Desktop-Virtualisierung: Citrix XenDesktop und VMware View im Vergleich

VDI-Umgebungen lassen sich mit Citrix XenDesktop oder VMware View realisieren. Ein Überblick über Unterschiede und Vorteile.

Wollen Unternehmen eine VDI-Umgebung (Virtual Desktop Infrastructure) der Enterprise-Klasse implementieren, tauchen...

mit Sicherheit die beiden Lösungen Citrix XenDesktop und VMware View auf.

Diese beiden Produkte sind die populärsten in Sachen VDI und weisen viele Gemeinsamkeiten auf, unterscheiden sich aber auch in zentralen Punkten. Zum Beispiel ist XenDesktop flexibler als View. Jede Plattform bringt außerdem ein hauseigenes Remote-Desktop-Protokoll (RDP) mit sich. Bei all den verschiedenen Funktionen und Anwendungsfällen sollte man einen genaueren Blick auf beide Produkte werfen.

Infrastrukturkomponenten von XenDesktop und View

Sowohl Citrix als auch VMware gehen sehr ähnlich an das Thema Desktop-Virtualisierung heran. Das gilt zumindest für den Architekturansatz. Jeder Anbieter stellt einen eigenen Hypervisor zur Verfügung, auf dem die eigentlichen virtuellen Desktops gehostet sind. Bei XenDesktop und VMware View werden die Verbindungen zu virtuellen Maschinen (VM) von einem Server gemanagt, der als so genannter Connection Broker agiert.

Die grundlegenden Architekturkomponenten für die beiden VDI-Systeme sind im Großen und Ganzen gleich, allerdings werden die Hypervisoren von Citrix und VMware unterschiedlich unterstützt. VMware View ist so gestaltet, dass es auf Servern mit ESX- und/oder ESXi-Servern funktioniert. Weiterhin müssen diese Server wiederum Teile eines vCenter-Servers sein.

Citrix ist hingegen flexibler. Die Firma bringt einen eigenen Hypervisor mit sich, der sich XenServer nennt. XenDesktop lässt sich alternativ allerdings auch auf vSphere oder Microsofts Hyper-V betreiben.

Konnektivität der Desktop-Virtualisierungs-Lösung

VMware View und Citrix XenDesktop unterstützen beide Client-Konnektivität via Microsofts RDP (Remote Desktop Protocol). Auch wenn RDP mehr oder weniger ein Quasi-Standard für Remote-Verbindungen geworden ist, bieten sowohl Citrix als auch VMware eigene Protokolle an.

XenDesktop unterstützt das HDX-Protokoll (High Definition Experience) von Citrix und View erlaubt PCoIP (PC over IP), das auf dem User Datagram Protocol (UDP) basiert. Beide Protokolle sind so designend, die Endanwender-Erfahrung bei langsamen oder unzuverlässigen Netzwerkverbindungen zu verbessern. Wie bei XenDesktop gegen View gibt es auch bei den Protokollen die Debatte, welches besser ist. Einen klaren Gewinner kann man allerdings nicht ausmachen.

VMware, Citrix und die Client-Unterstützung

Wie bei anderen VDI-Plattformen auch, setzen XenDesktop und View voraus, dass auf dem physischen Gerät des Endanwenders ein Client läuft. Dieser verbindet sich dann zum Connection Broker. Sowohl VMware als auch Citrix bieten volle Unterstützung für Windows, Mac OS X als auch Linux.

Für XenDesktop und View gibt es außerdem mobile Clients. Sie bieten Unterstützung für Apple iOS und Google Android. Beide Plattformen unterstützen auch einige weniger populäre Client-Typen. Zum Beispiel gibt es von VMware einen Client für Kindle Fire und Citrix bietet eine Java-Client an.

Virtuelle Desktop-Arten

Ein Vergleich zwischen XenDesktop und View enthüllt, dass sie ähnliche Arten an virtuellen Desktops unterstützen. Bei beiden lassen sich virtuelle Desktop-Pools einrichten. Anwender können sich dann zu einem zufälligen Desktop aus diesem Pool verbinden.

Beide Produkte unterstützen außerdem dedizierte virtuelle Desktops. Man nennt diese auch persönliche virtuelle Desktops. Das sind virtuelle Desktops, die auf bestimmte Anwender zugeschnitten sind. Persönliche virtuelle Desktops sind dann hilfreich, wenn eine Nutzer Kontrolle über die eigene Desktop-Konfiguration oder die entsprechenden installierten Anwendungen benötigt.

Zusätzlich können beide mit einem Offline-Modus aufwarten. Offline-Modus ist eine Technologie, bei der sich eine Anwender-VM auf ein physisches Gerät kopieren lässt. Somit kann man den Desktop offline nutzen. Der Offline-Modus virtueller Desktops ist für mobile Mitarbeiter hilfreich, die sich nicht immer mit dem Unternehmensnetzwerk verbinden können.

Auch wenn die Produkte einen Offline-Modus unterstützen, muss die IT-Abteilung möglicherweise einige zusätzliche Infrastrukturkomponente aufsetzen. Zum Beispiel bietet VMware einen speziellen Client mit „local mode“-Unterstützung an. Local-mode-Clients sind aber nicht für jede Plattform verfügbar.

IT-Abteilungen können davon ausgehen, dass sowohl VMware View als auch Citrix XenDesktop Plattformen der Enterprise-Klasse sind, um virtuelle Desktops zu hosten. Jedes der Produkte bietet einzigartige Leistungsmerkmale. Im Kern erledigen sie allerdings das Gleiche. XenDesktop und View lassen sich weiterhin einfach skalieren, um die Bedürfnisse von mittelständischen bis großen Unternehmen zu befriedigen.

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Artikel wurde zuletzt im April 2013 aktualisiert

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