Die Rolle des Virtualisierungs-Administrators wandelt sich

Virtualisierungs-Administratoren stehen vor neuen Aufgaben. Die Infrastruktur rückt stärker in den Mittelpunkt. Multi-Cloud, Multi-Hypervisor und hybride Cloud sind zu bewältigen.

Es ist nicht lange her, da war die Aufgabe des Virtualisierungs-Administrators die Verwaltung virtueller Workloads und der darunterliegenden Infrastruktur.

Dies gehört nach wie vor zum Aufgabenspektrum, aber die Server-Virtualisierung hat sich mittlerweile so gewandelt, dass sie gegenüber dem Stand vor zehn Jahren kaum wiederzuerkennen ist.

Damit verändert sich auch die Rolle des Administrators. Wenn man von Containern absieht, gibt es drei Haupttrends, die zum Wandel beitragen.

Hybride Cloud ermöglicht Selbstbedienung 

Zuvörderst wäre die hybride Cloud zu nennen. Diese wird definiert als das Zusammenwirken von Ressourcen der Private und Public Cloud. Es gibt aber einen anderen wichtigen Grund, warum die hybride Cloud eine immer stärkere Rolle spielt und die Arbeit des Administrators beeinflusst, Dies ist das immer stärkere Aufkommen der Selbstbedienungs-IT.

In einer hybriden Cloud-Umgebung können autorisierte Anwender die Rolle eines Administrators für ihre eigene Arbeitsgruppe oder Abteilung übernehmen. Sie können virtuelle Maschinen (VM) anlegen, ändern oder löschen.

Diese Neuerung macht dankenswerterweise die Rolle des eigentlichen Virtualisierungs-Administrators nicht überflüssig. Allerdings gibt es eine Neugewichtung. Statt sich um VMs zu kümmern, sollte nun das Hauptaugenmerk der Infrastruktur gelten. Der Administrator muss sicherstellen, dass diese zuverlässig läuft. Zudem geht es um Kapazitätsplanung, das Einhalten von Service Level Agreements (SLA) und die Verwaltung der Vorlagen für VMs.

Multi-Hypervisor fordert Kompetenz

Der zweite große Trend sind Multi-Hypervisor Umgebungen. Bis vor ein paar Jahren waren unterschiedliche Hypervisors noch kein Thema, weil fast jeder nur VMware einsetzte.

Aber mit dem Erscheinen des Windows Server 2012 R2 ist Microsoft Hyper-V zu einer ernstzunehmenden Alternative geworden. Aus Kostengründen haben sich viele Unternehmen, die zuvor ausschließlich auf VMware setzen, für Hyper-V entschieden. Für Hyper-V fallen keine zusätzlichen Lizenzkosten an, wenn der Windows Server sowieso verwendet wird.

In anderen Firmen sind aufgrund von Zukäufen und Zusammenschlüssen unterschiedliche Hypervisors im Einsatz. Jedenfalls sind Multi-Hypervisor Umgebungen immer häufiger geworden. Auch Open-Source-Alternativen wie KVM sind im Kommen.

Die Rolle des Administrators wird dadurch nicht stark verändert. Er muss aber zusätzliche Kompetenz erwerben.

Bei den Funktionen gibt es eine erstaunliche Überlappung zwischen den Hypervisors von VMware und Microsoft. Beide haben dieselben Kernfunktionen, aber auch unterschiedliche Zusatzfunktionen. Die Administrationskonsolen unterscheiden sich stark.

Außerdem werden unterschiedliche Begriffe verwendet. VMware bietet eine Funktion, um von einem Snapshot eine VM auf einen früheren Zustand zurückzusetzen. Das hat Microsoft auch, aber hier heißt es Checkpoints.

Der Administrator muss sich mit den unterschiedlichen Nuancen beider Hypervisors auseinandersetzen.

Multi-Cloud fordert schlaue Einkäufer

Genau wie VMs im eigenen Rechenzentrum laufen können, bieten auch Cloud Provider wie Amazon Web Services und Microsoft eine Plattform für virtuelle Instanzen. Seit einigen Jahren liegt der Fokus für Administratoren nicht mehr auf der Verwaltung von VMs in der Cloud, sondern im Umgang mit Multi-Cloud-Umgebungen.

Administratoren müssen Kenntnisse über softwaredefinierte Netzwerke (SDN). Noch wichtiger ist aber ihre Rolle als Einkäufer.

Jeder Cloud-Provider hat seine eigenen Konzepte. Amazon könnte etwa mit einem Service besser sein, Microsoft mit einem anderen. Administratoren müssen nicht nur herausfinden, welcher Service für sie am besten geeignet ist, sondern auch wer den günstigsten Preis bietet.

Hier ist es sehr wichtig zu beachten, dass beide unterschiedliche Preisstaffelungen haben. Die Preise von Microsoft sind weltweit einheitlich, während Amazon in Europa mehr verlangt als in den USA. Rechenbeispiele aus den USA können deshalb völlig in die Irre führen.            

Außerdem sollte man nicht allein die Preise der VMs allein beachten. Auch externe Kosten, etwa für Storage und Datenbanken, sollten einbezogen werden.

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Artikel wurde zuletzt im November 2017 aktualisiert

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