Das Ende Ihrer Windows-XP-Rechner bei Bedarf hinauszögern

Mit einem guten Plan für Windows XP lässt sich bei Bedarf die Laufzeit von Rechnern mit dem Betriebssystem verlängern. Wir erläutern diese Option.

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Desktop-Management

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Der offizielle Support für Windows XP endet am 8. April 2014. Ab diesem Tag bietet Microsoft keine Sicherheitsupdates...

mehr für Windows XP.  Viele Verantwortliche kennen diesen Termin schon länger – sie müssen nun allerdings endgültig handeln.

Die einfachsten Upgrades von Windows XP auf neuere Betriebssysteme wurden bereits von vielen Unternehmen ausgeführt. Viele Nachzügler haben entweder bereits auf Windows 7 oder Windows 8/8.1 migriert oder sind noch dabei. Was bleibt, sind die härteren Fälle, wie kleine und mittelständische Unternehmen, die sich bisher geweigert haben zu wechseln, oder bei denen ein Wechsel aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist. Unabhängig von den Gründe, wird es ab dem 09.04.2014 keinerlei Unterstützung mehr von Microsoft geben.

Viele Unternehmen halten an Microsofts altem Betriebssystem fest, da sie zum Beispiel spezielle Hardware einsetzen, die von einem Windows-XP-Rechner kontrolliert wird. Diese lässt sich nicht ohne weiteres upgraden oder ersetzen. Einige dieser Kunden haben wahrscheinlich Verträge mit Microsoft, um weiteren Support zu erhalten. Allerdings profitieren davon natürlich nur diese Firmen.

Festzuhalten ist: für die schwierigen Implementierungen muss ein Plan her. In den folgenden Abschnitten geben wir Ihnen einige Hinweise für einen Last-Minute-Plan für Windows XP bis zum Ende des Supports und darüber hinaus.

Antivirus- und Anti-Malware-Programme prüfen

Zunächst sollten Unternehmen die Lebensdauer ihrer Antivirus- und Anti-Malware-Programme feststellen und prüfen, wie sich die Anbieter dieser Produkte nach Ablauf des Microsoft-Supports verhalten. Hier muss man sicherstellen, dass diese Produkte weiter einsetzbar sind. Für Standard-Desktops, die keine besonderen Anforderungen haben, sollten Unternehmen mit einem Anti-Malware-Produkt von einem Drittanbieter arbeiten. Die meisten dieser Produkte unterstützen Windows XP weiter.

Microsoft hat diesbezüglich nachgegeben und angekündigt, seine kostenlosen Security-Essentials-Anwendungen und zugehörige Virus-Definitions-Updates bis Juli 2015 zu aktualisieren - auch nachdem Sicherheits-Patches für Windows XP nicht mehr freigegeben werden.  Hier müssen die Verantwortlichen prüfen, welche Sicherheitslösung eingesetzt werden soll. Wenn es nicht anders geht, sollten Sie zu einem anderen Produkt wechseln, notfalls ein kostenloses. Wichtig ist der stabile Schutz vor Viren.

Windows-XP-Rechner getrennt halten

Unternehmen sollten zudem Rechner mit Windows XP von anderen Computern getrennt halten. So können sie sicherstellen, dass bei Sicherheitsproblemen mit den Windows-XP-Rechnern keine anderen Bereiche des Netzwerks beeinträchtigt werden. Das größte Risiko ist dabei nicht die National Security Agency (NSA) - trotz der jüngsten Vorwürfe von Edward Snowden. Das größte Einfallstor ist weiterhin das Internet, insbesondere dann, wenn Nutzer gefährliche Links oder Anhänge anklicken oder auf gefährlichen Websites surfen.

Eine effektive Methode zur Risikominimierung von Angriffen ist die Ausgrenzung von XP-Rechner in ein anderes Netzwerk, so dass sie lediglich Dateien innerhalb des Unternehmensnetzwerks teilen können und keinen Zugriff auf das Internet haben. Zusätzlich können Administratoren das Netzwerk umstrukturieren und sicherstellen, dass Windows-XP-Desktops und -Laptops nur noch auf eine begrenzte Anzahl von Dateien zugreifen können. Auf diese Weise können Unternehmen wichtige Anwendungen funktionsfähig halten und zusätzlich das Netzwerk gegen größere Gefahren schützen.

Windows-XP-Rechner unter Umständen vom Netzwerk trennen

Windows-XP-Betriebssysteme die auf eingebetteten Systemen laufen oder zur Steuerung teurer Hardware genutzt werden, sollten Administrator vom Netzwerk trennen. Wenn Sie zum Beispiel eine Drehmaschine oder ein Computer Numeric Control (CNC) zur Regelung von Werkzeugmaschinen einsetzen, sollten Admins diese abtrennen. Dadurch wird die Sicherheit des Systems aufrechterhalten und Sicherheitsgefahren minimiert. Sind auf dem Computer noch andere Aufgaben abzuarbeiten, sollten diese möglichst auf andere Computersysteme ausgelagert werden. Diese können dann auf Basis von Windows 7/8.1 laufen.

Wenn das XP-Gerät lediglich zur Steuerung eines Geräts eingesetzt wird, sollten Sie keine Daten darauf speichern. Außerdem sollte man mit diesen PCs nicht im Web surfen und von der Domain entfernen, für die sie ursprünglich gedacht waren. Verwenden Sie das Gerät mit Windows XP nur noch als simple Schnittstelle zur Steuerung. Es gibt keinen Grund,  dass diese Maschinen Zugriff auf das Internet haben.

Wenn ein Internetzugang auf Windows-XP-Rechnern erforderlich ist, sollten Sie ein Kiosk-Programm verwenden oder Internetfunktionen so stark wie möglich einschränken. Außerdem sollten Sie Netzwerk-Sniffer verwenden und Firewall-Logs überprüfen. So lässt sich bestimmen, welcher Internetzugang für die Funktionen erforderlich ist.

Einsatz einer virtuellen Desktop-Infrastruktur (VDI)

Unter Umständen ist der Einsatz einer virtuellen Desktop-Infrastruktur (VDI) für Windows-XP-Rechner sinnvoll, die Sie nicht einfach auswechseln können. Sind Benutzeraktionen auf XP-Rechnern notwendig, sollten diese Zugriffe so stark wie möglich eingegrenzt werden. Durch die Erstellung eines sauberen und effizienten Images eines Windows-XP-Rechners in der VDI-Umgebung können Administratoren diese jederzeit wiederherstellen, wenn ein Rechner aus der VDI-Infrastruktur ausfällt. Für die Virtualisierung von Windows XP sind nicht zwingend teure Hardware oder zusätzliche Softwarelizenzen notwendig.

Auch ältere Server können virtuelle Maschinen (VM) von XP ohne Mühe hosten, so dass keine neue Hardware notwendig ist. Auf diese Weise ersparen sich Administratoren Ärger und erhalten Zeit, um auf Windows 7 oder Windows 8.1 zu migrieren. Wichtig ist in jedem Fall, dass eine umfassende und vollständige Liste aller Computer mit Windows XP vorliegt und ein Plan, wie Sie nach Ablauf des Supports mit diesen Maschinen umgehen.

Artikel wurde zuletzt im März 2014 aktualisiert

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