Diese Verbesserungen bietet vRealize Automation 7 gegenüber vRA 6

vRealize Automation 7 bietet gegenüber vRA 6 einige Neuerungen. Vor allem Blueprints und ereignisgesteuerte Workflows profitieren vom Versionsupdate.

Wer sich schon länger mit VMware vRealize Automation (vRA) beschäftigt, dem dürfte der sich über die Zeit enorm...

vereinfachte Installationsprozess aufgefallen sein, den VMware mit jeder neuen vRealize-Version immer geradliniger gestaltet. Mit vRealize Automation 7 ist hier in Sachen Einfachheit ein neuer Höhepunkt erreicht.

Um die aktuellste Version von vRealize Automation zu installieren, muss man sich zunächst zur Admin-Konsole auf Port 5480 begeben und den Installationsassistenten starten.

Um Deployment und Installation der Windows Server zu planen, auf denen die IaaS-Komponenten von vRealize Automation (Infrastructure as a Service) laufen sollen, ist ein neuer Agent nötig, der diese Server über den Installationsassistenten konfiguriert. Dabei müssen keinerlei Einzelkomponenten auf den Windows-Maschinen einzeln manuell installiert werden, weil inzwischen alle benötigten Elemente über den Assistenten installiert werden können.

Vereinfachte Installation und Konfiguration

So wie schon vRealize Automation 6 überprüft auch vRA 7 vor der Installation, ob alle Voraussetzungen für die Installation erfüllt sind.

Wie in Abbildung 1 zu sehen ist, fehlt in diesem Beispiel der Internet Information Server auf dem Windows Server, der zur Installation des IaaS-Servers verwendet werden soll.

In früheren Versionen von vRealize Automation hätte man diesen Fehler manuell beheben müssen oder ein von der Community bereitgestelltes Skript nutzen können, um das System für die Installation korrekt zu konfigurieren.

Abbildung 1: Prerequesite Checker während der vRA-Installation.

vRealize Automation 7 bietet jetzt aber einen Fix-Button, über den der Windows Server durch den neuen Agent automatisch richtig konfiguriert wird. Anschließend wird der Prerequesite Checker erneut gestartet, sofern dann alle Voraussetzungen erfüllt sind kann die Installation fortgesetzt werden. Das reduziert die für die Vorbereitung benötigte Zeit enorm und vergrößert zudem die Chance auf eine erfolgreiche Installation.

Auf der ersten Seite des Installationsassistenten lässt sich die Bereitstellungsart auswählen, zur Auswahl stehen ein minimales oder das Enterprise-Deployment. Die minimale Bereitstellung dürfte vor allem für Testumgebungen, Machbarkeitsstudien und für kleine Produktivumgebungen in Frage kommen, die meisten Unternehmen werden für ihre Produktivsysteme aber die Enterprise-Variante wählen.

Abbildung 2: Zweiter Durchlauf des Prerequesite Checkers mit erfolgreicher Konfiguration.

Auch das Enterprise-Deployment wurde enorm vereinfacht, da der Installationsassistent alle benötigten Informationen für zwei vRealize-Appliances sowie für mehrere Windows Server und Load Balancer abfragt, die für so eine Bereitstellung notwendig sind. vRA 7 unterstützt F5 und NSX als Load Balancer. Der Installationsassistent sammelt alle diese Daten und konfiguriert anschließend die vRA-Appliance mit einem redundanten Datenbank-Setup, dessen Zugang über die Load Balancer geregelt ist.

Anstatt für die Authentifizierung vSphere Single Sign-On zu nutzen, verlässt sich vRealize Automation 7 auf den neuen VMware Identity Manager, der jetzt Teil der vRA-Appliance ist. Diese neue Identity-as-a-Service-Komponente erstellt aber nach wie vor eine interne Domain mit dem Namen vsphere.local und dem Anmeldenamen administrator sowie einen während der Installation neu angelegten Nutzer namens configurationadmin. Durch diesen Nutzer entfällt die Notwendigkeit zur Konfiguration eines speziellen Administrators für Tenant und Infrastruktur, indem zunächst die Infrastruktur aufgesetzt wird und anschließend die Verzeichnisse eingerichtet werden, die für das Tenant-basierte Nutzer-Management verwendet werden. Für jeden Tenant, der erstellt wird, muss auch ein Nutzer definiert werden, dem man dann einen eigenen Nutzernamen geben kann.

Viele Elemente in vRealize Automation 7 können jetzt auf einer Tenant-zu-Tenant-Basis konfiguriert werden, was in früheren Versionen nicht der Fall war. Selbst der Log-in-Bildschirm und andere individuelle Elemente können für einzelne Tenants angepasst werden, wodurch Anwender das System schon vor der Anmeldung als ihr eigenes identifizieren können.

Neuer Blueprint-Designer in vRealize Automation 7

Sobald vRA 7 installiert ist und man sich anmeldet, stellt man auf den ersten Blick fest, dass der Blueprint-Designer eine umfassende Runderneuerung erhalten hat. Damit wird zum Beispiel die Erstellung von Infrastruktur-Blueprints und Anwendungs-Blueprints zusammengeführt, die gesamte Funktionalität der Application Services wurde damit in die vRealize Automation-Konsole integriert. Damit bietet vRA 7 einen einzigen Blueprint-Designer, mit dem sich nicht nur Blueprints für Windows Server, sondern auch für komplette App-Stacks erstellen lassen. Das beinhaltet zudem die Netzwerk- und Security-Integration, um eine Netzwerkumgebung für virtuelle Maschinen und App-Stacks aufsetzen zu können.

