Die richtigen Werkzeuge für Monitoring und Management virtualisierter Umgebungen

Wählen Sie aus der großen Zahl von Management Tools zur Virtualisierung das für Ihre Bedürfnisse passendste. Diese Werkzeuge spielen beim Erfolg von Server-Konsolidierungsprojekten eine große Rolle.

Werkzeuge für Monitoring und Management im Bereich Virtualisierung spielen für den Erfolg von Projekten zur Server-Konsolidierung...

eine entscheidende Rolle. Wenn Sie die Auslastung Ihrer Hardware zu weit treiben, kann die Performance der virtualisierten Umgebung für die Endnutzer unbefriedigend werden. Und nichts wollen Sie weniger provozieren als Beschwerden Ihrer Nutzer – also sollten Sie beim Hinzufügen von immer mehr virtuellen Maschinen (VMs) die Performance genau im Auge behalten.

Alle Werkzeuge für Monitoring und Management bei Virtualisierung haben unterschiedliche Stärken. Manche bieten eine Performance-Messung in Echtzeit, andere liefern historische Daten. Manche der Werkzeuge nehmen statische Analysen Ihrer Daten vor, um falsche Warnmeldungen zu verhindern, und helfen beim Erkennen und Lösen von Performance-Problemen. Weitere Möglichkeiten sind Planung und Analyse von Kapazitäten oder Chargeback-Abrechnung für Ressourcen der virtuellen Infrastruktur.

Optionen bei Monitoring und Management virtualisierter Umgebungen

VFoglight von Quest Software Inc. (früher Vizioncore) ist eines der wenigen Werkzeuge für Performance-Monitoring, das sich für mehrere Plattformen eignet und dadurch sowohl vSphere von VMware Inc. als auch Hyper-V von Microsoft überwachen kann. Es hat eine sehr gelungene Bedienoberfläche, kann aber bei der Ausführung viele Ressourcen in Anspruch nehmen (s. Abbildung 1).

Abbildung 1:

VFoglight gehört zu den wenigen Produkten zur Performance-Überwachung, die sich sowohl für vSphere als auch für Hyper-V eignen.

Die rot/gelb/grünen Anzeigen im Dashboard sind nützlich, ebenso wie die optisch ansprechenden Grafiken und Skalen zum Performance-Status. VFoglight zeichnet Informationen über Gast-Prozesse auf und bietet „Warnmeldungen mit Experten-Rat“. Das Produkt arbeitet mit genauen Architektur-Repräsentationen, modelliert die Migration von Wordloads und hilft bei der Verwaltung von Ressourcen-Nutzung und mehreren virtuellen Rechenzentren.

Veeam Monitor von Veeam Software ist eine Komponente der Suite Veeam One. Monitor wird als traditionelle Windows-Anwendung installiert; Sie können entweder die mitgelieferte lokale Datenbank SQL Express nutzen oder die Software mit Ihrer eigenen Datenbank verbinden.

Das Werkzeug für Monitoring und Management ist mit dem kostenlosen Veeam Business View integriert und zeigt der virtuellen Infrastruktur auf diese Weise, wie Ihr Unternehmen organisiert ist. Monitor gibt einen guten Blick auf die wichtigsten Ressourcen-Verwender in drei Bereichen: CPU, Arbeitsspeicher und Netzwerk (s. Abbildung 2)

Abbildung 2:

Veeam Monitor bietet einen guten Blick auf die größten Ressourcen-Verwender hinsichtlich CPU, Arbeitsspeicher und Netzwerk.

Das Produkt sieht 125 unterschiedliche Performance-Warnmeldungen vor und kann Informationen zur Performance von vSphere in Zusammenhang mit vSphere-Events bringen, was bei der Fehlersuche nützlich sein kann. Die kostenlose Version von Veeam Monitor weist einige Beschränkungen auf, etwa auf maximal sieben Tage an zurückliegenden Daten.

Veeam Monitor Plus enthält zusätzlich Kapazitätsplanung, Change-Management und Funktionen für Reporting/Chargeback. Die kostenpflichtige Version ist agentenlos und ermöglicht auch selbst definierte Warnmeldungen. Ebenfalls möglich ist die Verwaltung von Gast-, Host- und vCenter-Prozessen.

