloud für ihre Multi-Cloud-Anwendungen finden können: den Funktionsumfang der Public Cloud, die Gesamtkosten der Applikationsausführung sowie den Datenverkehr.

Funktionsumfang der Public Cloud

Zunächst sollte natürlich geklärt werden, ob die anvisierte Public Cloud überhaupt alle Anforderungen der Applikation erfüllt – inklusive Sicherheit und Compliance. Während der Entwicklungszeit kommt es oft vor, dass sich Entwicklungsteams für die PaaS-Funktionen (Platform as a Service) einer Cloud wie Microsoft Azure aussprechen, weil sich so die Entwicklungszeit beschleunigen und die Integration mit lokal ausgeführten Anwendungen vereinfachen lässt. Diese Form der Cloud-spezifischen Optimierung macht es aber schwierig oder sogar unmöglich, Anwendungen in Multi-Cloud-Umgebungen zu verschieben.

Dieses Problem wird sogar noch größer, wenn in ähnlicher Weise spezialisierte IaaS-Dienste genutzt werden. Sowohl AWS als auch Microsoft Azure bieten dutzende dieser speziell gehosteten Services, von einfachen Datenbank-Tools bis hin zu komplexem Functional Programming oder IoT-Diensten (Internet of Things). Selbst wenn zwei Cloud-Anbieter die gleichen gehosteten Funktionen anbieten, werden sie sie höchstwahrscheinlich nicht über dieselben APIs unterstützen. Damit müsste die Anwendung zumindest in Teilen neu geschrieben werden, wenn sie für Multi-Cloud-Szenarien von einer Cloud-Plattform auf eine andere verschoben werden soll, alternativ wäre es auch möglich, zwei Versionen zu entwickeln. So oder so erhöhen sich die Entwicklungskosten damit enorm.

Damit empfiehlt es sich, schon bei der Softwareentwicklung die Funktionen der anvisierten Cloud-Plattformen im Blick zu behalten. Wer die App-Portabilität in Multi-Cloud-Umgebungen anstrebt, der sollte keine Anbieter oder Funktionen nutzen, die Anwendungen oder auch nur Komponenten davon auf eine Cloud einschränken.

Gesamtkosten der Applikationsausführung

Vereinfacht gesagt bezahlen Unternehmen in der Cloud für die Nutzung von Basisdiensten, zusätzliche Gebühren für gehostete Funktionen und schließlich auch für den Datenverkehr, der beim Verschieben großer Datenmengen und beim Zugriff darauf anfällt. All dies schlägt sich natürlich auch in den Kosten der Applikationsausführung nieder und unterscheidet sich in der Höhe von Cloud-Anbieter zu Cloud-Anbieter.

Es gibt aber mittlerweile einige Tools auf dem Markt, die bei der Evaluierung der Cloud-Kosten helfen können. Neben den nativen Tools der Cloud-Anbieter selbst sind für Multi-Cloud-Deployments vor allem Cloud-übergreifende Evaluierungen nötig, hierbei könnte beispielsweise RightScale mit seinem kostenlosen Tool für alle großen Cloud-Anbieter helfen, Cloudorado bietet demgegenüber ein Tool für komplexere Szenarien wie Cloud Bursting oder Failover-Situationen an.

Wer Anwendungen in der Multi-Cloud ausführen will und dabei für jede Applikation individuell die beste Cloud-Plattform sucht sowie die Anwendungsprozesse auf eine Cloud begrenzt, der kann mit entsprechenden Tools eine äußerst kosteneffiziente Multi-Cloud-Umgebung aufbauen.

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Kosten des Datenverkehrs

Das größte Problem bei der Berechnung der Cloud-Kosten besteht darin, in Multi-Cloud-Umgebungen den Datenverkehr zwischen unterschiedlichen Cloud-Plattformen abzuschätzen. Wenn Daten zwischen Anwendungskomponenten ausgetauscht werden, fallen normalerweise jedes Mal Kosten an, wenn sie dabei Cloud-Grenzen überschreiten. Damit sollte bei der Platzierung einer Multi-Cloud-App bedacht werden, dass es durchaus günstiger sein kann, alle Komponenten in der vermeintlich teureren Cloud-Plattform auszuführen, wenn dadurch die Kosten für den anfallenden Datenverkehr zwischen unterschiedlichen Clouds entfallen.

Um die Datenströme und die damit anfallenden Kosten besser zu verstehen, ist es ratsam, sich die Workflows der fraglichen Anwendungskomponenten zu verdeutlichen. Generell ist es dabei nicht zu empfehlen, Komponenten mit regelmäßigem Datenaustausch auf unterschiedlichen Cloud-Plattformen zu platzieren. Sollte dies doch in Erwägung gezogen werden, dann gilt es, dabei möglichst genau den hierfür anfallenden Traffic abzuschätzen und zu entscheiden, ob die möglichen Vorteile die höheren Kosten rechtfertigen.

Wann der Schritt in die Multi-Cloud nicht sinnvoll ist

Viele Unternehmen werden durch die oben genannten Schritte gehen und feststellen, dass es fast unmöglich ist, die Kosten einer Multi-Cloud-Umgebung akkurat zu berechnen. In diesen Fällen dürfte es fast immer die bessere Option sein, die Pläne für eine Multi-Cloud beiseite zu legen und sich auf nur einen Cloud-Anbieter zu konzentrieren.

Wenn eine Anwendung, eine einzelne Anwendungskomponente oder andere Ressourcen in hohem Maße mit anderen Komponenten verbunden sind, dann sollte diese besser im eigenen Rechenzentrum oder in einer Private Cloud ausgeführt werden, um den Traffic und die damit verbundenen Kosten sowie insgesamt die Komplexität zu minimieren. In ähnlicher Weise trifft dies auf Anwendungen zu, die spezielle Sicherheits- oder Compliance-Anforderungen besitzen, die in Multi-Cloud-Umgebungen nur schwer umzusetzen sind.

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Artikel wurde zuletzt im März 2017 aktualisiert

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