Abbildung 3 zeigt einen Blueprint mit zwei virtuellen Maschinen. vRealize Automation 7 bietet damit die gleichen Funktionen wie die Multimachine-Blueprints in vRA 6.

Abbildung 3: Der neue Blueprint-Designer in vRealize Automation 7.

Als eine weitere Neuerung in vRA 7 können Blueprints jetzt zwischen verschiedenen Tenants geteilt werden. Damit müssen fortan nicht mehr für mehrere Tenants Kopien von Blueprints angefertigt werden, zudem können Anwender Blueprints jetzt importieren und exportieren. Diese Funktion ist allerdings lediglich über die Kommandozeile in CloudUtil oder über RESTful APIs verfügbar, nicht aber über die Benutzeroberfläche in vRealize Automation 7.

Ereignisgesteuerte Erweiterungsoptionen in vRA 7

Wer an vRealize Automation 5 zurückdenkt, der wird sich an die Anpassungen erinnern, die damals noch per vCloud Automation Designer durchgeführt wurden. Diese Methode war enorm aufwändig und wenig Administrator-freundlich. Im Grunde richtete sich die Möglichkeit auch mehr an Entwickler, die das System anpassen wollten.

Mit vRealize Automation 6 wurde der Vorgang schon wesentlich nutzerfreundlicher, indem das Orchestrator-Plug-in zur Erweiterung von IaaS-Workflows innerhalb der vRealize Orchestrator (vRO) Workflows genutzt wurde. Wer bereits mit einer der beiden Methoden gearbeitet hat, der sollte sich an die Workflow-Prozessnamen in Abbildung 4 erinnern, beispielsweise Building Machine, Machine Provisioned oder Machine Disposing.

Abbildung 4: Workflows in vRealize Orchestrator.

Diese älteren Möglichkeiten zur Anpassung gibt es nach wie vor, und trotzdem ist es wichtig, langfristig zum neuen Framework in vRA 7 zu wechseln. Laut vRA 7 Release Notes wird das alte System nämlich in einer der nächsten vRA-Versionen abgeschafft.

Interessant ist dabei auch, wie sich das Produkt immer weiter von seinem Windows-Fokus hin zu einer Linux- und Windows-Engine entwickelt hat, und wie dieser Wechsel letztlich einige .NET-Komponenten überflüssig gemacht hat. Zukünftig dürften vielleicht sogar alle Windows-Komponenten ersetzt werden und Windows Server nur noch für die Integration in bestimmte Windows-Services benötigt werden, die Kern-Engine dürfte dann aber komplett innerhalb der vRA-Appliance ablaufen.

vRealize Automation 7 enthält auch den neuen Event Broker Service, der auf dem Open Source Message-Service RabbitMQ basiert. Mit diesem Service können Softwarekomponenten Ereignisse erstellen, auf die wiederum andere Komponenten reagieren. Auch wenn die Konfiguration nicht unbedingt einfacher ist als noch in vRA 6, so ist doch das Anhängen vieler verschiedener Konfigurationen an ein Ereignis einfacher geworden. Über den Event Broker Service können jetzt auch Provisionierung und Ressourcenfreigaben angepasst werden.

Abbildung 5: Schematische Darstellung des Event Broker Service.

Abbildung 5 zeigt, wie ein Tenant-Administrator einen Workflow für ein Ereignis registrieren kann, damit der Workflow beim Eintreten des Events ausgelöst wird. Um zu verstehen, warum dieses Vorgehen wirkungsvoller ist als noch in vRA 6, muss man sich den Auslösemechanismus etwas genauer ansehen. In vRealize Automation 6 würde man einen Workflow erstellen und ihn einem Blueprint zuweisen. Von da an würde jedes Mal, wenn der Blueprint an irgendeiner Stelle während des VM-Lebenszyklus genutzt wird, der entsprechende Workflow ausgeführt.

Mit vRealize Automation 7 haben Tenant-Administratoren die Möglichkeit, eine neue Workflow-Subscription zu erstellen und die Bedingungen zu konfigurieren, wann der Workflow ausgeführt werden soll. Da dies über die vRA-Konsole und nicht über vRealize Orchestrator geschieht, kann hier jede beliebige Bedingung angegeben werden. Ein Workflow kann also für alle Provisioning-Vorgänge genutzt werden oder nur für solche einer bestimmten Fachabteilung oder für ein bestimmtes Betriebssystem etc.

In Abbildung 6 sieht man eine Liste möglicher neuer Workflow-Subscriptions. In den ersten zwei Reihen wurde vRA 7 die Möglichkeit hinzugefügt, einen Workflow für einen Genehmigungs-Policy zu registrieren. Ein Großteil des Genehmigungsprozesses ist zwar unverändert geblieben, jetzt können aber auch Ereignisse Ressourcenfreigabe auslösen.

Abbildung 6: Liste möglicher Workflow-Subscriptions in vRA 7.

Zusammengefasst wurden mit vRealize Automation 7 viele Verbesserungen eingeführt, die vor allem der Mandantenfähigkeit des Produkts zugutekommen. Das Entfernen der alten Application-Services-Komponente und die Integration in den zentralen Blueprint-Designer ist ein großer Schritt vorwärts und führt hoffentlich dazu, dass mehr Unternehmen Interesse an diesem Teil von vRA zeigen. Allerdings sind automatische App-Deployments leider nur Teil des Enterprise-Deployments von vRealize Automation.

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Artikel wurde zuletzt im März 2016 aktualisiert

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