Werkzeuge für Monitoring und Management mit Prognosen und Empfehlungen

VKernel Corp. war das erste Unternehmen mit einem Angebot für Kapazitätsanalysen bei Virtualisierung. Sein Produkt vOPS wird als virtuelle Appliance eingesetzt, also ist keine Betriebssystem-Lizenz und keine Installation von Anwendung oder Datenbank erforderlich.

Die VKernel vOperations Suite (s. Abbildung 3) besteht aus Performance Analyzer, Capacity Manager, Optimizer sowie Komponenten für Reporting und Chargeback.

Abbildung 3:

Die Suite vKernel vOperations hilft bei Kapazitätsplanung und der Vorhersage von Ressourcen-Bedarf.

Ebenfalls verfügbar ist das Produkt als Plug-in für vCenter oder über ein Web-Interface, außerdem ist es mit Active Directory integriert. Die einzelnen Komponenten sind mit Lizenz-Schlüsseln leicht zu aktivieren, und für alle eingesetzten Produkte reicht eine einzige Appliance aus.

Relativ neu auf dem Markt ist die Virtualization Management Suite (VMS) von VMTurbo Inc., eine kostenlose virtuelle Appliance für die Basis-Überwachung von virtuellen Infrastrukturen. Zu den einzeln erhältlichen Zusatz-Modulen dafür zählen Reporter, Planner und Optimizer, hinzu kommt der ebenfalls kostenlose Monitor. Alle Produkte für Monitoring und Management von VMTurbo werden auf derselben virtuellen Appliance installiert.

Das Reporter-Modul dient dem Reporting über Performance und Kapazität, eignet sich aber anders als der Veeam Reporter nicht unbedingt für Inventar-Reporting. Der Planner ist für „what if“-Szenarien vorgesehen (s. Abbildung 4). Er ist eher ein Werkzeug zur Kapazitätsplanung als für Planungen zur  Konvertierung von physischen in virtuelle Maschinen (P2V). Der Optimizer hilft zusätzlich bei Ressourcen-Optimierung und der Identifizierung von Engpässen.

Abbildung 4
:

VMTurbo Monitor ist ein Werkzeug zur Kapazitätsplanung, nicht zur P2V-Planung, wie man aufgrund des Namens vermuten könnte.

Nützliche Netflow-Statistiken

Das Werkzeug für Monitoring und Management von Xangati wird ebenfalls als virtuelle Appliance eingesetzt. Die kostenlose Version von Xangati for ESX, also den Hypervisor von VMware, ist auf die Überwachung eines einzelnen ESX-Hosts beschränkt.

Einige Funktionen machen das Xangati-Produkt zu einem einzigartigen Angebot:

  • Mit Hilfe von Netflow-Monitoring gibt es Einblicke in das virtuelle Netzwerk. Dadurch erfahren Sie, was mit wem kommuniziert und welche Arten von Protokollen dafür verwendet werden.
  • Mit einer Rückspul-Möglichkeit wie bei digitalen Videorekordern können Administratoren zur Identifizierung von Problemen einen früheren Zeitpunkt noch einmal ansehen.
  • Nach Warnmeldungen von vCenter wird automatisch die Performance der virtuellen Infrastruktur aufgezeichnet.

Darüber hinaus hat Xangati vor kurzem Dashboards herausgebracht, die Objekten der virtuellen Infrastruktur Punktwerte für ihren Gesundheitszustand geben. Diese basieren auf historischen Statistiken und geben Hinweise auf normales und abnormales Verhalten in der Infrastruktur.

Das Werkzeug ermöglicht die Echtzeit-Beobachtung von mehr als 100 Kennzahlen über einen ESX/ESXi-Host und seine VM-Aktivität, darunter CPU-Nutzung, Kommunikation, Arbeitsspeicher sowie Latenz von Festplatten und Storage (s. Abbildung 5). Die kostenpflichtige Version verfügt über ein Management-Dashboard für mehrere Hosts und Funktionalität für virtuelle Desktops.

Abbildung 5

Xangati for ESX ermöglicht eine Echtzeit-Beobachtung von mehr als 100 Kennzahlen.

Xangati ist ein gutes Werkzeug für die Problembehandlung in virtuellen Netzwerken. Wünschenswert wäre, dass auch andere Produkte Netflow-Statsitiken integrieren.

Für Linux-Experten

Die Produkte von Zenoss Inc. stehen als Open-Source-Software zur Verfügung. Die Zenoss Community Edition ist kostenlos, doch wenn Sie noch keine Erfahrung mit Linux haben, kann ihr Einsatz schwierig werden (s. Abbildung 6). Als herunterladbare virtuelle Maschine ist sie auf VMware Player ausgelegt, also könnte es bei der Verwendung mit vSphere Probleme geben.

Abbildung 6

Zenoss bietet Performance-Monitoring und Unterstützung für CMDB, erfordert allerdings Linux-Kenntnisse.

Zum Funktionsumfang von Zenoss zählen Unterstützung für Configuration Management Database (CMDB), Inventar- und Change-Erfassung, Performance-Monitoring, Log-Überwachung und Warnmeldungen. Die Community Edition ist bei Kapazitätsanalyse und beim Identifizieren von Ressourcen-Verschwendung nicht so stark wie einige spezialisierte Werkzeuge – aber immerhin kostenlos.

Vergleich mit Angeboten von VMware

VMware Inc. selbst bietet zwei Hauptprodukte für Performance-Monitoring: vCenter Operations und Capacity IQ. Im August 2010 hatte das Unternehmen das Software-Haus Integrien übernommen und dann dessen Alive-Produkt in die eigene Linie aufgenommen. Daraus wurde später vCenter Operations, das Performance-Probleme über statistische Anomalien erkennen soll. Dazu lernt die Software, was in Ihrer virtuellen Infrastruktur als „normal“ anzusehen ist, und gibt dann numerische Bewertungen dafür aus, wie sehr Hosts und virtuelle Maschinen von dieser statistischen Norm abweichen.

Das zweite Hauptprodukt von VMware für Performance-Monitoring ist vCenter Capacity IQ. Sie werden es schon geahnt haben: Der Fokus dabei liegt auf der Kapazität von virtuellen Infrastrukturen. Eingerichtet wird dieses Werkzeug als virtuelle Maschine. Diese übernimmt dann die Erkennen von übermäßig ausgestatteten VMs, automatische Kapazitätsüberwachung und die Identifizierung von Engpässen. Ebenfalls möglich sind „what if“-Kapazitätsanalysen.

Ob Sie für Informationen über Netzwerk und Storage Ihrer virtuellen Infrastruktur alternative Quellen brauchen, hängt von den Anforderungen Ihres Unternehmens ab. In manchen Fällen können auch die Statistiken zu vSphere ausreichen, die über vCenter verfügbar sind.

Die Auswahl des richtigen Werkzeugs für Monitoring und Management

Als erstes sollten Sie festhalten, welche Funktionen für Ihr eigenes Rechenzentrum am wichtigsten sind. Denn nicht alle Werkzeuge für Monitoring und Management virtualisierter Umgebungen sind gleich – manche eignen sich eher für allgemeines Performance-Monitoring und Warnmeldungen, andere für sehr spezifische Kapazitätsanalysen und Problembehandlung. In manchen Fällen sind Performance-Werkzeuge auch mit anderen Produkten, etwa für Change-Management oder Reporting, gebündelt.

Veeam Monitor und Quest vFoglight sind robuste Beispiele für traditionelle Werkzeuge zur Überwachung der Performance virtueller Infrastrukturen. Doch auch weniger bekannte Produkte wie Xangati, VKernel, SolarWinds oder VMTurbo können mit besonderen Fähigkeiten aufwarten. Prüfen Sie bei der Auswahl Ihres Werkzeugs deshalb unbedingt auch Angebote von Drittanbietern.

Manche IT-Anwender schrecken aus Sicherheitsgründen vor der Verwendung virtueller Appliances zurück. Andererseits ist deren Deployment weitaus weniger aufwendig als die Installation herkömmlicher Windows-Anwendungen, was Ihnen sehr gut gefallen könnte. In jedem Fall sollten Sie bei der Evaluierung von Werkzeugen für Performance-Monitoring und Management sorgfältig vorgehen und darauf achten, dass sie nicht nur kurzfristigen, sondern auch dauerhaften Wert versprechen.

Artikel wurde zuletzt im Januar 2012 aktualisiert

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Mit dem vSphere Converter kann man die Appliance problemlos einspielen in eine ESXi Umgebung
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